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Sie stehen in Vevey ihren Mann

Zum festen Bestandteil des Winzerfests in Vevey gehören auch die Fifres et Tambours de Bâle.

Die «Fifres et Tambours de Bâle» mit ihrem Commendant Andres Pardey an der Proclamation in Vevey. Fêtes des Vignerons.
Die «Fifres et Tambours de Bâle» mit ihrem Commendant Andres Pardey an der Proclamation in Vevey. Fêtes des Vignerons.
Julie Masson

Das Publikum drängt sich am Strassenrand. Die einen klatschen, die anderen strecken ihre Handys in die Höhe. Sie fotografieren die in Weiss und Rot gekleideten Fifres et Tambours de Bâle, die an diesem 4. Mai in ­Vevey einen Festzug anführen. Dieser endet in den Galeries du Rivage, wo die Proklamations­zeremonie als Auftakt zur bevor­stehenden Fête des Vignerons stattfindet. Wie die Basler Fasnacht steht dieser Grossanlass auf der Unesco-Liste des immateriellen Weltkulturerbes.

Das drei Wochen lang dauernde Winzerfest mit riesiger Arena am Genfersee und 6'000 Mit­wirkenden geht nur alle 20 bis 25 Jahre über die Bühne. Sie wird seit dem 18. Jahrhundert durch die Confrérie des Vignerons organisiert und thematisiert das Handwerk der Weinbauern.

Dabei dürfen die Pfeifer und Trommler aus Basel nicht fehlen. Sie begleiten jeweils die Cent Suisses – die Hundertschweizer –, eine militärische Truppe, die 1819 gegründet wurde und an die Schweizer Söldner gleichen Namens erinnert, die von 1497 bis 1792 dem König von Frankreich als Hofgarde dienten. Ähnlich der Schweizergarde im Vatikan.

Einst «Clique Elite»

Seit wann genau die Basler Pfeifer und Tambouren die Truppe der Cent Suisses an der Fête des Vignerons unterstützen, weiss Andres Pardey nicht genau. «Sicher aber seit dem Fest im Jahr 1905», sagt der Commendant des Fifres et Tambours de Bâle.

Bis 1999 war dieses Basler Spiel eine Ad-hoc-Formation. Dann wurde der Verein 25 de Bâle gegründet; die Zahl 25 bezog sich auf die Grösse des Spiels. Doch sein Name hat sich schon mehr als nur einmal geändert: 1977 hiess es Clique Elite, dann 25 de Bâle und jetzt Fifres et Tambours de Bâle.

Mindestens 1,80 Meter gross

Auch die Zusammensetzung der Gruppe hat gewechselt. Waren es 1955 noch vor allem Tambouren und Pfeifer der beiden Kleinbasler Cliquen VKB und Olympia, ist die Mischung heute grösser; auch die Rumpel-Clique, 1884 Fasnachtsgesellschaft, Dupf-Club, Spezi oder etwa Naarebaschi sind vertreten. Major ist Andres Pardey, als Tambourenchef amtet Andy Kurz – und die Leitung der Pfeifer teilen sich Christian Wildi und Markus Eschbach. Die beiden haben die ungewollte Aufgabe, Kurt Stalder zu ersetzen, der auf dem Weg zur Proclamation überraschend gestorben ist.

Seit Januar üben die Cent Suisses zur Musik der Fifres et Tambours ihre Auftritte. Sie marschieren in Viererreihen, bilden eine kreisbogenförmige Auf­stellung oder formieren sich zu einem Schweizer Kreuz.

Ein Drittel der Truppe sind Offiziere oder Unteroffiziere in der Schweizer Armee, aber alle sind mindestens 1,80 Meter gross. An der traditionellen Fête werden sie in Söldneruniformen, mit Lanzen und Hellebarden auftreten. Natürlich tragen sie auch Hüte, aber seit Neustem ohne ­Federn – aus tierschützerischen Gründen.

«Cent pour Cent»

Eine ähnliche, aber etwas schlichtere Uniform steht den Fifres et Tambours de Bâle zu. Auch sie üben seit einiger Zeit regelmässig für die Fête des Vignerons. Jede Woche treffen sie sich einmal, um das über 20Märsche umfassende Programm durch­zugehen, vor allem aber um das neue Stück «Cent pour Cent» einzustudieren. Maria Bonzanigo, die Komponistin der «Fête des Vignerons», hat es geschrieben – und das Stück ist nicht ganz ­einfach.

Bis in zwei Monaten muss ­alles sitzen, denn am 18. Juli beginnt die zwölfte Fête des Vignerons. Ab dann werden die Fifres et Tambours de Bâle bis zum 11. August täglich im Einsatz stehen. Für einen Tag wird auch ­Basel-Stadt seinen Auftritt haben: am 28. Juli, gemeinsam mit dem Kanton Jura.

Fête des Vignerons: 18. Juli bis 11. August in Vevey.www.fetedesvignerons.ch

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