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Umstrittene Tramhaltestelle wird gebaut

Beim St.-Alban-Tor in Basel werden die Autofahrer künftig hinter dem Tram warten müssen. Die Bürgerlichen unterlagen im Grossen Rat einer rot-grünen Mehrheit.

Nach engagierter Debatte fiel der Entscheid für die Regierungsvorlage am Ende mit 52 gegen 43 Stimmen bei 2 Enthaltungen
Nach engagierter Debatte fiel der Entscheid für die Regierungsvorlage am Ende mit 52 gegen 43 Stimmen bei 2 Enthaltungen
Google Street View

Die fällige Strassensanierung beim Basler St.-Alban-Tor hat im Grossen Rat einen weiteren Parkplatzstreit ausgelöst. Eine knappe rot-grüne Mehrheit beschloss, dem 3er-Tram freiere Bahn zu verschaffen; Bürgerliche hätten lieber Parkplätze erhalten und Bäume fällen wollen.

Nach engagierter Debatte fiel der Entscheid für die Regierungsvorlage am Ende mit 52 gegen 43 Stimmen bei 2 Enthaltungen. Dabei stimmte die GLP mit der SP und dem Grünen Bündnis dafür. Die CVP war gespalten und FDP, LDP und SVP geschlossen dagegen.

Im Rahmen der anstehenden Sanierung von Tramgleisen, Fahrbahn und Leitungen wird so die St.-Alban-Anlage zwischen Hardstrasse und Gellertstrasse umgestaltet. Die Strasse wird sicherer, und die Tramhaltestelle wird behindertengerecht gemacht. Die Regierungsvorlage rechnet mit Gesamtkosten von gut 11,3 Millionen Franken.

Autos hinter Trams

Zu reden gab, dass stadteinwärts eine Kaphaltestelle mit Velo-Bypass geschaffen wird, wegen welcher der motorisierte Individualverkehr hinter haltenden Trams warten muss. Zudem gehen stadtauswärts 18 Parkplätze verloren, weil das Tram ein durchgehend eigenes Trassee bekommt, dies als Fahrplan-Schutz vor den Autostaus. Technische und Sicherheitsvorgaben kosten jedoch ohnehin die Hälfte dieser Parkplätze, womit faktisch um neun zu streichende Plätze gestritten wurde.

Die Regierung rechnet diese der Kompensation zu für das geplante Kunstmuseums-Parking. Wie schon in der Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission (Uvek) wurde im Plenum hart gerungen.

Der Rechten sind Parkplätze wichtiger als das Tram-Eigentrassee. Auch der erwartete «grössere Rückstau» des motorisierten Individualverkehrs (Miv) in der Kaphaltestelle zu Stosszeiten stört sie; stattdessen brauche es eine eigene Miv-Fahrspur, also eine breitere Strasse. Grün habe es in jenem Villenquartier immer noch genug, sagte die LDP.

Kunstmuseum-Parking-Deal

Die Ratsrechte argumentierte mit freier Fahrt auch für Blaulichtfahrzeuge. Insgesamt verschlechtere die unausgewogene Vorlage die Situation für den Miv «erheblich», monierte sie. Sie wollte diese deshalb an die Regierung zurückweisen und überarbeiten lassen. Dieser Antrag wurde mit 51 gegen 45 Stimmen abgelehnt.

Die Linke will keine breitere Strasse, weil dazu der Stadtmauer-Park beschnitten werden müsste. Verloren gingen neben Grünfläche auch vier bis fünf bis über hundertjährige Bäume, und eine Umzonung wäre nötig. Laut einem Grünen besteht Basel bereits heute zu 28 Prozent aus Verkehrsflächen; Grünflächen seien daher sehr wertvoll.

Die Linke pocht zudem auf der Einhaltung des Parking-Deals: Gemäss Uvek-Mehrheitssprecher müssen für das Kunstmuseums-Parking - für das am Donnerstag ein Investor vorgestellt wird - 200 oberirdische Plätze verschwinden. Das 3er-Tram transportiert täglich 5600 Fahrgäste; deren Interessen gehen für die Linke jenen der Nutzer von neun Parkplätzen vor.

SDA/rvr

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