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Schwarzer Block kündigt «Angriff auf Kriegsprofiteure» an

Es drohen Ausschreitungen während der Herbstmesse: In Basel rufen Linksextreme zu einer Grossdemonstration für die Interessen der Kurden auf.

Kurden demonstrieren seit Wochen in vielen Schweizer Städten, wie hier in Bern, meist friedlich. Mitunter werden ihre Bemühungen jedoch von Linksextremen für eigene Zwecke missbraucht. Foto: Franziska Rothenbuehler
Kurden demonstrieren seit Wochen in vielen Schweizer Städten, wie hier in Bern, meist friedlich. Mitunter werden ihre Bemühungen jedoch von Linksextremen für eigene Zwecke missbraucht. Foto: Franziska Rothenbuehler

Am Dienstagabend haben Aktivisten im Bahnhof Basel SBB Fahne schwenkend, mit Plakaten und lautstarken Rufen gegen die türkische Intervention in den Kurdengebieten Nordsyriens demonstriert. Diese Aktion reiht sich ein in eine Folge prokurdischer Kundgebungen, die in den letzten Wochen in Basel und anderen Städten stattfanden. Oft verliefen sie friedlich, bisweilen mischte sich aber der Schwarze Block unter die Demonstrierenden und versuchte Chaos zu stiften.

Tatsächlich steht Basel eine nächste grosse Demonstration mit möglichen Sachbeschädigungen und Ausschreitungen bevor. Auf einschlägigen Internetseiten kursiert ein Aufruf für eine Kundgebung gegen die türkische Militäraktion in Nordsyrien. Am kommenden Samstag rufen Linksextreme alle «antikapitalistischen, revolutionären Kräfte» der Schweiz auf, in Basel Widerstand gegen den Angriff auf Rojava zu leisten.

Demonstrationszug am Dienstag im Bahnhof SBB in Basel. Foto: amu
Demonstrationszug am Dienstag im Bahnhof SBB in Basel. Foto: amu

Der türkische Staat fahre eine «faschistische Politik ethnischer Säuberung», beklagen die Initianten und prangern die «imperialistischen Grossmächte» an, die versuchen würden, ihre konkurrierenden Interessen durchzusetzen. Russland und die USA «tränken die Region in Blut», heisst es im Aufruf martialisch.

Besetzungen und Angriffe geplant

Am kommenden Samstag soll daher in Basel eine grosse nationale Kundgebung stattfinden. Um 13 Uhr wollen sich die Demonstranten am Theaterplatz treffen – unmittelbar neben dem Herbstmesse-Standort am Barfüsserplatz, wo sich viele Familien mit Kindern aufhalten werden. Die Kurden-Sympathisanten und der Schwarze Block wollen danach zur Horburgerstrasse 95 ins Kleinbasel marschieren, wo bis in die Nacht Ausstellungen, Diskussionen, Vorträgen, Essen, Konzerte und Partys stattfinden sollen.

Die Linksextremen fordern ihre Anhänger auf, die «kurdische Bewegung auf der Strasse zu unterstützen» und den «Kontakt zu den kurdischen Vereinen zu knüpfen oder verbessern».

Der martialische Text im Internet macht klar, dass die Veranstaltung kein Kindergeburtstag werden soll. «Der Krieg beginnt hier!», heisst es im Internet. «Die Firmen, die vom Krieg profitieren und die politischen Entscheidungsträger*innen müssen unter Druck gesetzt werden.» Gleichzeitig rufen sie handfesten Aktionen auf, da mit Appellen nichts zu erreichen sei, sondern nur mit direkten Aktionen. Am Samstag soll es daher zu «Blockaden, Besetzungen und Angriffe bei Kriegsprofiteur*innen» kommen.

Mercedes im Visier

Auf wen es die Linksextremen abgesehen haben, lassen sie in ihrem Aufruf im Dunkeln. Verschiedenen Aktionen in den letzten Tagen lassen allerdings erahnen, wen es treffen könnte. Am vergangenen Wochenende hat der antikapitalistische Block am EuroAirport die Check-In-Schalter von Turkish Airlines blockiert. Sicherheitskräfte mussten die Besetzer aus der Schalterhalle entfernen. Und vergangene Woche haben Linksautonome die Basler Mercedes-Filiale beim St.-Jakob-Park mit Farbe beschmiert. Sie sehen im deutschen Konzern einen Kriegsprofiteur, weil die türkische Armee mit Lastwagen von Mercedes in Nordsyrien eingefahren ist.

Bei der Basler Polizei hat man Kenntnis vom Aufruf. Laut Sprecher Toprak Yerguz ist man mit den Initianten «in Kontakt». Yerguz sagt aber auch, dass diese derzeit keine Bewilligung für die Kundgebung haben. Die Polizei bereitet sich entsprechend auf den Samstag vor.

Für eigene Randale missbraucht

In den vergangenen Wochen ist in der Basler Innenstadt beinahe täglich demonstriert worden. Mehrere Male legten die Kurden auch den Tramverkehr lahm. Bereits einmal haben Linksextreme diese zwar unbewilligten, aber in der Regel friedlichen Demonstrationen gekapert und für eigene Randale missbraucht. Unter anderem gingen mehrere Scheiben einer Filiale der Credit Suisse zu Bruch und das Basler Rathaus wurde mit Farbschmierereien «geschmückt». Kurdische Politiker in Basel waren danach sauer wegen der Aktion des Schwarzen Blocks.

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