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Wahr gewordene Glaceträume unter dem Kuppeldach

Der Basler Glacemarkt feiert Premiere. Der heisse Sommeranfang führt auf einen Schleck in die Alte Markthalle.

«Dream of Ice» aus Allschwil setzt auf natürliche und regionale Zutaten.
«Dream of Ice» aus Allschwil setzt auf natürliche und regionale Zutaten.
Lucia Hunziker

Wer sich auf Vanille, Erdbeere und Schokolade beschränkt, ist selber schuld. Denn die Welt der Glaces ist so umfangreich vielfältiger, dass nach Kräutern oder Balsamico längst nicht Schluss ist. Ja, selbst Gemüse taugt zum Gelato. Das bewies am Samstag die Markthalle, die im Rahmen ihrer monatlichen Spezialmärkte zum 1. Basler Glacemarkt lud.

Acht regionale Eisproduzenten hatten sich angekündigt, sechs waren es schliesslich. Unter ihnen Platzhirsch Gasparini oder der Gitziberghof mit seiner Demeter-Glace.

Den ersten Schleck gibt es aber bei Takoko, der Japanerin, die die Gelatokunst in Italien erlernte und in der Alten Markthalle die Eisdiele Eisuru betreibt. So schmeckt es denn auch: nach italienischer Glacekunst mit fernöstlichen Geschmacksnoten. Ihr aktueller Renner wäre eigentlich die Glace aus schwarzem Sesam, nur ist die leider gerade ausverkauft. Renner eben.

Also lässt Takoko einen durchprobieren, von Ricotta-Bitterorange über Schwarztee und Maracuja bis zu geröstetem Grüntee. Ins Kübelchen schaffen es schliesslich zwei Sorbets: Ananas-Basilikum und Apfel-Shiso. Letzteres ist eine japanische Minzart – der perfekt erfrischende Start in den Glacereigen bei Aussentemperaturen von knapp 30 Grad.

Zum Dahinschmelzen

Ob das Wetter nun ein Vor- oder Nachteil ist, will Organisatorin Ramona Malzacher nicht abwägen. Sie gibt sich zufrieden mit der Premiere und führt zu Gabriella. Gabriella Martin aus Oberwil ist Italienerin, mit einem Akzent, der nach Urlaub klingt, und einer Herzlichkeit, die einen ihr Gelato loben liesse, selbst wenn es ungeniessbar wäre.

Das ist es natürlich nicht, ganz im Gegenteil: Gabriella Gelato Artigianale ist zum Dahinschmelzen – und eine Leckerei fürs gute Gewissen. Denn der Ein-Frau-Betrieb verzichtet auf alles Künstliche, die Milch kommt vom Biohof, und was sie morgens produziert, verkauft sie nachmittags in ihrer kleinen Eisdiele. Vorbehalte gegenüber Standardeissorten haben hier übrigens keine Gültigkeit: Gabriellas Erdbeersorbet könnte fruchtiger nicht sein, und ihr Sorbetto al Cioccolata ist ein wahr gewordener Schokoladentraum.

Den Traum trägt Christian Burget sogar im Namen. Der gelernte Konditor ist Kopf der Allschwiler Glace-Manufaktur Dream of Ice. Auch er setzt auf natürliche Zutaten und pfeift auf Stabilisatoren, Emulgatoren, Konservatoren und Palmöl. Dafür: silofreie Milch, Regionalität und ein umfangreiches veganes Sortiment.

Burget macht auch den Gemüseglace-Traum wahr, allerdings nicht heute: Das Randen-Balsamico-Sorbet und das Peperoni-Ingwer-Salbei-Sorbet hat er nicht dabei. Gibt es halt Tonkabohnen- und Hanfglace sowie Zwetschgensorbet. Traumerfüllend sind auch sie, fraglos. Doch diese Gemüseglace geht einem nicht mehr aus dem Kopf. Vielleicht beim nächsten Basler Glacemarkt, der mit Bestimmtheit kommt. Daran lässt Ramona Malzacher keine Zweifel.

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