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Provokation und Zensur an der Fasnacht

Im letzten Jahr erliess das Schnitzelbank-Comité bei einem seiner Mitglieder ein teilweises Versverbot und handelte sich Kritik ein. Doch Zensur ist an der Fasnacht nicht neu. Beispiele belegen es.

Mit und ohne Gesicht: Weil die Obrigkeit sich am Kriegstanz von Adolf Hitler und Benito Mussolini auf der Laterne der Schnurebegge von 1939 störte (rechts), musste der Maler die Gesichter einschwärzen (links).
Mit und ohne Gesicht: Weil die Obrigkeit sich am Kriegstanz von Adolf Hitler und Benito Mussolini auf der Laterne der Schnurebegge von 1939 störte (rechts), musste der Maler die Gesichter einschwärzen (links).

Das Plakat war klein, nicht grösser als A4, und sorgte unverhofft für einen politischen Eklat grösseren Ausmasses. Es war das Jahr 1893 und die Vereinigten Kleinbasler (VKB) spielten den Bestechungsskandal im Zusammenhang mit dem damaligen Bau des Panama-Kanals aus. In ihrem Zug liessen sie auch eine Figur mitlaufen, die dem damaligen französischen Regierungspräsidenten Marie François Sadi Carnot glich. Ihr war am Rücken ein Karton angehängt mit der Aufschrift «pr. acquit 500'000 Carnot», welche die Bestechlichkeit des Präsidenten insinuierte. Die VKB waren keine anderthalb Stunden am Cortège unterwegs, als dieses Plakat schon konfisziert wurde.

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