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Centralbahnplatz – das Chaos beginnt

Am Montag starten die Bauarbeiten am Bahnhof. Bereits bei den Vorbereitungen am Donnerstag staute sich der Verkehr.

Pendlerströme: In der ersten Bauphase der Gleiserneuerung auf dem Centralbahnplatz ist die Markthalle ein wichtiger Knoten/Umsteigepunkt.
Pendlerströme: In der ersten Bauphase der Gleiserneuerung auf dem Centralbahnplatz ist die Markthalle ein wichtiger Knoten/Umsteigepunkt.
Kostas Maros

Kurz vor neun Uhr vormittags. Brausebad. Der Verkehrs fliesst nur stockend in Richtung Paulus-Kirche, Viaduktbrücke, Bahnhof SBB. Der Bus der Linie 50, der die Menschen vom Flughafen zum Bahnhof bringen soll, kommt nur langsam vorwärts. Die Anzeigetafel am Brausebad zeigt keine Minuten mehr an – man hat es anscheinend aufgegeben, die möglichen Ankunftszeiten einzublenden. Wenige Autos hinter dem 50er-Bus wartet schon der nächste. Weiter hinten, Richtung Kannenfeldplatz, sieht man bereits wieder einen Bus im Stau stecken. Mit der Tramlinie 1 gehts Richtung Bahnhof. Doch: Endstation Markthalle.

Dort kommt der Individualverkehr komplett zum Erliegen. Alles steht. Verkehrskadetten versuchen zu regulieren. Einer hat bereits frühmorgens seine Contenance verloren und weist eine Frau, die die Strasse überqueren will, brüllend zurück aufs Trottoir. Sie sei noch nicht an der Reihe. Doch der Fahrer, der vor dem Fussgängerstreifen hält, weiss selbst nicht, dass er aufs Pedal treten darf. Der Kadett läuft zum Fenster bei der Fahrertür: «Du kannst fahren!»

Am Bahnhof sind drei Tramperrons auf der linken Seite (Blick Richtung Aeschenplatz) gesperrt. Die Bauphase Eins zur Erneuerung der Gleise und Haltestellen am Centralbahnplatz hat begonnen. Kein BVB-Tram fährt mehr so, wie es vorher gefahren ist. Der 1er fährt nun zum MParc und zurück. Der 8er fährt gar nicht mehr über den Bahnhofplatz. Der 2er ist neu kein Tram mehr, sondern ein Bus. Obwohl am Centralbahnplatz keine Autos verkehren dürfen, hat die Baustelle Auswirkungen auf den Individualverkehr der ganzen Stadt. Der Rückstau geht bis zum Aeschenplatz, entlang der Dufourstrasse bis zum Wettsteinplatz.

Das Baudepartement (BVD) begründet dies so: «Aufgrund des Starts der Umleitungen kam es fast auf dem ganzen Netz der BVB zu teilweise grösseren Verspätungen, sowohl im Tram- als auch im Busverkehr. In der ersten Bauphase der Gleiserneuerung auf dem Centralbahnplatz ist die Markthalle ein wichtiger Knoten- und Umsteigepunkt. Da sich dort nun viel mehr Fahrgäste bewegen als sonst, kommt es an der Kreuzung unweigerlich zu längeren Wartezeiten für den Verkehr.»

Damit muss während der ganzen ersten Bauphase bis zum bis 12. Mai 2019 gerechnet werden. Die Verkehrsbetriebe bitten die Fahrgäste deshalb, mehr Reisezeit einzuplanen.

Eine neue Dynamik

Ein Augenschein am frühen Nachmittag. Die Lage hat sich ein wenig beruhigt. Die Hälfte des Centralbahnplatzes ist nun umzäunt – bereit für den Bau. Noch ist der abgesperrte Teil leer. Es sind keine Maschinen aufgefahren. Keine Bauarbeiter am Werk und auch der bekannte Teer-Geruch fehlt. BVD und BVB sprechen von «Vorbereitungen». Konkret heisst das: «Mit Vorbereitung ist das Stellen der Baustellenzäune und das Einrichten des Lagerplatzes für Baumaterial und Maschinen in der Heumattstrasse gemeint», so Daniel Hofer vom BVD.

Am späteren Nachmittag erhielt das BVD dann auch die notwendige Baubewilligung vom Bundesamt für Verkehr. Nun dürfen die Maschinen offiziell auffahren. Am Montag soll es losgehen, wie die Behörde in einer Medienmitteilung ankündigt.

Es wird Abend. Die Leute wollen von der Arbeit nach Hause. Doch nicht nur auf der Strasse gibt es Stau. Von der Markthalle her – die nun neu die Aufgabe des Bahnhofplatzes übernimmt – strömen die Leute in Richtung der 50er-Haltestelle und umgekehrt laufen die Passanten zum Neo-Verkehrsknotenpunkt Markthalle. War es am Morgen noch ein verwirrtes Gewusel, hat nun alles einigermassen geordnete Bahnen angenommen. Die Stadt hat eine komplett neue Verkehrsdynamik erhalten. Erstmals wird sichtlich erkennbar, wie wichtig der Centralbahnplatz ist. Doch mit den Menschenmassen verhält es sich wie mit einer Ameisenstrasse, der man ein Hindernis in den Weg legt: Am Anfang herrscht Verwirrung – bis die Ameisen dann alternative Routen finden. Die erste Bauphase dauert bis zum 12. Mai. Am 20. Mai beginnt dann die zweite Bauphase.

So fahren neuerdings die Trams und Busse der BVB.
So fahren neuerdings die Trams und Busse der BVB.

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