Stellenabbau am Basler Felix Platter Spital vor Neubau-Bezug

Künftig werden im Felix Platter Spital einige Funktionen «nicht mehr benötigt.» 20 Angestellte machen den Umzug in den Neubau nicht mit.

Am 1. April wird das Spital-Grossprojekt im Nordteil des grossen Spitalareals an der Burgfelderstrasse eingeweiht.

Am 1. April wird das Spital-Grossprojekt im Nordteil des grossen Spitalareals an der Burgfelderstrasse eingeweiht.

(Bild: Nicole Pont)

Den Umzug des Basler Felix Platter-Spitals für Universitäre Altersmedizin vom Alt- in den Neubau, der seit Anfang Dezember läuft, machen nicht alle mit: Mit den neuen Leistungsauftrag des Kantons werden 17 Vollzeitstellen gestrichen, was 20 Angestellte trifft.

Am 1. April wird das Spital-Grossprojekt im Nordteil des grossen Spitalareals an der Burgfelderstrasse eingeweiht. Der Neubau des per 2012 aus der Kantonsverwaltung ausgegliederten Felix Platter-Spitals (FPS) vereint alle Räumlichkeiten für die ambulanten und stationären Bereiche sowie für Lehre und Forschung unter einem Dach.

Bei der Umzugsplanung wurden laut einer Mitteilung der Spitalleitung «Betriebskonzepte sowie Aufgaben und Abläufe in Pflege, Betrieb und Verwaltung teilweise neu definiert»; einige Funktionen würden künftig «nicht mehr benötigt». Abgebaut würden gut zwei Prozent der Belegschaft von insgesamt 818 Angestellten, sagte eine FPS-Sprecherin am Donnerstag.

Angebotsbereinigung

Konkret betroffen ist unter anderem die Aktivierungstherapie, die im Neubau nicht mehr angeboten werde. Mit dem künftigen Fokus auf Physio- und Ergotherapie könne das FPS Aktivierungstherapeutinnen und -therapeuten «keine Stellen mehr anbieten», hiess es weiter. Auch liefen für den Neubau temporär geschaffene Stellen aus.

Gemäss der Sprecherin endete der kantonale Leistungsauftrag für die Langzeitpflege auf 31. Dezember 2018, mit dem Ziel, dass diese nicht in einem Spital erfolgen wird. Laut der Mitteilung waren die betroffenen Angestellten vor der internen und externen Kommunikation informiert worden.

Die Sozialpartner seien einbezogen worden, hiess es weiter. Neben Entschädigungen gemäss Gesamtarbeitsvertrag sehe ein Sozialplan weitere Massnahmen vor.

Überbrückungsbedarf gesunken

Das kantonale Gesundheitsdepartement (GD) präzisierte auf Anfrage, dass das Felix Platter-Spital keine Gemeinwirtschaftlichen Leistungen mehr erhält für so genannte Wartepatienten, die nicht mehr spitalbedürftig sind, aber die Zeit zwischen Spitalaufenthalt und einer anderen Wohnform, meist Pflegeheim, überbrücken müssen. Laut GD hat die Zahl dieser Patientinnen und Patienten stark abgenommen. Es sei vereinbart worden, dass das Spital diese wenigen Patienten in Pflegeheime übertreten lassen könne. Anders als früher seien nun seit längerem genug Pflegeheimplätze vorhanden.

Integriert in den vierstöckigen FPS-Neubau, für den der Wettbewerb 2012 ausgeschrieben worden war, werden auch die Tagesklinik, das Basler Mobility Center und die Memory Clinic; als Novum kommt zudem eine Arztpraxis hinzu. Das neue FPS wird zum landesweit grössten Zentrum für universitäre Altersmedizin und Rehabilitation.

Bettenabbau

Die Zahl der Betten wird im neuen Spital gegenüber bisher um 50 auf 280 reduziert. Maximal böte der Neubau Platz für 307 Betten. Die Projektkosten sind auf 200 Millionen Franken veranschlagt. Der Hauptbau von 1967 soll stehen bleiben und zum Wohnhaus umgebaut werden; daneben entstehen neue Wohnbauten im Baurecht.

Mit dem Bezug des Neubaus übernimmt das FPS übrigens die Reha Chrischona des Bürgerspitals Basel mit bisher 77 Betten. Die dafür bereitgestellten 40 neuen Betten sind in der FPS-Gesamtzahl von 280 enthalten. Für diese 2016 beschlossene Übernahme war eigens ein technisch vorbereitetes viertes Stockwerk im FPS gebaut worden.

FPS Geschichte geht zurück ins 1890; damals wurde ein Vorläufer zur Entlastung des überquellenden Bürgerspitals gebaut. Der Name Felix Platter-Spital wird seit 1956 verwendet. Zwischenzeitlich hatte das Haus verschiedene Nutzer; während der beiden Weltkriege etwa wurde es als Militärmagazin und als Soldatenunterkunft verwendet.

Mehr Baselbieter im FPS

Auslöser des Neubaus, dessen Grundstein im Oktober 2015 gelegt worden war, ist das Scheitern eines gemeinsamen Geriatriespitals beider Basel mit 300 Betten beim Basler Bethesda-Spital. Die Regierungen hatten dessen Investitionsvolumen 2006 grob auf 150 Millionen geschätzt. Jenes Projekt hätte das baulich veraltete FPS ablösen sollen. Weil jenes Projekt der Baselbieter Regierung zu teuer war, wurde es 2012 beerdigt. Umgehend nahm der Stadtkanton danach den Ersatz seines Felix Platter-Spitals in Angriff. Das FPS hat heute rund 22,8 Prozent seiner Patienten aus dem Kanton Baselland, wie die Sprecherin weiter sagte. 2014 waren es erst 15 Prozent gewesen.

ms/sda

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