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Swatch Group verlässt die Baselworld

Nick Hayek kommt nicht mehr an die Baselworld. Die Uhrenmesse sei «nicht mehr sinnvoll», sagt er.

Auf dem Absprung. Nick Hayek kehrt der Baselworld den Rücken und kritisiert die Messeleitung scharf.
Auf dem Absprung. Nick Hayek kehrt der Baselworld den Rücken und kritisiert die Messeleitung scharf.
Keystone

Die schlechten News rund um den Messestandort Basel reissen nicht ab. Nach dem Muba-Aus folgt jetzt ein weiterer, herber Schlag für die Baselworld. Wie die NZZ am Sonntag gestern publik machte, wird die Swatch Group künftig nicht mehr als Aussteller an der Basler Uhren- und Schmuckmesse teilnehmen. Während Jahren trat der Konzern in den Basler Messehallen jeweils mit mehreren seiner Marken auf.

Ab 2019 ist damit Schluss. Diesen Entschluss begründet Hayek im Artikel unter anderem damit, dass alles transparenter, schnelllebiger und spontaner geworden sei. Die traditionellen jährlichen Uhrenmessen seien daher für die Swatch Group «nicht mehr sinnvoll».

Er hält sich aber auch nicht mit Kritik an der Leitung der Baselworld und der MCH Group zurück. Etwa, was das neue Konzept der Baselworld angeht. Da sei man vor ein «Fait accompli» gestellt worden. Die neue Konzeption sei in die Welt hinausgeschickt worden – ohne Wissen der Hauptakteure der Baselworld, ohne Diskussion oder kritische inhaltliche Auseinandersetzung mit den Ausstellern, bemängelt Hayek und fährt fort: Das Unternehmen MCH Group beschäftige sich zu sehr mit der Optimierung und Amortisierung seines neuen Gebäudes, statt den Mut zu echten Fortschritten und tief greifenden Veränderungen aufzubringen. Die Swatch Group sei nicht dazu da, eine teure Halle von Herzog & de Meuron zu amortisieren.

«Standbetreiber schlecht behandelt»

Hayek steht mit seiner Kritik nicht alleine da. Vertreter anderer Marken beschweren sich ebenfalls über mangelnde Mitsprache beim neuen Konzept. Immer wieder waren bereits in der Vergangenheit kritische Stimmen laut geworden. Es ging um «Arroganz gegenüber den Ausstellern» und die Preisgestaltung. Sowohl für Aussteller als auch für Besucher sei die Baselworld zu teuer. Marcel Weder, Redaktor der Fachzeitschrift Gold’Or für die Schmuck- und Uhrenbranche, sagte im November zur BaZ: «Die Messe hat die Standbetreiber jahrelang ausgepresst und schlecht behandelt. Das wirkt sich nun eben aus.»

Fragebogen für Aussteller

Ging es damals um eher kleinere Fische, verliert die Baselworld mit der Swatch Group einen äusserst wichtigen Player. Einen, den Christoph Brutschin, Regierungsrat und Vize-Verwaltungsratspräsident der MCH Group, unbedingt halten wollte, wie er wiederholt betonte. Offenbar waren Brutschin und Verwaltungsratspräsident Ulrich Vischer im Mai extra noch für eine Besprechung bei Hayek in Biel. Scheinbar ohne den gewünschten Erfolg.

Michel Loris-Melikoff ist neuer Chef der Baselworld. Er verteidigt gegenüber der NZZ am Sonntag die Vorgehensweise bei der Einführung des neuen Konzepts. Bereits im Mai habe man die Ideensammlung Vertretern von Schweizer Ausstellern präsentiert. Loris-Melikoff verweist ausserdem auf den Zeitdruck in Bezug auf die Baselworld 2019 und kündigt an, dass die wesentlichen Neuerungen für 2020 vorgesehen seien. In diesem Zusammenhang sollen die Aussteller dann auch mittels Fragebogen ihre Bedürfnisse äussern können.

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