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Roche verpasst sich ein neues Herz

Der Basler Pharmakonzern baut sich ein neues Zuhause für die Forschung und investiert dazu 1,3 Milliarden Franken.

Roche-CEO Severin Schwan stellte am Mittwochmorgen in Basel das neue Forschungszentrum vor.
Roche-CEO Severin Schwan stellte am Mittwochmorgen in Basel das neue Forschungszentrum vor.

Der Pharmakonzern Roche hat den Grundstein für sein neues Forschungszentrum in Kleinbasel gelegt. «Wir möchten das beste Forschungszentrum der Welt erreichten für die beste Forschung der Welt», sagte Standortleiter Jürg Erismann in einem eigens für die Zeremonie am Rande der Baustelle aufgestellten weissen Zelt mit rotem Teppich. «Mit dem Bau rückt unser Innerstes, nämlich unsere Forschung und damit unser Kerngeschäft, auch physisch in den Mittelpunkt des Areals.»

An der 20 Meter tiefen Baugrube standen in der Zuschauermenge einige der Roche-Erben (darunter André Hoffmann und Jörg Duschmalé), Roche-Verwaltungsratspräsident Christoph Franz sowie drei Regierungsräte von Basel Stadt. Roche investiert in sein Herzstück 1,3 Milliarden Franken – und damit mehr als doppelt so viel wie in den Turm 2, dessen Baustelle direkt daneben liegt und der mit seinen 205 Metern bald das höchste Gebäude der Schweiz sein wird. «Ich freue mich wirklich wahnsinnig über den Tag», sagte Roche-Chef Severin Schwan. «Für Innovation braucht es die richtige Umgebung, sie fällt nicht vom Himmel.»

Grundsteinlegung beim neuen Roche-Forschungszentrum. Links an der Schaufel: Der Basler Regierungsrat Lukas Engelberger. Foto: Nicole Pont
Grundsteinlegung beim neuen Roche-Forschungszentrum. Links an der Schaufel: Der Basler Regierungsrat Lukas Engelberger. Foto: Nicole Pont

Das Forschungszentrum besteht aus vier neuen Labor- und Bürogebäuden und soll 2023 das neue Zuhause für die Roche-Wissenschaftler werden. In die Grundsteinbox kam neben der Ausgabe der «Basler Zeitung» vom Mittwoch auch eine eingerollte Liste mit Roches aktuellem Forschungs-Portfolio. Weiter schafften es die Fasnachtsplaketten 2020 in den Metallkasten, der nun einbetoniert wird.

Auf dem Grundstück stand zuvor jahrzehntelang der Bau 74, der inzwischen abgerissen ist und dessen Beton im neuen Forschungszentrum wieder verwendet wird. Die Baugrube entspricht der Fläche von 2,5 Fussballfeldern. Auf diesem Platz sollen 1800 Wissenschaftlerinnen und Forscher nach neuen Therapien forschen. Zum Teil rücken sie aus bislang verstreut in der Stadt liegenden Gebäuden von Roche zusammen.

Die vier neuen Labor- und Bürogebäude unterschiedlicher Höhe (114m, 72m, 26m, 18m) entstehen am Standort des ehemaligen Bau 74. (Visualisierung)
Die vier neuen Labor- und Bürogebäude unterschiedlicher Höhe (114m, 72m, 26m, 18m) entstehen am Standort des ehemaligen Bau 74. (Visualisierung)

Das neue Forschungs- und Entwicklungszentrum besteht aus vier Bauten und soll neue Standards bei Roche setzen. Basel ist neben San Francisco und Shanghai einer der wichtigsten Wissenschaftsstandorte des Konzerns, der vergangenes Jahr weltweit 11,7 Milliarden für die Forschung und Entwicklung ausgegeben hat. Die neuen Labors an der Grenzacherstrasse sollen gläserne Labore und grosse Räume haben, in denen sich die Wissenschaftlerinnen austauschen können. Bislang arbeiten sie in jahrzehntealten kleinen und geschlossen Büros.

Ein Forscherteam hat sieben Jahre lang für die Bedürfnisse der Zukunft geplant. Das neue Gebäude soll flexibel genug sein, um für die nächsten Jahrzehnte auf die Erforschung neuer Krankheiten mit neuen Technologien gerüstet zu sein. Auch neue Disziplinen, von denen man heute noch nicht unbedingt weiss, müssen dazu kommen können.

Starker Wandel bei Medikamenten

Die Medikamente von Roche haben sich schon in den letzten Jahrzehnten sehr stark gewandelt. Von einem Konzern, der Antibiotika herstellt zu einem der grössten Erforscher von Krebstherapien. Dabei hat sich die Behandlungsform inzwischen von Tabletten hin zur Gentherapie gewandelt, die heilen kann. So etwa Roches neues Präparat Risdiplam gegen die seltene Erbkrankheit spinale Muskelatrophie, das im Mai in den USA die Turbo-Zulassung erhalten könnte.

Das neue Gebäude für Tierversuche ist schon fertig und steht neben dem Forschungszentrum. Bis Juni soll es an das Forschungsteam übergeben werden. Es soll den höchsten Anforderungen an die Versuchstierhaltung entsprechen.

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