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Wenn Kinderzeichnungen zum Leben erwachen

Unter dem Label Kizzis.com kreieren Anna Künstle und Anne d’Aujourd’hui Plüschtierunikate.

Die Plüschfiguren sind nicht einfach herzustellen – dafür umso spezieller.
Die Plüschfiguren sind nicht einfach herzustellen – dafür umso spezieller.
Florian Bärtschiger

Es ist eines dieser beschaulichen Häuser im Bachlettenquartier, welches als Arbeits- und Wohnstätte der Familie d’Aujourd’hui dient. Nun ist noch mehr Leben ins Haus gekommen, denn seit kurzem hat die Firma Kizzis.com hier ihren Sitz. Über knarrende Böden und Treppen gelangt man in den ersten Stock, wo Anna Künstle und Anne d’Aujourd’hui ihre Produktionsstätte für Plüschtiere der ganz besonderen Art eingerichtet haben.

Auf einem Tablar über den Nähmaschinen thronen ein Zebra, ein kleiner Prinz mit Spieldose und ein Käfer, der auch ein Tausendfüssler sein könnte. Aussergewöhnlich und äusserst knuffig sehen die zum Leben erweckten Kinderzeichnungen aus. D’Aujourd’hui, die hauptberuflich als Supervisorin und Beraterin arbeitet, holt die Originalzeichnungen hervor, die als Vorlage dienten. Aus solchen Skizzen ­kreieren die beiden diese einzig­artigen Plüschfiguren. Jetzt, wo die Kinder flügge geworden sind, wollten die beiden 54-Jährigen gemeinsam etwas auf die Beine stellen, lange fehlte jedoch die zündende Idee dazu.

Das Kind als Künstler

Als d’Aujourd’huis Mann, ein Zeichner, eine Puppe anhand einer Skizze anfertigen liess, kam der lang ersehnte Geistesblitz. Kinderzeichnungen in Plüsch­tiere umzuwandeln, begeisterte die beiden auf Anhieb. Das handwerkliche Geschick dafür war vorhanden, da beide schon ein Leben lang viel handarbeiten. «Als unsere Kinder klein waren, haben wir mit ihnen viel gebastelt und für sie genäht. Es ist so schön, etwas selber zu erschaffen», sagt Künstle, die nebenher als Controllerin arbeitet.

Nein, das sei nicht nur ein Hobby. «Die Idee ist, dass wir das richtig aufziehen. Unser Ziel ist, einmal ein Nähatelier mit An­gestellten zu betreiben, wo man uns besuchen kann», so Künstle weiter. Anfang Jahr gründeten sie ihre eigene Firma und erstellten die ersten Prototypen.

«Wir haben kistenweise Zeichnungen von unseren Kindern. Ich habe mit einer angefangen und gedacht, dass es einfach sei. Dem war aber nicht so. Da mussten wir schon üben, bis wir merkten, wie es am besten geht», berichtet d’Aujourd’hui. Ein Lernprozess, der sich an den Figuren zeigt. «Ein Tier zu nähen, ist etwas ganz anderes, als ein Kleid zu ­nähen. Das Umsetzen vom Zweidimensionalen auf das Drei­dimensionale ist eine Herausforderung, die uns aber grossen Spass macht», so Künstle.

Eine grosse Arbeit und viel Liebe

Etwa fünf Monate habe diese Tüftelphase gedauert, bis sie mit dem Resultat zufrieden waren. Dabei holten sie sich auch die Meinung von Kindern. «Ich habe einmal einem Nachbarskind ein paar Kizzis gezeigt. Sie sprach nicht so richtig darauf an. Daraufhin fragte ich sie, ob ich aus einer ihrer Zeichnungen eine ­Figur nähen solle. Als sie das Plüschtier in den Händen hielt, war sie ganz verzückt und gab es nicht mehr her. Wenn es das eigene ist, ist das etwas sehr Spezielles», stellt d’Aujourd’hui fest.

Nun ist die Zeit gekommen, so richtig loszulegen. «Ab September werden wir in einem Concept Store präsent sein, und Ende November sind wir am Kunsthandwerksmarkt im Quartierverein Bachletten, wo wir live nähen und hoffen, Aufträge für Weihnachten zu erhalten.» Dass diese Unikate ihren Preis haben, verwundert nicht. «Dahinter steckt eine grosse Arbeit und viel Liebe.»

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