«Über die Heimat etwas sagen»

Die Diversität ist ein Reichtum dieses Landes, sagt SVP-Nationalrat Sebastian Frehner.

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Was ist Heimat und was für eine Bedeutung hat sie für uns? Wenn ich richtig gerechnet habe, dann ist die Schweiz heute 728 Jahre alt und deshalb lassen wir heute unser Land hochleben. Interessant ist aber, dass fast alle Schweizer Gemeinden für sich feiern. Es gibt ja nicht einfach ein grosses nationales Fest in Bern und das schauen sich alle am Fernsehen an. Wir feiern heute also auch unsere Heimatgemeinde Riehen. Das hat ja auch etwas von Abgrenzung, man will nicht zusammen mit den Bettingern oder Baslern feiern.

Und das ist es irgendwie, was die Schweiz ausmacht. Die meisten von uns sind froh oder sogar stolz, Schweizer zu sein, aber oft bleibt man doch lieber im Kleinen. Diese Kleinräumigkeit und der Lokalpatriotismus, wie man ihn wohl kaum in einem Land feststellen kann, sind typisch für unser Land. Es ist einerseits ein Ausdruck der Liebe zur Heimat, aber auch ein Zeichen der Abgrenzung zum Anderen. Das merkt man auch an der Sprache. In Russland sprechen Leute über Tausende von Kilometern hinweg fast gleich. Lokale Dialekte gibt es nur beschränkt. Wir Riehemer hören aber der Sprache an, wenn jemand aus Liestal kommt.

Und weil alles so kleinräumig ist und die Leute so eng beieinander sind, sind die Bewohnerinnen und Bewohner auch am Wohlergehen der anderen interessiert.

Hinzu kommt, dass sich die Staatsangestellten sehr bürgerfreundlich verhalten und nicht von oben herab agieren. In einer Grossstadt, wo alles anonymer ist, könnten die Beamten versucht sein, ihre Macht auszunützen. Weil sich aber alle kennen, geht das gar nicht. Es würde sich sofort herumsprechen, wenn jemand staatliche Autorität falsch einsetzt.

Einfach ausgedrückt sind diese Beispiele ja alle Ausdruck des in der Schweiz gelebten Föderalismus im positivsten Sinn: Was man im Kleinen machen kann, muss man nicht auf einer höheren Stufe tun. Je näher jene, die entscheiden, an der Sache sind, desto besser. Je weiter weg der Staat von den Menschen ist, desto unpassender die gefällten Massnahmen.

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