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Viel Freude, aber auch Trauer im Basler Zolli

Im Basler Zolli sind drei neue Schimpansen zu bestaunen. Bei den Seelöwen zeigt derweil die neugeborene Kelsey ihre ersten Sprungversuche. Daneben betrauert man aber auch einen unerwarteten Tod.

gst

Kelsey heisst die jüngste Seelöwendame im Basler Zolli. Sie ist am 19. Juni geboren worden, verbrachte bisher aber die meiste Zeit im Stall. Erst seit kurzem ist Kelsey draussen zu sehen. Jetzt hat sie das Wasser für sich entdeckt und übt fleissig an ihrer Sprungkraft. Doch an ihren Papa kommt sie natürlich noch lange nicht heran. Sobald es hektischer wird, verschwindet sie und überlässt ihm die Show.

Das tägliche Training mit den Seelöwen diene dazu, die Muskeln der Tiere zu trainieren. Aber die Tiere lernen auch, sich an Menschen gewöhnen, sagt Kuratorin Friederike von Houwald. Beim Training kann der Tierpfleger auch gleich Mundhöhlen, Ohren und Augen der Seelöwen kontrollieren. Von dem Vertrauen profitieren auch die Tierärzte. «Im besten Fall können die Tierärzte gar auf eine Narkose verzichten, wenn sie ein Tier untersuchen müssen.», erklärt die Kuratorin.

Besonders Uranus, der Vater von Kelsey, hat Freude an der Zusammenarbeit. Mit seinen rund 250kg watschelt und springt er freudig herum und balanciert im Training Bälle auf der Nase. Dies wurde ihm beigebracht, weil Zoobesucher immer wieder Gegenstände wie beispielsweise PET-Flaschen ins Becken werfen. Er trägt diese jeweils auf seiner Nasenspitze raus und reinigt so das Becken.

Unerwarteter Tod

Derweil hat die Schimpansenfamilie Zuwachs aus Deutschland erhalten. Zwei Weibchen aus Leipzig und ein Männchen aus Osnabrück sollen für neues Blut sorgen. Eines der beiden Weibchen, die der Zolli im Gegenzug an andere Zoos abgegeben hat, ist dagegen verstorben. Beim betroffenen Schimpansenweibchen handelt es sich um die elfjährige Zamana, wie Zoo-Direktor Olivier Pagan am Mittwoch vor den Medien sagte.

Zamana war vor einer Woche in den Zoo Osnabrück gebracht worden und starb dort am Montag. Aufschluss über die Todesursache soll eine Obduktion geben. Als Zamana am 4. September auf die Reise nach Deutschland geschickt wurde, sei sie noch gesund gewesen, sagte Pagan weiter. Die zwanzig Jahre alte Quamisha, die vergangene Woche dem Zoo Leipzig übergeben wurde, sei dagegen wohlauf. Beide Weibchen waren in Basel geboren worden.

Eine überraschende Männerfreundschaft

Erstmals seit dreissig Jahren übernimmt der Zoo Basel wieder Schimpansen von aussen. Damit soll verhindert werden, dass die ganze nun auf zehn Tiere angewachsene Gruppe aus Verwandten besteht. Die Integration neuer Tiere in eine Schimpansenfamilie ist laut Kurator Adrian Baumeyer eine grosse Herausforderung. Überraschend weit ist man dabei mit dem neuen Männchen. Obwohl erst vergangenen Donnerstag in Basel angekommen, wird der zehnjährige Kume bereits mit der ganzen Gruppe zusammen gelassen, derweil die beiden zwanzig Jahre alten Weibchen Fifi und Gertruida aus Leipzig noch unter sich sind.

Besonders grosse Sympathie geniesst Kume beim greisen Eros. Der 51-jährige Schimpanse nimmt den übermütigen Jungspund immer wieder in Schutz, wenn ihm die Weibchen zu nahe kommen. «Die beiden Männer kommen sehr, sehr gut miteinander aus», stellt Kurator Baumeyer fest. Selbstverständlich sei dies nicht, sondern vielmehr überraschend: Denn in der Natur können sich Männchen aus verschiedenen Clans dermassen in die Haare geraten, dass schon mal eines von ihnen sein Leben lassen muss.

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