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Roche-Turm einen Schritt weiter

Das künftig höchste Gebäude der Schweiz rückt der Realisierung näher: Der Grosse Rat hat am Mittwoch einen Bebauungsplan genehmigt, der Roche den Bau eines bis zu 180 Meter hohen Turms im Kleinbasel erlaubt. Das 550-Milionen-Projekt soll 2015 stehen.

An einer Presskonferenz stellten Hans-Peter Wessels, Regierungsrat und Vorsteher des Baudepartementes Basel-Stadt (links) sowie Severin Schwan, Konzernchef von Roche, die neuen Pläne vor.
An einer Presskonferenz stellten Hans-Peter Wessels, Regierungsrat und Vorsteher des Baudepartementes Basel-Stadt (links) sowie Severin Schwan, Konzernchef von Roche, die neuen Pläne vor.
Keystone
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Gemäss Bebauungsplan sollen auf voraussichtlich 42 Stockwerken mit maximal 77'000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche rund 1900 Roche-Büroarbeitsplätze eingerichtet werden. Davon sind heute 1750 über ganz Basel verteilt. Die Regierung hatte von Roche für das riesige Gebäude ohne Parkhaus ein Mobilitätskonzept verlangt.

Der Rekord-Büroturm stammt - wie schon ein erstes wegen Mängeln schubladisiertes Projekt - aus der Feder der Basler Architekten Herzog und de Meuron. Mit 175 Metern dürfte der Turm voraussichtlich ab 2015 das höchste Gebäude der Schweiz sein. Derzeit hält der Prime Tower in Zürich mit 126 Metern den Rekord.

Parkhaus-Streit

Im baselstädtischen Grossen Rat standen fast alle Fraktionen hinter dem Turm. Einzig das Grüne Bündnis stellte sich aus ökologischen und ästhetischen Gründen quer. Sein Rückweisungsantrag wurde aber mit grossem Mehr abgelehnt. Am Ende kam der Bebauungsplan mit grossem Mehr gegen drei Stimmen und vier Enthaltungen durch.

Gegen das Rekord-Hochhaus argumentierte das Bündnis vor allem mit der fehlenden Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) angesichts des erwarteten Parkplatz-Mehrbedarfs sowie mit der ästhetischen Respektlosigkeit des «gewaltigen Stapels» am Rhein. Bundesrecht mache eine UVP vor dem Ja zum Bebauungsplan nötig, hiess es.

Die Bau- und Raumplanungskommission (BRK) konterte, eine UVP sei nicht nötig, weil eben kein neues Parkhaus geplant ist; Fremdnutzungen würden rechtlich nicht erfasst. Roche setze sich so selber unter Druck, Mitarbeitende zum Umsteigen zu bewegen, sagte Baudirektor Hans-Peter Wessels. Der Kanton wolle ÖV dazu anbieten.

Kontroverse um die Ästhetik des «Leuchtturms»

Zum Mobilitätskonzept gehört ein neues Parkplatz-Regime, das Auto- Pendlern erst ab 45 Minuten Arbeitsweg einen Miet-Platz gewährt. EVP und Bündnis monierten, dass das Mobilitätskonzept zu wenig verbindlich sei. Die BRK verwies demgegenüber auf mehrere Passagen im Bebauungsplan mit entsprechenden Vorgaben.

Kontrovers diskutiert wurde die Ästhetik des monumentalen Baus. Das Bündnis verglich ihn mit einem AKW-Kühlturm; die EVP/DSP sprach von einem «Leuchtturm». Die Mehrheit folgte der SP-Anregung, nach funktionalen Kriterien zu entscheiden. Das Projekt wurde vielfach als Bekenntnis des Weltkonzerns zum Standort Basel gelobt.

Die Bau- und Raumplanungskommission liess im Übrigen im Bebauungsplan festschreiben, dass das Herzog & de Meuron-Projekt realisiert werden soll und nicht irgendein anderes. Zudem klärte sie, dass für ein separates Parking ein neuer Bebauungsplan nötig wird; bei über 500 Plätze auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung.

Mehr zum Thema in der Basler Zeitung von morgen Donnerstag.

SDA/jg

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