Uber baut in Basel aus

Der alternative Fahrdienst eröffnet eine neue Geschäftsstelle. Die Taxifahrer in der Stadt sind noch nicht beunruhigt, beobachten aber die Situation.

Noch nicht beunruhihgt: Die Basler Taxifahrer fühlen sich durch Uber nicht bedroht.

Noch nicht beunruhihgt: Die Basler Taxifahrer fühlen sich durch Uber nicht bedroht.

(Bild: Lea Hepp)

Uber mag andernorts in die Kritik kommen: In Basel läuft es für das alternative Taxi-Unternehmen bestens. «Uber ist in Basel erstaunlich gut angelaufen», sagt der General Manager für die Deutschschweiz, Rasoul Jalali erfreut. «Wir legen jede Woche zu, das ist eine ganz tolle Entwicklung.»

Zwar habe man in Basel noch nicht die Zahlen erreicht, die Zürich aufweisen kann, aber hier sei Uber auch noch nicht so lange präsent, wie in der Limmatstadt. «Das Wachstum an sich ist in Basel aber viel grösser als in Zürich». Um die hohe Nachfrage der Basler nach Uber zu befriedigen, baut das Unternehmen aus. Soeben wurde ein neues Büro eröffnet. Auch bei den Angestellten wird aufgestockt: Einen neuen Operations Manager hat Uber bereits eingestellt, ein Marketing Manager für Basel wird noch gesucht.

«In Basel sind bereits mehrere Dutzend Fahrer unterwegs», sagt Jalali. Unter der Woche reiche das meist aus, am Wochenende dagegen könne mit dieser Anzahl Fahrer die Nachfrage nicht befriedigt werden – aber man arbeite daran. Während der Kunstmesse Art war Uber praktisch immer komplett ausgebucht – «gerade für das internationale Publikum ist es natürlich sehr toll, dass es in Basel – wie in der Heimat – auf Uber zurückgreifen können.»

Fahrer dringend gesucht

Obwohl es sich beim aktuellen Service Uber Pop um ein privates Angebot handelt, finden sich auch mehrere professionelle Fahrer darunter, sogar solche, die normalerweise Taxi fahren. Viele hätten zwar die entsprechende Ausbildung absolviert, würden aber längst auf einem anderen Job arbeiten. Mit Uber zu fahren, sei für sie kein Nebeneinkommen, sondern ein Zustupf an die Kosten ihres Autos, sagt Jalali.

«Wir vermarkten ein privates Angebot, darum ist der Anreiz für professionelle Taxifahrer kleiner», so Jalali. Die Konkurrenz könnte dann grösser werden, wenn Uber nebst dem aktuellen Produkt, Uber Pop, auch noch den professionellen Fahrdienst Uber X anbietet. Etwas, was man sich bei all den Auf­stockungen und Neuerungen gut vorstellen könnte.

Keine Angst vor der Konkurrenz

Die Basler Taxifahrer reagieren gelassen – noch ist Uber keine Konkurrenz für sie: «Wir haben bei uns keinen Fahrtenrückgang bemerkt», sagt Kurt Schaufelberger von der Basler Taxizentrale. Ob das so bleibt? Er zuckt mit den Schultern. Niemand wisse, wie der Markt sich entwickle. «Wir beobachten die Situation – oft gibt es aber kaum Angebote von Uber», sagt Schaufelberger. Sollte Uber nun aber professioneller werden, sähe die Konkurrenzsituation anders aus.

Besonders für junge Fahrgäste ist Uber besonders praktisch. Der Service funktioniert nur über das Smartphone – Anrufen, um zu bestellen, war gestern. Auf dem iPhone oder dem Android wird die Uber-App installiert und die Kreditkartennummer gespeichert. So braucht man für das Taxi kein Portemonnaie dabei zu haben: Die gebuchten Fahrten werden automatisch der Kreditkartenrechnung hinzugefügt.

Frei vom Taxigesetz

Auf dem Handy lässt sich ablesen, welche Fahrer in der Nähe sind, wie lange es dauert, bis sie den eigenen Standort erreicht haben und wie rasch sie einen ans Ziel fahren können. Dazu leuchtet auch der Preis auf. Stimmen Zeit und Preis für den Kunden überein, kann er das alternative Taxi bestellen. Dabei gibt es drei verschiedene Modelle:

Aktuell bietet Basel nur Uber Pop an. Ein nicht kommerzielles Modell, bei dem die Fahrten mit Uber für die Fahrer eher als Zustupf an ihre laufenden Fahrkosten gesehen werden, und weniger als Neben- oder gar Volleinkunft. Dadurch ist Uber Pop auch eine kleinere Konkurrenz für die Taxibranche und unterliegt nicht dem Taxigesetz.

Mit der Limousine

Uber X hingegen ist ein kommerzieller Service mit professionellen Fahrern, die durch ihre Fahrdienste Geld verdienen wollen. Damit könnte dieses in Basel noch nicht eingeführte Modell eine direkte Konkurrenz für die Taxibranche bedeuten.

Uber Black ist die Luxusvariante. Hierbei handelt es sich nicht um einen Fahrdienst an sich, sondern um einen Limousinen-Service. Meist sind es professionelle Limousinen-Unternehmen, die ihre ansonsten ruhende Flotte mit Uber bewegen. «Wenn man günstiger fährt, generiert das mehr Fahrten, wodurch die Unternehmen oder die einzelnen Fahrer, wieder mehr Einnahmen generieren», erklärt Jalali. Die Fahrer entfernen dann die Zeichen ihres Unternehmens und fahren, quasi inkognito, für die Uber-Nutzer.

Basler Zeitung

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