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Suppe aus Abfall – geliefert vom Velokurier

Bei der erstmaligen Ausgabe des Climathons wurden viele klimafreundliche Projekte vorgeschlagen. Einige werden nun unter anderem vom Amt für Umwelt und Verkehr weiterverfolgt.

Benjamin Wirth
Eines der Gewinnerteams beim ersten Climathon in Basel: Souper-Bowl mit Michel Thüring (Mitte).
Eines der Gewinnerteams beim ersten Climathon in Basel: Souper-Bowl mit Michel Thüring (Mitte).
Impact Hub Basel

Die erstmalige Durchführung des Climathons in Basel ist vorbei. «Wir sind sehr zufrieden», sagt Larissa Rihm, Medienverantwortliche von Impact Hub Basel und eine der Organisatorinnen. Mit den geringen finanziellen Möglichkeiten, die ihnen zur Verfügung gestanden seien, sei der Event perfekt gewesen.

Um die vierzig Personen waren am 25. und 26. Oktober damit beschäftigt, 24 Stunden lang aktuelle Fragen rund um den Klimawandel zu besprechen und zu klären. 2019 drehten sich die Themen um den Veloverkehr in Basel-Stadt, Ernährung und erneuerbare Energie. Schliesslich wurde in jeder Kategorie die beste Lösung von einer Jury geehrt.

Bis in die Nacht gearbeitet

Einige Teilnehmer kamen schon mit fertigen Business-Ideen an, andere standen mit ihren Gedanken noch ganz am Anfang. Man konnte seine eigenen Vorschläge mitbringen oder sich von anderen inspirieren lassen. Larissa Rihm sagt, dass alle Anwesenden involviert gewesen seien. «Von unserer Seite aus musste man niemanden motivieren.»

Michel Thüring, einer der­ ­Gewinner, hatte im Vorfeld keine allzu grossen Erwartungen. Unter dem Slogan «Save Food» will er eine Suppe herstellen, die zum einen aus noch essbaren ­Lebensmittelabfällen besteht. Zum anderen soll sie per Fahrrad an bestimmte Orte transportiert werden. Besser vorstellbar ist dieser Gedanke als Suppentopf auf dem Velo.

«Die Idee schwirrt schon seit mehreren Jahren in meinem Kopf herum», sagt Thüring. Jedoch sei er weder Gastronom noch Logistiker. Durch den Climathon habe er nun aber mögliche Partner gefunden, die er für die Weiterführung seiner Vision brauche. «Unter dem Namen Souper-Bowl soll die Idee wachsen», sagt Thüring euphorisch, aber auch ein wenig müde. Viel geschlafen hat er während dem Climathon nicht. Jedoch haben nicht alle Teilnehmer bis tief in die Nacht gearbeitet. Viele schliefen auch zu Hause.

«Basel ist auf dem Velo»

Andere waren mit ihren Vorschlägen schon weiter. Der junge Michael May kam extra aus Schottland und ist schon Inhaber einer Firma namens Lyfa. Das Unternehmen ist ein Online-­Lebensmittelgeschäft und Lieferservice für plastikfrei verpackte Lebensmittel. Lyfa soll den Markt in Basel erobern. Dazu brauchte May die Unterstützung von Deutschsprechenden, die seine Ideen für die Schweiz zugänglich machen würden.

«Basel ist auf dem Velo», sagt der Schüler und Mitentwickler des Programms «Green New Bike Deal», Philippe Kramer. Obwohl viele Bürger schon mit dem Fahrrad unterwegs seien, soll die Basler Bevölkerung weiter vermehrt mit dem Velo unterwegs sein. So viele Menschen brauchten das Fahrrad, das müsse auch belohnt werden, sagt Kramer. Unter anderem sollen werdende Eltern einen Kinderanhänger erhalten. Oder langjährige Fahrradfahrer sollen vom Kanton mit einer kleinen Entschädigung, beispielsweise Theatertickets, belohnt werden. Abschliessend fügt Kramer hinzu: «In Zukunft soll es einfacher sein, umweltfreundlich statt umweltschädlich zu leben.» Ob dieses Ziel in dem 24-Stunden-Climathon umgesetzt wurde, bleibt abzuwarten.

Vorschläge werden geprüft

Es sei enorm professionell gearbeitet worden, sagt Stefan Kuruc, ebenfalls Mitbegründer vom Veloprogramm «Green New Bike Deal». Dennoch sei auch der soziale Aspekt nicht zu kurz gekommen. «Schon verrückt, wir kannten uns kaum, aber alle haben so toll zusammengearbeitet.» Jeder habe eine andere Vorstellung gehabt. Dies sei auch eine der grössten Herausforderungen gewesen, erzählt Kuruc.

Matthias Nabholz, Amtsleiter für Umwelt und Energie, sagt, dass er alle Vorschläge prüfen werde. Nun werden die besten Lösungen vom Kanton Basel-Stadt tatsächlich weiterverfolgt. In gemeinsamen Gesprächen sollen die Ideen diskutiert und im besten Fall realisiert werden. Ausserdem haben die Gewinner die Möglichkeit, ihre Endprodukte bei einem globalen Treffen in Paris vorzustellen.

Impact Hub Basel und all die anderen Sponsoren hätten alles hervorragend vorbereitet, sagen die Teilnehmer. Darum habe man gar nicht gemerkt, dass der Climathon das erste Mal in Basel stattgefunden habe. Viele sind deswegen auch einfach nur dankbar. «Im normalen Alltag denkt man nur kurz an eine solche Idee, hier bekam man die Möglichkeit, sie umzusetzen», sagen die Beteiligten. Alleine, dass man gefragt werde, sei es wert.

Auch in Zukunft soll der Climathon in Basel stattfinden. «Das Interesse für zukünftige Veranstaltungen in Basel ist ­vorhanden», sagt Larissa Rihm. Jedoch wolle man dann noch grösser planen als dieses Jahr.

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