Restaurant Löwenzorn erhält neue Pächter

Zwei Altbekannte der Basler Gastro-Szene übernehmen das traditionsreiche Lokal.

Anwar Frick, Alfred Grieder und Karim Frick (v.l.n.r.) vor dem Restaurante Löwenzorn.

Anwar Frick, Alfred Grieder und Karim Frick (v.l.n.r.) vor dem Restaurante Löwenzorn.

Es sind wahrlich keine Unbekannten: Die beiden neuen Pächter des Restaurants Löwenzorn heissen Anwar und Karim Frick. Die Brüder sind alte Hasen in der Basler Gastro-Szene. Der gelernte Koch Anwar wurde mit seinem Catering-Betrieb berühmt, während Karim als Absolvent der Hotelfachschule Lausanne auch international Erfahrung sammelte.

Zuletzt betrieben die beiden erfolgreich die legendäre Kleinbasler Fischerstube. Erst per Ende 2018 verliessen sie die Traditionsbeiz, angeblich um mehr Zeit für sich zu zu haben. Doch nun ist alles anders. Schon nach wenigen Wochen kommt der Wiedereinstieg ins Tagesgeschäft und dies wiederum in einer Traditionsbeiz: «Ich habe gemerkt, dass der Kontakt mit Menschen, Gästen und Mitarbeitern genau das ist, was ich weiterführen möchte», begründet Karim Frick seinen kurzen Ruhestand.

Bruder Anwar Frick erklärt, warum es überhaupt erst zum Abgang von der Fischerstube gekommen sei: «Wir hörten auf, weil wir nach zehn Jahren dachten, jetzt müssten Junge ran. Es braucht Veränderung. Jetzt haben wir den Löwenzorn gefunden. Hier sind wir nun die Jungen, die etwas Neues machen. Ich finde, dass es bei Beizen so alle zehn Jahre einen Wechsel braucht, neuen Wind.»

Heftige Streits in der Vergangenheit

Für den Löwenzorn ist es in der Tat ein Neubeginn. Zuletzt machte die Traditionsbeiz nur noch Negativschlagzeilen. Es wurde heftig gestritten zwischen der Liegenschaftsbesitzerin, der von den Studentenverbindungen AKV Rauracia und AT Alemannia gegründeten Löwenzorn AG und der Pächterin Tapas AG. Dabei ging um Öffnungszeiten, die Verlegung der Küche vom ersten Stock ins Parterre, eine damit zusammenhängende Renovation, fehlende finanzielle Möglichkeiten, Einwände der Denkmalpflege und eine geforderte Pachtreduktion von 30 Prozent. Schliesslich landeten die Streitparteien vor Zivilgericht.

Zu alldem möchte sich Alfred Grieder, Präsident der Löwenzorn AG heute nicht mehr äussern: «Es ist wie in einer Ehe! Man hat sich gern und plötzlich fliegt alles auseinander, so ist es gelaufen. Wir hatten ein Gerichtsverfahren und dann haben wir uns geeinigt und gehen jetzt gütlich auseinander» Zu den Details der Einigung gibt Grieder keine Auskunft. Dafür freut er sich gestern sichtlich, dass die Löwenzorn AG die Gebrüder Frick gewinnen konnte. Es habe mehrere Kandidaten gegeben, die alle evaluiert worden seien. Gesucht hätte man Pächter aus Basel, welche die hiesigen Verhältnisse kennen. Die Fricks hätten gewonnen. Ihr Konzept habe überzeugt.

Beitrag zur Belebung des verödeten Grossbasel

Und was wollen die Fricks nun mit dem Löwenzorn? «Reden wir zunächst vom Essen», antwortet Anwar Frick. «Wir wollen lokaler sein. Wir wollen Klassiker bringen, aber auch Durchmischtes. Es wird mehr Innereien geben, Frisch-Kutteln wie in der Fischerstube, aber auch Curry geben und anderes.» Entscheidend seien aber neue Öffnungszeiten: «Unter der Woche öffnen wir ab halb elf bis zwei Uhr und am Abend ab halb fünf bis Mitternacht oder später. Wir wollen vermehrt abendliche Apéros und Aperitifs gewinnen. Neu haben wir auch am Sonntag offen, jeweils von zwei bis elf Uhr», sagt Anwar Frick. Mit der sonntäglichen Öffnung wolle man einen Beitrag leisten zur Belebung des am Sonntag doch weitgehend verödeten Grossbasel. «Ein Stück Kleinbasel nach Grossbasel bringen», wie es Karim Frick auf den Punkt bringt.

Übernehmen werden Anwar und Karim Frick den Löwenzorn am ersten August. Das alte Personal soll weiterbeschäftigt werden, sofern dies die Betroffenen so wünschen. In der Übergangszeit soll mit der Tapas AG die bisherige Pächterin weiter wirtschaften.

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