Saubannerzug gegen Versicherer, SVP, Strafgericht und Polizei

Sieben der festgenommenen 14 Chaoten müssen mit Untersuchungshaft rechnen. Der Sachschaden, den die Randalierer am Freitag in Basel angerichtet haben, ist hoch.

Massive Gewalt. Vermummte schlugen am Freitagabend gegen die Scheiben der Helvetia-Versicherungen am Steinengraben.

Massive Gewalt. Vermummte schlugen am Freitagabend gegen die Scheiben der Helvetia-Versicherungen am Steinengraben.

(Bild: Martin Regenass)

Martin Regenass

Es bietet sich ein Bild der Verwüstung entlang des Steinen- und Schützengrabens. Laut Angaben der Staatsanwaltschaft zogen am Freitag Abend nach 22 Uhr rund 50 schwarz Vermummte vom Barfüsserplatz durch die Innenstadt und randalierten. Gros­sen Sachschaden richteten die Chaoten bei den Helvetia Versicherungen am Steinengraben an, wo sie zahlreiche Scheiben einschlugen und die Fassade mit grüner Farbe verschmierten.

Am Holbeinplatz dann zertrümmerten die Aggressoren die Scheiben zweier Reklametafeln sowie Scheiben am Wartehäuschen der BVB-Bushaltestelle. An der Kornhausgasse in einem Geschäftsgebäude, wo die SVP Basel-Stadt und eine Immobilienfirma domiziliert sind, wütete der Mob weiter: Mehrere zentimetergrosse Löcher mit Ausrissen sind im Glas sichtbar.

Etwas weiter vorne, an der Kreuzung Schützengraben/Schützenmattstrasse machten die Übeltäter auch nicht halt vor einem Geschäft für Schlüssel- und Sicherheitstechnik. Auch dort hinterliessen die Krawallbrüder kaputte Fensterscheiben und Schmierereien aus einer Spraydose. Über ein Werbeplakat der Art Basel mit dem Titelsponsor UBS liessen die Zerstörer schwarze Farbe hinunterlaufen.

Auch das Gericht für Strafsachen blieb nicht unverschont. Beim alten Eingang ist eine Glasscheibe hinter einem Fenstergitter zertrümmert und die Westfassade des Gebäudes mit schwarzer, blauer, roter und oranger Farbe verschmiert. Die Randalierer mussten Glasflaschen mit Farbe gefüllt und gegen das Strafgericht geworfen haben, denn an der Fassade klebten im Zentrum der nach aussen strahlenden Farbkleckse Scherben – ebenso auf dem Trottoir vor dem Gebäude. Solche Farbdetonationen sind auch die Schönbeinstrasse hinunter sowie an der Klingelberg­strasse in Richtung der Spitäler sichtbar, wo die Vandalen mit Polizisten konfrontiert waren. Am Strassenrand der Spitalstrasse lag Gummischrot.

Motiv unklar

In diesem Bereich konnte die Polizei laut der Staatsanwaltschaft denn auch 14 Randalierer festnehmen. Der Rest sei in Richtung St. Johann und Petersgraben auseinandergestoben. Dies, nachdem alarmierte und anrückende Beamte immer wieder massiv und widerholt mit Steinen und Glasflaschen beworfen worden seien. Dabei entstand auch Sachschaden an mehreren Polizeiautos. Die Polizei setzte laut Staatsanwaltschaft auch Tränengas ein.

Gemäss deren Mediensprecher, René Gsell, sei unklar, weshalb sich die rund 50 Leute zusammengerottet hätten. «Wir haben keine Hinweise in keine Richtung und sind am Ermitteln.» Ebenso seien keine Parolen bekannt, welche die Gewalttäter skandierten, oder Transparente, welche sie mit sich trugen. Gsell: «Ein Thema, wie dies bei Demonstrationen der Fall ist, war nicht ersichtlich.»

Von den 14 Verhafteten – darunter drei Frauen – sind laut Gsell fünf in Basel wohnhaft. Die restlichen seien Ausserkantonale, einer ein Holländer. In der Alterskategorie bewegen sie sich zwischen 18 und 28 Jahren. Eine Person ist minderjährig. Sämtliche 14 befanden sich gestern Sonntag noch in Haft. Bei sieben werde beim Zwangsmassnahmengericht Antrag auf Untersuchungshaft gestellt. Gegen sie wurden Verfahren wegen Landfriedensbruchs, Sachbeschädigung, Körperverletzung und Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte eingeleitet.

Der Sachschaden beläuft sich laut Gsell auf mehrere tausend bis 100'000 Franken. Eine verletzte mutmassliche Täterin und zwei verletzte Polizisten konnten das Spital wieder verlassen.

Basler Zeitung

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