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Peperoni und Glettyyse sagen Aadie Fasnacht

Am Schlussabend der Comité-Schnitzelbänkler gab es viel Applaus und eine grosse Überraschung.

Sehr seltenes Jubiläum. Die Gasladärne ist seit 40 Jahren als Comité-Bangg unterwegs und wird von Obmann Walo Niedermann geehrt.
Sehr seltenes Jubiläum. Die Gasladärne ist seit 40 Jahren als Comité-Bangg unterwegs und wird von Obmann Walo Niedermann geehrt.
Nicole Pont

Ein Abend der Jubiläen wars: Die Gasladärne feierte an der Fasnacht 2017 ihr 40-jähriges Bestehen, der Peperoni, das Glettyyse und der Pierrot das Dreissigjährige und das Anggewegglimaitli ist auch schon zehn Jahre dabei. Sie alle wurden von Mitgliedern des Schnitzelbank-Comités mit extra für diesen Abend gedrechselten Versen geehrt und mit Helgen beschenkt, die den jeweiligen Bangg zeigen. Das Anggewegglimaitli erhielt immerhin einen schönen und speziellen Zinnbecher.

Für zwei dieser Geehrten wurde der Abend auch zur Abschiedsfeier, denn der Peperoni und das Glettyyse gaben noch auf der Bühne ihren Rückzug aus dem Bänklerwesen bekannt. Vor allem der Peperoni überraschte damit alle – niemand, nicht einmal das Schnitzelbank-Comité, hatte erwartet, dass sich dieser Vollblut-Fasnächtler verabschieden und seine Kuhhörner an den Nagel hängen könnte. In den 30 Jahren war er in einem Kuh-Kostüm aufgetreten und hatte mit der legendären Melodie des Schacher-Sepp seine Verse vorgetragen und immer zu den Besten gehört – eine Standing Ovation belohnte den Bangg, der dieses Jahr aus einer Kuh sowie einem Bauernpaar besteht. Ein Muster:

Fir die, wo d Oggsegasse bewoone, gits quasi sone gschitzti Zoone. Hett äggscht uff Wunsch vom WWF der Baschi iiber Nacht dert e Vogelschutzgebiet fir Drottwaaramsle gmacht?

Zu zweit unterwegs war dieses Jahr das Glettyyse, das vom Publikum ebenfalls mit einer Standing Ovation belohnt wurde – zwei ältere, füllige Putzfrauen, die eine die Vierzeiler singend, die andere mit einem Triangel. Ihr Markenzeichen sind eher deftige Verse, die aber beim Publikum vielleicht gerade deswegen gut ankommen. Etwa dieser:

S hett uff jedem Päggli Zigarette Horrorbildli und e Warnhiiwiis, wo sell Läbe rette. Hätt mes glych Prinzip fir Politiker ibernoo, no kennt dr Baschi vor lutter Kläber kum no stoh!

Die Gasladärne hingegen wird weiterhin zu sehen und zu hören sein – der Bangg macht weiter. Bei dieser Gruppe ist der Bankchef seit der Gründung dabei, und er scheint von der Fasnacht noch lange nicht genug zu haben.

Mir sinn rein provilaggtisch Muggespray go kaufe, falls denn im zwaite Wahlgang ebbis schief sott laufe. E sone Spray hilft jo nid numme geege Mugge, es näämt em Jogi Löw au undenumme s Jugge.

Von einem familiären Anlass zu sprechen, wäre falsch, denn das Theater war bis auf den letzten Platz besetzt. Die besten Plätze befinden sich an einem Schnitzelbank-Abend auf der Grossen Bühne: Dort nimmt das Publikum an Tischen Platz und wird mit Speis und Trank bewirtet. In dieser Zone sitzen am Schlussabend auch mehr oder weniger alle Comité-Bänggler mit Angehörigen und Freunden, sodass es eben doch ein familiärer Anlass ist.

Ein guter Jahrgang

Das Jahr 2017 war ein guter Comité-Jahrgang mit einer ganzen Reihe von Spitzenbängg, die auch am Schlussabend wieder glänzten. So die Stroossewischer mit ihren Versen über das Baselbiet, die Gasladärne mit dem Mück(en)-Vers, die Schlyffstai, die bei jedem Vers eine andere Melodie singen, der Hansli Bargäld mit seiner vierköpfigen Combo, der Singvogel mit ausgesprochen trockenem Humor, der Doggder FMH mit seinen überraschenden Pointen, der Spitzbueb mit dem Vers über Darbellay, der Heiri, der als rappender Bauer auftritt, oder die Dootebainli mit ihren bitter-bösen Abrechnungen mit allerlei Politikern.

Themen gab es genug, zu den Spitzenreitern gehörten die Basler Strichzone, Baschi Dürr, Hampe Wessels, die Baselbieter in jeder Beziehung, Donald Trump, Christophe Darbellay, die Insektenmenüs aus dem Bereich Kulinarisches oder Christoph Blocher, der sich im Bundeshaus bei einem Sturz die Nase gebrochen hat. Das scheint aber kein Problem mehr zu sein, denn Blocher genoss den Schlussabend mit seiner Frau. Illustre Gäste gab es weitere, so Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann und eine starke Abordnung des Fasnachts-Comités, angeführt von Obmann Christoph Bürgin. «Wir hatten ein gutes Jahr», bilanzierte schliesslich Walo Niedermann, der Obmann des Schnitzelbank-Comités. Er hat recht.

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