Zum Hauptinhalt springen

Rheinuferweg führt bald bis nach Frankreich

Bis 2012 will die Basler Regierung den öffentlichen Rheinuferweg vom St.Johanns-Park bis zur französischen Grenze realisieren. An die Kosten von rund 28 Millionen Franken steuert der Bund voraussichtlich 4 Millionen bei.

Ab 2012 soll ein öffentlicher Weg vor dem Novartis-Campus bis nach Frankreich dem Rhein entlang führen.
Ab 2012 soll ein öffentlicher Weg vor dem Novartis-Campus bis nach Frankreich dem Rhein entlang führen.
Henry Muchenberger

Gleich zwei Wege sollen künftig entlang des heutigen Hafens St. Johann zur französischen Grenze führen: Der «Bermenweg» rund einen Meter oberhalb des Wassers ist den Fussgängern vorbehalten. Ein weiter oben gelegener Promenadenweg soll auch Platz für Velofahrer, Skateboarder oder Jogger bieten. Die Basler Regierung unterbreitete dem Grossen Rat am Dienstag eine entsprechende Vorlage.

Nach der Grenze planen die französischen Behörden eine Fortsetzung des Rheinweges nach Hunigue F. Die Realisierung der beiden Rheinuferwege geht auf eine Grundsatzvereinbarung zwischen dem Kanton Basel-Stadt und Novartis aus dem Jahr 2005 zurück. Der Pharmakonzern hatte die Hafenparzellen St. Johann vom Kanton erworben und realisiert auf dem Gelände seinen Campus. Mit den Rheinuferwegen erfülle Basel-Stadt nun einen wichtigen Teil der Abmachung, teilte die Regierung mit.

Siegerprojekt aus Zürich

Gestützt auf die Vereinbarung schrieben die beiden Parteien zwischen Herbst 2006 und Frühling 2007 die Neugestaltung des Uferabschnitts als Wettbewerb aus. Das Siegerprojekt kommt aus Zürich: Das Konzept «Undine» ist eine Koproduktion der Hager Landschaftsarchitektur AG, Durrer Linggi Architekten sowie der Ingenieurbüros Beat Roggensinger und Staubli Kurath & Partner.

Der Entwurf passe auch zum künftigen Novartis-Campus-Park, schreibt die Basler Regierung. Natursteinmauern, Rasen- und Wiesenböschungen würden in die Uferwege einbezogen. Die Spaziergänger sollen sich wohlfühlen: Sitzbänke, Bäume, Trinkbrunnen und ein öffentliches WC sind vorgesehen. Für die Rheinschwimmer wollen die Planer bei den Ausstiegen Duschen in die Mauer anbringen.

Mit den Rheinwegen verbindet die Regierung auch ökologische Ziele: Auf dem Uferabschnitt diene der Rhein künftig als Wanderkorridor für Pflanzen und Tiere. So sollen etwa die Vorkommen des Bibers im Elsass, am Hochrhein und am Baselbieter Fluss Ergolz vernetzt werden.

Sieben Millionen teurer als geplant

Unter anderem die ökologischen Begleitmassnahmen haben das Projekt nachträglich verteuert: Anstatt wie geschätzt 21 Millionen Franken kosten die beiden Rheinuferwege 28 Millionen. Für die Mehrkosten werden auch die Bauteuerung und die nachträglich beschlossene Anbindung an den St. Johanns Park verantwortlich gemacht.

Der Kanton Basel-Stadt kriegt voraussichtlich einen Zustupf aus Bern: Die Regierung hatte einen Antrag zur Mitfinanzierung über den Infrastrukturfonds eingereicht. Der Bund stellte vier Millionen Franken in Aussicht.

Altlasten verzögern Projekt

Den Rheinuferwegen stehen allerdings noch Altlasten im Weg: Der Hafen St. Johann müsse zuerst von Gebäuden, Infrastrukturanlagen und Bodenverunreinigungen frei geräumt werden, schreibt die Regierung. Zudem müssten Archäologen die wichtigen Flächen der ehemaligen Keltensiedlung untersuchen. Ursprünglich war der Beginn des Hafenrückbaus und der Bodensanierung für Mitte Januar 2010 geplant. Aufgrund eines Rekurses sind die Arbeiten seither ausgesetzt.

SDA/amu

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch