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Polizei verteilt Flyer anstatt Bussen

Hunderte Personen befanden sich um 4 Uhr in der Stadt. Die Polizei rief die Verhaltensregeln in Erinnerung.

Die Polizei war in der Nacht rund um den Marktplatz sehr präsent.
Die Polizei war in der Nacht rund um den Marktplatz sehr präsent.
Florian Bärtschiger

Die Stimmung in der Innenstadt glich um Mitternacht vielmehr einem Samstag-, denn einem Sonntagabend. Vor der Rio Bar am Barfüsserplatz standen rund zwei Dutzend Leute, schäkerten, tranken Bier und zerschlugen das eine oder andere Glas auf der Strasse. Eine Streife der Polizei ermahnte die Trinklustigen, sie sollen Ordnung halten. Auch vor dem Restaurant Schnabel bildete sich eine Menschentraube, welche mit ihrem Geschwätz die normalerweise sonntägliche Ruhe in der Innenstadt durchbrach.

Es waren die Vorboten des verbotenen Morgenstraichs, der in einer Miniversion dann doch stattfand. Vereinzelt zogen kurz nach Mitternacht Leute mit Larven unter dem Arm durch die Innenstadt und wurden von Polizisten angesprochen. «Sie waren freundlich und haben mir einen Zettel gegeben», sagt ein Kostümierter. Darauf zu finden: die Verhaltensregeln, Wonach man in die Ellbeugen niesen soll oder wie man sich die Hände richtig wäscht.

Ebenso steht darauf, dass private und öffentliche Veranstaltungen mit über 1000 Leuten verboten sind und dass die Fasnacht abgesagt ist. Das wird den von uns befragten Kostümierten allerdings nicht davon abhalten, seine gewohnte Morgenstraichroute mit der Larve abzuwandeln. Der Fasnächtler sagt: «Ich brauche dieses Ritual, sonst fehlt mir etwas.»

Wenig beeindruckt

Um 4 Uhr versammelten sich dann hunderte aktive Fasnächtler und auch Zuschauer rund um den Marktplatz und zogen trotz abgesagter Fasnacht durch die Gassen. Immer präsent: die Polizei. Wie es in einer Mitteilung aus dem Justiz- und Sicherheitsdepartement heisst, hätten die Beamten Dutzende von Personen angesprochen und die Fasnächtler um «Verständnis» gebeten, dass die Fasnacht nicht stattfinden könne. Diese liessen sich jedoch von den Ordnungshütern nicht beeindrucken und zogen ihr Ding durch, wie Reporter vor Ort beobachten konnten.

Dennoch hat die Kantonspolizei Basel-Stadt den «wenigen Schyssdräggziigli und den versammelten Personen» in der Innenstadt keine Ordnungsbussen ausgestellt, wie es in der Mitteilung heisst. Ausgehändigt wurden einzig die Infoflyer.

Mit Konsequenzen müsse nur ein Restaurant rechnen, das sich nicht an die regulären Öffnungszeiten gehalten habe. Die Kantonspolizei werde den Fall dem Gastgewerbe-Inspektorat weiterleiten.

Sämtliche Informationen im Zusammenhang mit dem Coronavirus im Kanton Basel-Stadt finden sich auf www.coronavirus.bs.ch

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