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«Wir deuteten die Siege unserer Mütter falsch»

In Amerika sei die Frauenquote kein Thema, sagt Debora Spar, Präsidentin des Barnard College in Manhattan und kritisiert den Perfektionismus der Frau.

Zurückhaltende Kämpferin: Debora Spar (48) strebt ein ausgeglichenes Verhältnis von Männern und Frauen in der Arbeitswelt an.
Zurückhaltende Kämpferin: Debora Spar (48) strebt ein ausgeglichenes Verhältnis von Männern und Frauen in der Arbeitswelt an.
Dominik Plüss

Hoch reckt sich das schmiedeeiserne Tor des 1889 für Frauen in Manhattan gegründeten Barnard College in den ­bitterkalten Himmel. Hinter diesen ­ehrwürdigen Fassaden sitzt Präsidentin Debora Spar, verantwortlich für 2356 Studentinnen, 800 Mitarbeiter, davon 319 Professorinnen und Professoren. Von der Autorin zahlreicher Bücher und engagierten Feministin wollen wir wissen, ob Amerika sich auch schon mit einer Frauenquote in Verwaltungsräten beschäftigt hat und ob sie sich bewähren würde. An diesem eisigen Januartag empfängt sie die Journalistin aus der Schweiz wohltuend authentisch, ungeschminkt, mit warmen Snowboots an den Füssen und einem Kaffee im Becher in der Hand. Nur ganz leicht zuckt sie zusammen, als sie zum Fototermin gebeten wird. Damit hatte sie nicht gerechnet. Doch sie fasst sich schnell. Professionell setzt sie sich auch ungestylt in Pose und vergisst im Gespräch – unter anderem über ihr Buch «Wonder Women – Sex, Power and the Quest for Perfection» – das Klicken der Kamera.

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