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Wer investiert, wird bestraft

Wie die Basler Behörden mit ihrem Forellen-Bewilligungswahn die Beizer behindern. Ein Kommentar.

Christian Keller
Wirt Josef Schüpfer: Er möchte seinen Gästen bloss frische Forelle blau servieren
Wirt Josef Schüpfer: Er möchte seinen Gästen bloss frische Forelle blau servieren
Nicole Pont

So also ist im Kanton Basel-Stadt der behördliche Umgang mit einem Wirt, der seit vielen Jahren am Ende des Monats 58 Angestellten den Lohn überweist. Investitionsfreudigkeit wird nicht unterstützt, sondern bestraft. Niemand versteht den formalistischen Unsinn, mit dem die Amtstierärztin ihren Bewilligungswahn gegen Josef Schüpfer rechtfertigt. Er ist übrigens kein Schwerverbrecher – er möchte seinen Gästen bloss frische Forelle blau servieren.

Es wäre wohl das Beste, wenn die Beamtin mit deutschem Pass – sie will Schüpfer in ein dreimonatiges Fischzucht-Volon­tariat schicken – selber ein Praktikum antreten würde: in einem Schweizer Restaurant, wo sie lernt, wie hart es ist, trotz der vielen Gesetze und Verordnungen wirt­schaftlich zu überleben. Auch ein Kurs in Staatskunde ist zu empfehlen, damit besagte Amtstierärztin die Mentalitäten in unserem direktdemokrati­schen ­System begreift: Hierzulande ist der Bürger König – und nicht der Staat.

Gesuchsteller brauchen keine Beleh­rungen, sondern Ämter, die Hand zu konstruktiven Lösungen bieten. Leider misst der Chef der Amtstierärztin, Regierungsrat Lukas Engelberger (CVP), der Sache nicht die nötige Bedeutung bei. Er empört sich in einer E-Mail an die BaZ nur über eines: Die Namensnennung der Angestellten. Das Schicksal des Wirts, den seine Ange­stellte mit Auflagen schikaniert, ist ihm offenbar gleichgültig.

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