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«Wenn Leute in Massen in die Spitäler kommen, haben wir ein Problem»

Angesichts steigender Corona-Fälle geben die Basler Behörden neue Empfehlungen ab. So sollen etwa Spitäler und Pflegeheime Besuchszeiten einschränken.

Informieren an der Pressekonferenz zum Coronavirus: Links Kantonsarzt Thomas Steffen, rechts Regierungsrat Lukas Engelberger. Foto: Kostas Maros
Informieren an der Pressekonferenz zum Coronavirus: Links Kantonsarzt Thomas Steffen, rechts Regierungsrat Lukas Engelberger. Foto: Kostas Maros

Das Coronavirus wird die Behörden und die Bevölkerung des Kantons Basel-Stadt voraussichtlich auch in den nächsten Wochen und Monaten stark beschäftigen. «Corona geht mit dem Ende der Schulferien nicht heim», sagte Lukas Engelberger, Vorsteher des Gesundheitsdepartements Basel-Stadt, am Freitag an einer Medienkonferenz der Behörden zu Corona.

Es sei damit zu rechnen, dass es in der kommenden Zeit noch weit mehr Fälle von Corona-Infizierten geben wird, auch mehr mit schweren Symptomen. «Wir stellen uns auf ein relativ garstiges Szenario ein», meinte Werner Kübler, Chef des Universitätsspitals Basel.

Am Freitag gab es in Basel-Stadt insgesamt 12 bestätigte Fälle von Corona-Infizierungen, vier mehr als am Vortag. Am Unispital waren acht Patientinnen und Patienten hospitalisiert, wobei es sich zum Teil auch um Fälle aus anderen Kantonen handelte. «Den meisten geht es gut, es gibt aber auch solche, die schwer krank sind», so Kübler. Derzeit befinde sich eine Person auf der Intensivstation.

Prioritäten verändern sich

Mit der steigenden Zahl der Fälle verändern sich allmählich die Prioritäten bei der Bekämpfung des Virus und seiner Folgen. Der Schutz von besonders gefährdeten Personen rückt in Basel stärker in den Fokus. Es geht insbesondere um ältere und geschwächte Menschen.

Das Gesundheitsdepartement von Basel-Stadt (GD) hat darum Empfehlungen an Pflegeheime und Spitäler herausgegeben, wie sie ihre Bewohner beziehungsweise Patientinnen vor Ansteckungen mit dem Coronavirus möglichst schützen können, ohne diese von ihren sozialen Kontakten zur Aussenwelt ganz abzuschneiden.

Die Empfehlung an Pflegeheime lautet, die Besuchszeiten einzuschränken und Besucher und Besucherinnen zentral zu empfangen. «Das Personal soll mit ihnen reden, um zu erfahren, ob sie in Risikogebieten waren oder erkältet sind», so Lukas Engelberger. Allenfalls solle man solche Personen bitten, auf einen Besuch zu verzichten oder ihn auf später zu verschieben.

Anstieg abbremsen

Auch den Spitälern und Kliniken empfiehlt das GD, die Besuchszeiten auf ein Minimum zu beschränken. Soziale Kontakte sollten möglichst über Telekommunikation statt über persönliche Besuche erfolgen. Diejenigen Personen, die trotzdem Angehörige in den Spitälern besuchen wollten, seien auf die Einhaltung der Verhaltensregeln des Bundes hinzuweisen.

Im weiteren bleibt der Kanton Basel-Stadt zurückhaltend, was die Bewilligung von Anlässen angeht. Das Ziel des Verbots von Grossanlässen sei, den Anstieg der Infektionen durch das Coronavirus möglichst abzubremsen und zeitlich zu verzögern. Dabei geht es vor allem um die Entlastung der Gesundheitseinrichtungen und des Spitalpersonals.

«Wenn die Leute in grosser Masse in die Spitäler hineinkommen, dann haben wir riesige Probleme», betonte Werner Kübler. Das Unispital sei heute schon voll, nicht mit Corona-Betroffenen, sondern mit anderweitig kranken Patienten.

Man habe aber die Möglichkeit, die Kapazitäten für Corona-Kranke zu erhöhen, etwa mit der Verlegung von Patienten in andere Gesundheitseinrichtungen oder mit dem Verschieben von Operationen.

Thomas Steffen, Kantonsarzt Basel-Stadt, versuchte, die Lage nicht allzu düster erscheinen zu lassen. «Wir gehen von einem Szenario wie bei einer schweren Grippe aus», so Steffen. «Aber vergesst bitte die Bilder von der Spanischen Grippe, bei der es innert weniger Wochen Tausende von Toten in der Schweiz gegeben hat.»

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