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Sprachgenie muss zwei Jahre ins Exil

Bis das Vogelhaus im Zolli saniert ist, lebt der Beo mit 80 anderen Vögeln in neuen Volieren am Rand des Zollis.

Zum Zootier des Jahres 2020 erkoren: der Beo. Foto: Zoo Basel
Zum Zootier des Jahres 2020 erkoren: der Beo. Foto: Zoo Basel

Sie sind nicht zu überhören; ihr Gekreische ist fast ohrenbetäubend. Der Beo kann auch ausserordentlich gut Stimmen imitieren und wird deshalb in Asien gern als Haustier gehalten. An Singwettbewerben wird mit dem schwarz gefiederten Tier gutes Geld verdient, weshalb sein Bestand bedrohlich zurückgeht, wie Zolli-Kuratorin Friederike von Houwald erklärte.

Der Zolli hält seit 2016 Beos und will so mithelfen, den munteren Vogel, der zum Zootier des Jahres 2020 erkoren wurde, vor der Ausrottung zu bewahren. Die Zucht ist eine grosse Herausforderung, da die Vögel bei der Partnerwahl sehr wählerisch sind, wie von Houwald ausführte. «Wenn es nicht klappt, müssen die Vögel ausgetauscht werden.» Um den richtigen Partner zu finden, kommt manchmal auch ein Speed-Dating zum Einsatz. Auf jeden Fall ist der Zolli stolz, dass die Zucht einmal gelungen ist und ein Jungtier aufgezogen werden konnte.

Hoffentlich gelingt das weiterhin, denn das Vogelhaus aus dem Jahr 1927 wird saniert und umgebaut. Und das heisst für die beiden Beos, dass sie nun für zwei Jahre in der neuen Vogelstation Schutzmatte am Rand des Zollis auf Binninger Boden wohnen, wo keine Besucherinnen und Besucher hinkommen.

Neben dem Beopaar leben seit dem November 2019 rund 80 weitere Vögel in der neu erbauten Vogelstation. An jeder Voliere befindet sich ein Futterkäfig. Diesen kann der Tierpfleger abnehmen und an einer anderen Voliere wieder anhängen. So können die Vögel stresslos «zügeln», ohne dass sie mit Netzen eingefangen werden müssen. In sechs miteinander verbundenen Volieren tummeln sich jetzt verschiedene Vogelarten wie Dolchstichtauben, Turakos und Kapuzenzeisige; dreizehn weitere Volieren stehen für kleinere Arten wie Tangaren, Nasch- und Brillenvögel zur Verfügung. Wärmelampen und eine künstliche Beregnung sorgen dafür, dass sich die Tiere wohlfühlen. Die Anlage wird per Video fernüberwacht.

Kampf gegen Artensterben

Bis 2022 sollte das alte Vogelhaus saniert und mit einem Neubau ergänzt sein, sagte Zolli-Direktor Olivier Pagan am Mittwoch bei einem Medienrundgang. Die Vogelstation Schutzmatte werde aber auch künftig gebraucht, etwa zur Unterbringung verschiedener Tierarten, als Überwinterungsstation von frostempfindlichen Arten oder zur Separation von Jungvögeln. Je mehr Arten in der Natur verschwinden, umso mehr müssten Zoos dagegen ankämpfen, sagte Pagan. «Wir werden Tiere produzieren müssen, weil das Wissen über die Zucht nur in den Zoos vorhanden ist.»

Bis das neue Vogelhaus fertig ist, müssen die Besucherinnen und Besucher nicht auf alle Vögel verzichten. Die Perlhühner spazieren über die Elefantenanlage, die Hawaiigänse leben im Gehege beim ehemaligen «Nagerfelsen». Die Keas, auch Bergpapageien genannt, können in der Eulenburg beobachtet werden, während bei den Königspinguinen demnächst die Balz beginnt.

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