Zum Hauptinhalt springen

Petition soll Restaurantbesitzer zum Dialog drängen

3000 Unterschriften hat der Neutrale Quartierverein Bruderholz gesammelt, um das Restaurant La Torre auf dem Bruderholz unter Schutz zu stellen und vor dem Abbruch zu bewahren.

Alessandra Paone
Das Restaurant La Torre auf dem Bruderholz, jahrzehntelang ein beliebtes Ausflugsziel in der Region Basel, gleicht heute einer Abbruchhalde. Foto: Kostas Maros
Das Restaurant La Torre auf dem Bruderholz, jahrzehntelang ein beliebtes Ausflugsziel in der Region Basel, gleicht heute einer Abbruchhalde. Foto: Kostas Maros

Seit Monaten versucht der Neutrale Quartierverein Bruderholz, mit Helmut Gravschitz Kontakt aufzunehmen, um ihn von seinem Plan abzubringen: Der Besitzer des Restaurants La Torre hat die Traditionsbeiz vor gut eineinhalb Jahren geschlossen. Er will das Haus, das seit 1926 am höchsten Punkt der Stadt Basel steht, abreissen und die dazugehörende Gartenanlage mit Wohnblöcken überbauen. Gravschitz reagiert weder auf Anrufe noch auf Schreiben. Der Quartierverein hofft nun, ihn mit einer Petition, die am Freitag der Staatskanzlei überreicht wird, aus der Reserve zu locken.

3000 Personen haben die Bittschrift, die sich an den ­Grossen Rat und die Regierung richtet, unterschrieben. Sie ­verlangen, dass das Restaurant La Torre auf dem Bruderholz unter Schutz gestellt wird, weil es sowohl kultur-als auch sozialhistorisch relevant ist.

«Diese Petition ist für uns nur Mittel zum Zweck», sagt der ­Präsident des Quartiervereins, Conrad Jauslin. Damit könne zwar erreicht werden, dass das Gebäude nicht abgerissen werde. «Wir aber wünschen uns ­wieder einen Restaurationsbetrieb.» Das Ziel sei es deshalb, mit ­Gravschitz ins Gespräch zu kommen und gemeinsam mit ihm eine gute Lösung zu finden. «Wenn er sieht, wie viele Leute sich für den Erhalt des La Torre einsetzen, lenkt er vielleicht ein», sagt Jauslin.

Regierung soll La Torre unter Schutz stellen

Das Gebäude stand bis vergangenen Dezember noch auf der Liste der schützenswerten Bauten, wurde dann aber wieder von der Liste gestrichen. Dank Anträgen des Heimatschutzes und des Quartiervereins sowie eines Gutachtens der Kantonalen Denkmalpflege hat der Denkmalrat aber seine Meinung revidiert. Im Juli ist er zum Schluss gekommen, dass das Restaurant La Torre, wenn man es im Quartierkontext betrachtet, durchaus schützenswert ist, und hat einen entsprechenden Antrag gestellt.

Während der Sommerferien wurde im La Torre geräumt und entsorgt.
Während der Sommerferien wurde im La Torre geräumt und entsorgt.

Seither versucht die Kantonale Denkmalpflege, einen Schutzvertrag mit Gravschitz abzuschliessen. Ob dies gelungen ist? Der Leiter der Denkmalpflege, Daniel Schneller, möchte dazu keine Auskunft geben. Das Verfahren sei nach wie vor nicht abgeschlossen, sagt er nur. Sollten die Verhandlungen scheitern, werde man bis Ende Jahr bei der Basler Regierung beantragen, dass sie das La Torre unter Schutz stellt. Dabei könnte die Petition bedeutend sein für das Unterschutzstellungsverfahren. «Der Denkmalschutz muss einem öffentlichen Interesse folgen, und das wird aus meiner Sicht in diesem Fall aufgezeigt», sagt Schneller.

Bewilligungsfreie Arbeiten

Beinahe täglich wurde in den Sommerferien im La Torre geräumt und entsorgt. Es schien, als müsse das Haus für den Abbruch vorbereitet werden. Kontrollen des Bauinspektorats ergaben aber, dass es sich um bewilligungsfreie Arbeiten handelte.

In den letzten Wochen ist es an der Reservoirstrasse 240 jedoch ruhiger geworden. Das ist auch Quartiervereins-Präsident Jauslin aufgefallen. Vielleicht seien die Arbeiten eingestellt worden, sagt er. Die Kantonale Denkmalpflege hat von Zeit zu Zeit von aussen einen Augenschein genommen. Leiter Daniel Schneller: «Soweit ich es beurteilen kann, wurden bis jetzt keine bewilligungspflichtigen Abbrucharbeiten vorgenommen.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch