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Verunglimpfte Pfarrerin zieht sich zurück

Die ständigen Anfeindungen gegen ihre Person sind der evangelischen Seelsorgerin zu viel geworden. Sie verlässt im Sommer die Kanzel.

Opfer von Kesseltreiben: Pfarrerin Christine Dietrich gibt ihre Aufgabe im Kleinbasel auf.
Opfer von Kesseltreiben: Pfarrerin Christine Dietrich gibt ihre Aufgabe im Kleinbasel auf.

Seit ihrer Wahl in den Kirchenrat sei es um Pfarrerin Christine Dietrich nie mehr ruhig geworden, heisst es in einer Mitteilung der Evangelischen Kirche Basel-Stadt vom Dienstag. Die Auseinandersetzungen um ihre Person habe ihre Arbeit als Gemeindepfarrerin zunehmend beeinträchtigt. Mit anderen Worten: Die ständigen Anfeindungen gegen ihre Person wurden ihr zuviel und belasteten sie – deshalb zieht sie jetzt die Notbremse. «Die Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt und Christine Dietrich sind jetzt zum Schluss gekommen, dass unter diesen Umständen eine Weiterführung des Gemeindepfarramts keinen Sinn mehr macht», heisst es.

Dietrich wird ihre Arbeit als Gemeindepfarrerin per Ende Juni 2020 aufgeben und danach der Kirche für kantonalkirchliche Aufgaben zur Verfügung stehen. Zudem werde Dietrich ihren Sitz im Kirchenrat auf die Herbstsynode 2020 hin zur Verfügung stellen. «Wir bedauern diese Entwicklung», sagt Kirchenratspräsident Lukas Kundert. «Wir hoffen, dass mit dem Rückzug von Pfarrerin Christine Dietrich wieder Frieden einkehrt in der Kirche.»

Noch vergangenen November hatte es Dietrich abgelehnt zurückzutreten, offenbar ist der Druck nun zu gross geworden.

Opfer von internen Kritikern

Die Pfarrerin löste in der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt eine hitzige Diskussion aus, weil sie sich vor Jahren in einem ehemals linksorientierten Blog, der später dann von Rechtsnationalisten übernommen wurde, aus Sicht der Menschenrechte pointiert zum Islam und seinen Problemen mit den Frauenrechten sowie der Homophobie geäussert hatte. In einem Kesseltreiben mit mehreren Artikeln warf ihr die «Basellandschaftliche Zeitung» dann Nähe zum Rechtsextremismus und Hetze gegen Andersgläubige vor. Die Vorwürfe waren nicht neu. Die Staatsanwaltschaft im Kanton Bern hatte sie vor acht Jahren bereits einmal untersucht und ist zum Schluss gekommen, dass nichts dran ist.

Der evangelischen Kirche nahe stehende Journalisten und die Synodalen von Basel wollten diese alten Aussagen aber nicht vergessen und zettelten einen neuen Streit an, der die Synode in zwei Lager spaltete. Die eine Seite wollte Dietrich weghaben. Die andere Seite würdigte ihre Arbeit und sah kein Problem mit ihrem Amt.

Die Pfarrerin hatte gegen einen Journalisten der «Basellandschaftlichen Zeitung» rechtliche Schritte eingeleitet. Wegen des Medienartikels «In der Kirche ist die Hölle los: Skandal um Basler Pfarrerin geht weiter» fühlt sich die Pfarrerin in ihrer Würde und Ehre verletzt.

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