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Staat unterstützt Offene Kinder- und Jugendarbeit in Basel

Die Bildungs- und Kulturkommission des Grossen Rats will in den Jahren 2020 bis 2023 insgesamt 17 Organisationen mit rund 31 Millionen Franken finanziell unter die Arme greifen.

Urs Rist
Dem Verein Robi-Spiel-Aktionen beispielsweise sollen in der Periode 2020–2023 gut 2,07 Millionen Franken zukommen.
Dem Verein Robi-Spiel-Aktionen beispielsweise sollen in der Periode 2020–2023 gut 2,07 Millionen Franken zukommen.
20 Minuten

Der Verein Gleis 58, der Kinder- und Jugendarbeit auf der Erlenmatt mit ihren vielen neuen Bewohnern leistet, soll 60'000 Franken pro Jahr erhalten statt bisher 13'000 Franken. Und dem Schulhaus Isaak Iselin soll mehr Geld für die offene Turnhalle zur ­Verfügung gestellt werden. Diese kleinen Änderungen bei den Staatsbeiträgen für Offene Kinder- und Jugendarbeit schlägt die Bildungs- und Kulturkommission (BKK) des Grossen Rats dem Parlament vor.

Damit erhöhen sich die jährlichen Ausgaben gegenüber den Anträgen des Regierungsrats in der Periode 2020 bis 2023 um 2'367 Franken oder 0,03 Prozent auf 7,755 Millionen Franken. Für die gesamten vier Jahre ergibt dies ein Total von 31,02 Millionen. Die jährlichen Finanzhilfen steigen gegenüber den bisherigen Beiträgen um rund 700'000 Franken an.

Bald ein weiteres Zentrum

Der grösste Anteil, nämlich 40 Prozent, geht gemäss dem ­Antrag des Regierungsrats an den Verein Jugendarbeit Basel, der 3,1 Millionen Franken pro Jahr erhalten soll. Das sind 210'000 Franken mehr als bisher. Er ist der grösste Anbieter von offenen Angeboten für Jugendliche mit sechs Jugendhäusern und dem Mädchentreffpunkt Mädona. Ein weiteres Zentrum im ­Bereich Klybeck/Kleinhüningen soll dazukommen.

Zusätzliche Kindertankstelle

Zweitgrösster Empfänger ist der Verein Robi-Spiel-Aktionen, dem 2,077 Millionen Franken oder 27 Prozent zufliessen sollen. Er steht bei den offenen Angeboten für Kinder an der Spitze und betreibt vier Robi-Spielplätze, die Kindertankstellen Claramatte und Voltamatte mit Spielanimation, den Spielestrich Kaserne sowie die Kinder-Ferien-Städte. Für den Betrieb der Kindertankstelle auf der Liesberger­matte und für ein neues Angebot auf dem Bruderholz soll ­dieser Verein zusätzlich fast 57'000 Franken erhalten.

Der Verein Gleis 58 soll laut BKK mit 60'000 Franken pro Jahr oder 0,8 Prozent des Gesamtbeitrags unterstützt werden. Das wäre mehr als das Vierfache des bisherigen Beitrags. Der Verein betreibt den Quartiertreffpunkt Rosental/Erlenmatt, zudem einen Verkehrsgarten auf der Erlenmatt, ein Bewegungs- und Spielangebot für die Kinder der umliegenden Quartiere. Im Jahr 2018 nahm die Zahl der teilnehmenden Kinder um 40 Prozent zu. Die BKK will den Beitrag an den Verein Gleis 58 erhöhen, damit das bestehende Angebot erhalten werden kann. Gemäss dem Bericht des Regierungsrats ist das Erziehungsdepartement immerhin bereit, dem Verein Gleis 58 für den erweiterten Betrieb des Verkehrsgartens 30'000 Franken beizusteuern, die Verhandlungen seien aber noch im Gang.

Nach dem Antrag der BKK soll dafür der Jugendförderverein Oberes Kleinbasel 30'000 Franken ­weniger pro Jahr erhalten. Denn dieser Verein werde wohl die entsprechenden Mittel nicht abholen, meint die Kommission. Er würde immerhin in den nächsten vier Jahren je 43'600 Franken erhalten, etwa 1'000 mehr als bisher.

Offene Turnhalle

Die Primarstufe Isaak Iselin bietet zusammen mit dem Elternrat zwischen den Herbst- und den Frühlingsferien jeweils an Sonntagnachmittagen die offene Turnhalle für Spiel und Bewegung an. Die BKK ist überzeugt, dass es sich um ein attraktives Angebot für Kinder und Jugendliche handelt. Allerdings wird die Erhöhung des Beitrags um 2'300 auf 8'867 Franken nur mit fünf gegen vier Stimmen beantragt. Die Minderheit der BKK hält die Finanzierung des ­Angebots eines Schulhauses über Beiträge an Offene Kinderarbeit für systemisch falsch.

«Wertvolle Präventionsarbeit»

Weitere Erhöhungsanträge für den Verein Spilruum Basel, das Jugendzentrum Breite und den Verein Basler Kindertheater sowie die von der Regierung nicht berücksichtigte Spielhalle Volta hat die BKK abgelehnt.

Im Vergleich zur letzten Staatsbeitragsperiode ist die Zahl der unterstützten Organisationen dank einem Transfer um fünf auf 17 gestiegen, schreibt die von Oswald Inglin (CVP) präsidierte BKK. Dadurch werde wertvolle Kinder-, Jugend- und Präventionsarbeit geleistet. Eine Minderheit der BKK findet jedoch, dass der Staat sein Engagement auf dem jetzigen Niveau belassen soll, unter anderem weil das Angebot im Bereich der staatlichen Tagesstrukturen massiv ausgebaut worden sei. Diese seien Teil des obligatorischen Lernraums Schule, erklärt die BKK, die Offene Kinder- und Jugendarbeit bilde ein ausserschulisches Angebot.

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