Zum Hauptinhalt springen

Restaurant Bel Etage verliert seinen Stern

Das Bel Etage im Basler Teufelhof muss künftig ohne Auszeichnung vom Guide Michelin auskommen. Einen Stern erhalten hat dafür ein Restaurant im Baselbiet, wie heute bekannt wurde.

Der grosse Verlierer: Das «Bel Etage» im Teufelhof hat seinen Stern abgeben müssen.
Der grosse Verlierer: Das «Bel Etage» im Teufelhof hat seinen Stern abgeben müssen.
Moritz Hager
Der grosse Gewinner: Nach 16 Gault-Millau-Punkten erkocht Küchenchef Eric Schröter auch einen Michelin-Stern. Damit gehört das «Viva» zu den Top-Adressen der Region. Der Gastroführer «Basel geht aus» feierte den Emporkömmling 2010 wenige Monate nach Eröffnung als Aufsteiger des Jahres.
Der grosse Gewinner: Nach 16 Gault-Millau-Punkten erkocht Küchenchef Eric Schröter auch einen Michelin-Stern. Damit gehört das «Viva» zu den Top-Adressen der Region. Der Gastroführer «Basel geht aus» feierte den Emporkömmling 2010 wenige Monate nach Eröffnung als Aufsteiger des Jahres.
Mischa Christen
Etwas abgelegen. Feinschmecker werden den Weg aber nicht bereuen: Auch die «Säge» konnte ihren Stern verteidigen.
Etwas abgelegen. Feinschmecker werden den Weg aber nicht bereuen: Auch die «Säge» konnte ihren Stern verteidigen.
zvg
1 / 7

Der Guide Michelin 2012 führt 76 Schweizer Restaurants mit einem Stern. Wie im letzten Jahr gibt es auch 2012 wieder fünf davon in der Region Basel. Allerdings sind es nicht ganz die gleichen. Ihren Stern verteidigen konnten die «Osteria Tre» in Bubendorf, das Restaurant «Zur Säge» in Flüh sowie die beiden Basler Spitzenrestaurants «Quatre Saisons» im Hotel Europe und das «Stucki» auf dem Bruderholz.

Bei den Gourmets vom Guide Michelin durchgefallen ist hingegen das «Bel Etage» im ersten Stock des Teufelhofs. Das Restaurant, das bisher mit einem Stern geführt wurde, muss künftig ohne diese begehrte Auszeichnung auskommen. Raphael Wyniger, der Inhaber des Teufelhofs, kann sich das Urteil des Guide Michelin nicht erklären: «Wir haben seit vielen Jahren eine grosse Kontinuität in unserer Küche». Seit 22 Jahren zaubert Küchenchef Michael Baader im Bel Etage. Seit 19 Jahren darf sich Baader «Sterne-Koch» nennen. Den Verlust seines Sternes habe Baader «sportlich zur Kenntnis genommen», versicherte Wyniger. Für die Zukunft des Restaurants macht er sich keine Sorgen: «Das Bel Etage ist seit Jahren gut besetzt. Wir haben viele Stammgäste, die auch weiterhin zu uns kommen werden.»

Dennoch kündigt sich eine Änderung im Bel Etage an, die allerdings schon länger geplant ist. Im Januar 2012 wird das Konzept des Restaurant etwas aufgefrischt. Allzuviel wollte Wyniger jedoch nicht verraten: «Das Bel Etage wird ein weniger verspielter, soll aber weiterhin ein Gourmet-Restaurant bleiben.» Wyniger hofft, damit bei den Testessern vom Guide Michelin im nächsten Jahr wieder zu punkten. Wenn es nicht klappt, sei es aber auch nicht so schlimm. «Wir kochen für die Gäste, nicht für die Sterne.»

Senkrechtstarter in Oberwil

Grund zur Freude hat hingegen Küchenchef Eric Schröter vom Restaurant «Viva» in Oberwil. Er darf sich künftig «Sterne-Koch» nennen. Das «Viva» hat unter seiner Führung zum ersten Mal den Sprung auf die exklusive Liste geschafft. Das Haus wurde 2010 wenige Monate nach seiner Eröffnung vom Gastroführer «Basel geht aus» zum Aufsteiger des Jahres gekürt. Zudem wird das «Viva» seit gut einem Jahr bei Gault Millau mit 16 Punkten aufgeführt, ebenso viele übrigens wie auch das Bel Etage vor einem Monat erhielt. Viva-Besitzer Philipp Oser war am Dienstagnachmittag für eine Stellungsnahme nicht erreichbar. Er weile zum ersten Mal seit fünf Jahren in den Ferien. Die frohe Kunde habe ihn jedoch bereits erreicht, hiess es auf Anfrage.

Beide Sterne verteidigen konnte das einzige Zwei-Sterne-Restaurant der Region, das «Cheval Blanc» im Hotel Trois Rois mit Küchenchef Peter Knogl.

Tragödie wegen Gault-Millau-Punkten

Anfang Oktober kam es in Basel zu einer grossen Tragödie, als die Kritiker des Gastroführers Gault Millau ihre Punkte vergaben. Der Küchenchef vom Restaurant «Matisse», Friedrich Zemanek, hatte auf 16 Punkte gehofft, erhielt aber nur deren 14. In seiner Enttäuschung und Verzweiflung wählte er noch am gleichen Tag den Freitod.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch