«S isch wieder Zyt, e Basler z syy»

Das Ridicule im Förnbacher Theater startet das Vorfasnachtsprogramm mit viel Liebe zur Stadt am Rhein.

Die Tambourengruppe Hypokras gibt den «Carolina Reaper» zum Besten – bei romantischem Morgestraich-Licht. Foto: Ruedi Gygax

Die Tambourengruppe Hypokras gibt den «Carolina Reaper» zum Besten – bei romantischem Morgestraich-Licht. Foto: Ruedi Gygax

Andrea Schuhmacher

Melancholische Rahmenstiggli, herrliche Schnitzelbängge und musikalische Experimente: Das sind die Höhepunkte in der diesjährigen Ausgabe des Ridicule im Förnbacher Theater. So darf man gleich zu Beginn der Veranstaltung Schauspielerin Fabienne Stocker auf der Suche nach dem Duft der Fasnacht begleiten. «Mimösli!», meint sie, «Lack» meint ein Laternenmaler. Ob es dann doch eher Fastenwähe, Mehlsuppe oder nasse Räppli sind – das Ensemble zeigt, Fasnacht mag für alle was anderes sein, doch alle gehören zur Fasnacht: «Stosch eifach yy, wenns los goht, und scho bisch debyy.»

Bei der alternativen Stadtführung – durchs Kleinbasel an den leeren Muba-Hallen vorbei ins Grossbasel zum einsamen Entchen beim Meret-Oppenheimer-Bunker – ist dann Schluss mit Melancholie. Basel muss so einigen Seitenhieb wegstecken. Doch es sind vor allem die BVB und Hans-Peter Wessels, die Haare lassen müssen – sei es bei einer Durchsage der Leitstelle «Basel Verdient Besser», oder während den Auftritten der Schnitzelbängg «Kuchi-Daaberettli» und «Giftspritzi».

Aller Anfang ist schwer

Ersterer darf in der ersten Hälfte der Vorfasnachtsveranstaltung auf die Bühne treten. Nach anfänglicher Nervosität, kommt das «Kuchi-Daaberettli» sodann in Fahrt: Donald Trump, das Historische Museum, die SBB, das Ozeanium – nichts ist vor seiner scharfen Zunge sicher.

Mit genauso guten Versen, wenn auch mit ein bisschen mehr Elan, weiss die «Giftspritzi» später am Abend zu begeistern – ­diese wagt auch mal einen Abstecher ins Stedtli, um die Verschmutzung des Liestaler Trinkwassers durch Fäkalbakterien zu kommentieren: «Dä Schissdräck goht uns gar nix ah.»

Startschwierigkeiten hatten auch «Friidi» und «Röösli», gespielt von jeweils Helmut Förnbacher und Hanspeter Stoll auf dem Balkon. Die eine oder andere Unterbrechung ist bei solch einem Format allerdings verzeihbar – denn es erlaubt den Schauspielern, sowohl aktuelle Themen in das ungezwungene Gespräch einzubauen als auch mal das Publikum mitmachen zu lassen.

Letzteres so richtig zu begeistern wussten sowohl die Pfeifer als auch die Trommler des Förnbacher Theaters. Sei es beim gemeinsamen Auftritt mit dem Marsch «Balcônia» von Gérald Pretôt und Urs Gehrig, reinen Trommel- oder Pfeifermärschen («Carolina Reaper» und «Ungar») oder mit ihren experimentellen Stücken.

Die Singvögel wussten dabei die hohen Piccolotöne gekonnt mit den Klängen eines meisterlich gespielten Vibrafons zu kombinieren, und die Tambourengruppe Hypokras zeigte, dass trommeln auf jeder Oberfläche gelingen kann: selbst auf dem Einkaufskörbli.

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