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«Wie kann eine Person so vielen Leuten das Fest verderben?»

Eine Anwohnerin meldete den Fasnachts-Hotspot Schnabel am Montagabend der Polizei wegen Ruhestörung. Die Wirtin des Restaurants kann das nicht nachvollziehen.

Katrin Hauser
Bereits am Sonntagabend versammelte sich eine Menschentraube vor dem Restaurant Schnabel.
Bereits am Sonntagabend versammelte sich eine Menschentraube vor dem Restaurant Schnabel.
Martin Regenass

Bei einem beliebten Basler Fasnachts-Hotspot, dem Restaurant Schnabel, kam es am Montagabend zu einem Polizeieinsatz: «Eine Anwohnerin rief kurz nach 22 Uhr die Polizei, weil sie sich durch den Lärm gestört fühlte», erzählt Wirtin Isabelle Segesser auf Nachfrage der BaZ.

Diese war schnell vor Ort und wies Segesser darauf hin, dass ihre Gäste nicht in Gruppen vor dem Lokal rauchen dürfen, weil es zu laut sei. «Ich verbrachte die nächsten zwei Stunden damit, allen, die hinaus wollten zu sagen, sie sollen doch bitte drin bleiben.»

Die Polizei, wie sie am Montagabend beim Restaurant Schnabel einschritt. Bild: Lesereporter
Die Polizei, wie sie am Montagabend beim Restaurant Schnabel einschritt. Bild: Lesereporter

Die betroffenen Personen reagierten gemäss Wirtin sehr verständnisvoll: «Unsere Gäste waren super!» Unwillkürlich hätten sie mit «Pssst!»-Rufen für Ruhe gesorgt und dem Schnabel-Team beim Aufräumen geholfen.

Für wen die Wirtin wenig Verständnis aufbringen kann, ist die Nachbarin, welche die Polizei alarmierte: «Wie kann eine einzige Person so vielen Leuten das Fest verderben – gerade in dieser Situation?» Hätte die Fasnacht stattgefunden, so Segesser, wäre der Lärm um ein Vielfaches grösser gewesen. «Wenn sie das so stört, wieso wohnt sie dann in der Innenstadt und bleibt über diese drei Tage da?»

Die drei D

Isabelle Segesser besitzt mit dem Schnabel einen absoluten Hotspot der Basler Fasnacht. Im Vorfeld klärte sie genau ab, was sie darf und was nicht: «Wir haben uns strikt an die regulären Öffnungszeiten gehalten und führen dieses Jahr auch keine Fasnachtskarte.» Sie habe sich auf den Ämtern erkundigt, was sie tun solle, wenn sich viele Leute vor ihrem Lokal versammeln würden, wie das am Montagabend dann auch der Fall war: «Die Antwort war, dass dies meine Verantwortung sei.»

Für die Polizei, die am Montagabend ins Restaurant kam, hat Isabelle Segesser hingegen nur Worte des Lobes übrig: Sie hätten sich sehr zurückhaltend verhalten. «Für die Polizisten ist es nicht einfach. Sie möchten den Baslern das Fest ja nicht verderben, aber sie müssen halt ihren Job machen.»

Die Kantonspolizei Basel-Stadt, das fällt schon seit Montagmorgen früh auf, zeigt sich betont verständnisvoll im Umgang mit rebellischen Fasnächtlern. «Es wäre unverhältnismässig und kontraproduktiv, wenn wir sofort büssen würden. Wir gehen hier mit Augenmass vor und appellieren an die Vernunft», sagt Medienbeauftragter Toprak Yerguz. Die Kantonspolizei Basel-Stadt handelt nach dem 3D-Prinzip: Dialog, Deeskalation, Durchgreifen. «Momentan setzen wir stark auf den Dialog und fahren sehr gut damit. Trotz grosser Trauer zeigen die Leute viel Verständnis.»

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