Wie kommen die BVB wieder auf Kurs?

Dass Hans-Peter Wessels dem BVB-Verwaltungsrat «ausgezeichnete» Arbeit attestiert, versteht kaum einer.

Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels mit dem inzwischen zurückgetretenen BVB-Direktor Erich Lagler bei der Einweihung des Flexity-Trams.

Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels mit dem inzwischen zurückgetretenen BVB-Direktor Erich Lagler bei der Einweihung des Flexity-Trams.

(Bild: Lucia Hunziker)

Helmut Hubacher

Zu meiner Zeit als Grossrat ­(1956–1968) waren die BVB dem ­Finanzdepartement zugeteilt. Der Vorsteher präsidierte den BVB-Verwaltungsrat (VR). So besass er den Überblick und konnte sich nötigenfalls direkt einschalten. Ich finde, es funktionierte. Als VPOD-Gewerkschaftsfunktionär kann ich das ­bestätigen. Ich habe ein stolzes BVB-Personal erlebt, das sich für das Unternehmen engagierte.

In den Nachkriegsjahren lief die Konjunktur auf Höchsttouren. Der Arbeitsmarkt war fast leer gefegt. Die Chemie rekrutierte damals mit ihren guten Löhnen die Besten. Die BVB mussten nehmen, was übrig blieb. Von der Versammlung des Fahrpersonals fasste ich einen einmaligen Auftrag. Der Direktor müsse ein Exempel statuieren. Zwei Billetteure seien zu entlassen. Weil sie zu vieles, was Anstand ausmacht, missachteten. Man müsse sich ja schämen, so die ­Trämler. Ebenso in ihrem Auftrag verlangte ich, nun auch Frauen als Billetteusen einzustellen. Das taten die BVB als erster städtischer Verkehrsbetrieb der Schweiz.

In der Stadt weiss bald jede und jeder: Bei den BVB läuft ungefähr alles verkehrt.

Dann wurde es neoliberale Mode, kommunale Betriebe auszulagern. Auch die BVB. Das sei unternehmerischer, marktwirtschaftlicher. Für sie ist Wettbewerb das Kennwort. Nur: Die BVB sind ein Monopolbetrieb. Nix da Konkurrenz.

Bei der Auslagerung behielt die ­Regierung die Aufsicht sowie die Wahl der VR-Präsidentin. Die Aufsicht ist eher pro forma. Sie wird vom VR besorgt. Hans-Peter Wessels betreute die Kontakte zwischen Regierungsrat und VR. Zudem darf er jederzeit von BVB-Behörden Auskunft verlangen. Zur Geschäftsführung hat er nichts mitzubestimmen. Die ist allein Sache des VR und der Geschäftsleitung mit der Direktion.

Die GPK ist Wessels lästig. Drum haut er sie in die Pfanne. Dass er dem VR «ausgezeichnete» Arbeit attestiert, versteht kaum einer.

In der Stadt weiss bald jede und jeder: Bei den BVB läuft ungefähr alles verkehrt. Die privatisierte Auslagerung von 2004 hat ihre Chance gehabt. Ich sehe nicht, wie dieser VR auf Touren kommen und die Krise bewältigen sollte. Machte ein neues, viertes ­VR-Team Sinn? Ich bleibe dabei: Die geteilte Verantwortung kann nicht funktionieren. Weil so niemand verantwortlich ist. Was dann?

Wer immer den Auftrag übernimmt, die BVB zu sanieren, wird dafür viel Zeit investieren müssen. Sehr viel Zeit. Für eine lange Zeit. Wessels drängt sich nicht auf. Er führt ja ­bereits das arbeitsreichste ­Departement. Den Sanierungsjob sollte am besten ein Regierungsrat übernehmen. Im ­Kollegium ist die Arbeit ungleich verteilt. Lukas Engelberger, hört man, sei unterbeschäftigt. Schuldlos. Wäre er eine Option?

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