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Von der Brandruine zurück zur Beiz

Der Schwarze Bären soll wieder historischen Herbergscharakter erhalten.

Die Brandruine Rheinhof ist mit Gittern abgesperrt und mit luftigem Tuch abgedeckt.
Die Brandruine Rheinhof ist mit Gittern abgesperrt und mit luftigem Tuch abgedeckt.
Kostas Maros

Das Hotel Krafft, die Bar Consum und jetzt auch das Restaurant zum Schwarzen Bären: Die Basler Stiftung Edith Maryon hat gestern mitgeteilt, dass sie am Mittwoch den Kauf der Liegenschaft an der Rheingasse 17 unter Dach und Fach gebracht hat – jene Liegenschaft, die nach dem Dachstockbrand am 16. August nur noch eine Brandruine ist, wo immer noch ein Bagger Gebäudeteile aus dem verkohlten Innern hievt. «Wichtige Ziele sind für uns der Erhalt und die Wiederermöglichung einer vielfältigen Nutzung und die Stärkung des Boulevardcharakters der Rheingasse», hiess es gestern in einer Mitteilung der Stiftung.

Wie der Schwarze Bären in zwei bis drei Jahren aussehen wird, weiss heute noch niemand. Die Stiftung habe die Liegenschaft erworben, ohne den Zustand nach dem Brand analysiert zu haben, sagt Pressesprecher Ulrich Kriese. «Wir haben sozusagen die Katze im Sack gekauft.»

Der Spekulation entzogen

Wichtig sei der Stiftung, dass die Liegenschaft nicht zum Spielball von Spekulanten geworden sei und dass sie auch in Zukunft in das Konzept der Rheingasse passe, sagt Ulrich Kriese. Dies entspricht denn auch dem Stiftungszweck: Grund und Boden soll der Spekulation entzogen werden, und die Satzungen der Stiftung verbieten es, den Bären weiterzuverkaufen.

Ziel der Stiftung sei zudem, möglichst viel der alten Bausubstanz erhalten zu können, sagt Kriese weiter. Doch auch das ist vorerst noch Kaffeesatzlesen, denn noch kann niemand abschätzen, wie viel der alten Mauern dem Feuer zum Opfer gefallen ist. In den nächsten Wochen müsse der Zustand analysiert werden, und dann könne Schritt für Schritt die Zukunft geplant werden.

Ein wenig lässt sich Kriese dennoch in die Karten blicken. Die Rheingasse habe in den letzten Jahren eine erfreuliche Entwicklung durchgemacht, in diese Richtung wolle man auch mit dem Bären steuern. Das Gebäude ist riesig, ein in den letzten 100 Jahren aus drei Liegenschaften zusammengewachsenes Konglomerat, ähnlich dem Ackermannshof, der auch im Besitz der Stiftung ist. Entsprechend gross sind auch die Möglichkeiten, die sich für die Zukunft auftun.

Der traditionelle Herbergs­charakter solle erhalten bleiben, sagt Kriese. Heisst: Ob einfache Hotelzimmer eingerichtet werden, ist zwar sehr wahrscheinlich, aber zum heutigen Zeitpunkt nicht 100Prozent sicher; dassdie Möglichkeit gross ist, dass ­Cécile Grieder wieder mit ihrem Grenzwert einziehen kann; dass auch günstige Wohnungen geschaffen werden, ist realistisch. «Aus dem Bären wird bestimmt kein Bürogebäude, und auch Luxuswohnungen werden keine gebaut,» sagt Kriese.

Teil der Krafft-Gruppe?

Da die unmittelbar benachbarten Liegenschaften Krafft und Consum schon im Besitz der Stiftung sind, liegt es nahe, dass Krafft- und Consum-Betreiber Franz-Xaver Leonhardt auch den Schwarzen Bären unter seine Fittiche nehmen wird. Er ist auch für die Stiftung der Kronfavorit. Leonhardt sei die naheliegende Option, sagt Kriese, aber er sei nicht gesetzt. Man werde mit ihm reden, bleibe aber offen für andere Interessenten.

Dass Leonhardt Interesse am Bären hat, daraus hat er nie einen Hehl gemacht und sagt jetzt, es sei ein gutes Signal und ein Glücksfall für die Rheingasse, dass die Stiftung den Bären gekauft habe. Jetzt könne es vorwärtsgehen. «Im Moment geniessen wir die Good News.» Leonhardt glaubt aber nach wie vor, dass es die beste Lösung sei, wenn alle drei Betriebe in diesem Dreieck künftig in der gleichen Hand lägen, allein schon um Synergien zu nutzen. Und: «Bevor Ernst Krafft 1873 das Hotel am Rhein eröffnete, war er Wirt im Schwarzen Bären gewesen.»

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