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Streicht Maturanden die Flüge!

In Basel nehmen die meisten Klassen das Flugzeug für die Maturareise. Conradin Cramer soll ein Zeichen setzen.

Martin Regenass
Schüler fordern strengere CO?-Gesetze und wollen den Klimanotstand ausrufen. Dabei sollten sie zuerst einmal ihre Schulkollegen sensibilisieren und weniger fliegen.
Schüler fordern strengere CO?-Gesetze und wollen den Klimanotstand ausrufen. Dabei sollten sie zuerst einmal ihre Schulkollegen sensibilisieren und weniger fliegen.
Reuters

Mit Demonstrationen versuchen Schüler seit Wochen die Gesellschaft für den Umweltschutz zu mobilisieren. Sie fordern strengere CO?-Gesetze und wollen den Klimanotstand ausrufen. Dabei sollten sie zuerst einmal ihre Schulkollegen sensibilisieren. In Basel-Stadt flogen im Jahr 2018 insgesamt 25 von 30 Gymnasialklassen für ihre Maturreise mit dem Flugzeug nach Barcelona, Prag oder Rom. Mit diesem Verhalten helfen die Schüler, Aerosole, Stickoxide oder CO? direkt in die Atmosphäre zu feuern. Dort bauen sich die Substanzen langsamer ab als in Bodennähe und leisten dem Treibhauseffekt schneller Vorschub. Im Gegenzug kaufen die Klassen dann sogenannte Klimazertifikate. Mit dieser Art des modernen Ablasshandels waschen sie sich ihr Klima-Gewissen wieder rein.

Als unsere Klasse an der Kantonsschule Zofingen 1998 nach Texel in Holland wollte, und wir den Geografielehrer fragten, ob wir den Flieger nehmen dürfen, sagte er: «Nein, aus Gründen des Umweltschutzes nehmen wir den Zug.»

Beim Thema Fliegen ist die Praxis an Basler Schulen sehr lasch. Vor allem wenn man bedenkt, dass das Basler Energiegesetz Hauseigentümern aus Umweltschutzgründen sogar den Einbau einer Gasheizung verbietet. Es ist Zeit, dass Erziehungsdirektor Conradin Cramer durchgreift und den regen Flugbewegungen seiner Schülerschaft einen Riegel schiebt.

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