#sibelbleibt – ein Stossgebet

Für das Grüne Bündnis geht es bei den Wahlen im Oktober um viel. Nationalrätin Sibel Arslan droht nach nur einer Legislatur die Abwahl.

Oliver Thommen, Tonja Zürcher, Jo Vergeat, Sibel Arslan und Lea Steinle (v.l.n.r.) auf dem Silo-Turm. Foto: Franziska Laur

Oliver Thommen, Tonja Zürcher, Jo Vergeat, Sibel Arslan und Lea Steinle (v.l.n.r.) auf dem Silo-Turm. Foto: Franziska Laur

Franziska Laur

Es war eine bunte Truppe, die sich hoch oben auf dem rostigen Silo des Gundeldingerfelds traf. Und auch wenn die amtierende Nationalrätin Sibel Arslan beim Grünen Bündnis durchaus eine Vorreiterrolle einnimmt, so zeigten sich doch auch ihre Kolleginnen auf der Nationalrats-Kandidaten-Liste von der besten Seite: Lea Steinle, die Meeresbiologin, die erklärt, Baby-Gate zwar als Sprungbrett mitzunutzen, jedoch auch darüber hinaus im Grossen Rat einiges erreicht zu haben; Jo Vergeat, die 23-jährige Geschäftsführerin Kulturstadt Jetzt, die Politik schon mit der Muttermilch eingesogen hat; Tonja Zürcher, die Provokante, Basta-Grossrätin, die sich mit klaren Positionen am linken Rand immer wieder Gehör verschafft. Und Hahn im Korb: Oliver Thommen, der auch im Vorstand der Grünen Schweiz sitzt und sich in der Runde der Frauen durchaus wohlfühlt.

Die Positionen sind beileibe nicht überraschend. Sie fordern das Stimmrecht für 16-Jährige, mehr Einbezug von Migranten in politische Themen, sie kämpfen für Gleichstellung, für das Klima und gegen Armut.

Es wird eine Zitterpartie

Weit über das Gundeldingerfeld leuchtet das neun Meter hohe Plakat am Silo-Turm: Oben prangt in Siebdruck ihr Konterfei, und der Slogan #sibelbleibt tönt schon fast wie ein Stossgebet. Damit wirbt das Grüne Bündnis für den Sitz im Nationalrat, den sich Sibel Arslan zur Überraschung der Politexperten vor vier Jahren auf Kosten der CVP erobert hat. Damals hatte sie den Sitz aufgrund der Listenverbindung mit der SP gewonnen – wenige Stimmen vor Mustafa Atici (SP). Diesen Sitz zu halten, ist jetzt das erklärte Ziel der ersten Basler Migrantin im Bundeshaus.

Obwohl sie zu Beginn nicht mit Dossierkenntnis glänzte, hat sich Arslan in Bern mit einem guten Händchen bei der Vernetzung einen Namen gemacht. Ob das reicht, darf bezweifelt werden. Denn rein rechnerisch hat die Mitte mehr Wählerpotenzial, um den dritten Nationalratssitz des linken Lagers trotz grüner Welle wieder auf ihre Seite zu zügeln.

100'000 Franken für den Wahlkampf

Die bürgerliche Mitte will Arslans Platz unbedingt erobern. Sie hat dafür gehörig aufgerüstet, indem sie eine Listenverbindung von sechs Parteien aus EVP, CVP, BDP, GLP, LDP und FDP gebildet hat. Daher wackelt der Sitz von Sibel Arslan bedenklich.

Das Grüne Bündnis wird also tüchtig kämpfen müssen. Ihm steht dafür ein Wahlkampfbudget von etwas über 100'000 Franken zur Verfügung. Doch mit Geld allein sei es nicht getan, konstatierte Oliver Thommen. Das Grüne Bündnis werde mit Power, Elan und Kreativität den Wahlkampf bestreiten – und auch diesmal gewinnen.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt