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Party-Schläger muss ins Gefängnis

Der Mann, der im Juni 2012 auf einer illegalen Party auf dem NT-Areal randalierte, wurde vom Basler Strafgericht zu 14 Monaten Haft verurteilt.

Am Morgen nach der illegalen Party präsentierte sich ein Teil des Areals als Schlachtfeld.
Am Morgen nach der illegalen Party präsentierte sich ein Teil des Areals als Schlachtfeld.
Roland Schmid, Keystone

Eine unbedingte Freiheitsstrafe von 14 Monaten plus 30 Tagessätze hat ein heute 29-jähriger Autonomer am Dienstag vom baselstädtischen Strafgericht für Gewaltdelikte gegen einen Polizeifahnder und einen Zivilfahnder aufgebrummt erhalten.

Das Dreiergericht sprach den in Zürich Wohnhaften schuldig des Angriffs, des Landfriedensbruchs, der Drohung und der Hinderung einer Amtshandlung. Von den 14 Monaten hat er sechs in Untersuchungshaft schon verbüsst - im September hatten 250 Gesinnungsgenossen in Basel gegen die U-Haft demonstriert.

Von Autonomen angepöbelt

Der Mann gehörte nach Einschätzung des Gerichts zu einer Gruppe von rund 50 Autonomen, die im Juni 2012 am Rande einer illegalen Grossparty auf dem Basler NT-Areal offensichtlich Randale suchten: Pflastersteine waren gesammelt worden, Laserpointer eingepackt und Gesichter vermummt.

Ein Zivilfahnder und ein Staatsanwalt, der als lärmgeplagter Anwohner in jener Nacht auf Sonntag auf das Areal kam, wurden von Autonomen angepöbelt, angegriffen und um drei Uhr früh dann zusammengeschlagen. Erst angerückte Polizei-Verstärkung verscheuchte den Mob; dabei wurde der Verurteilte festgenommen.

Für das Gericht war die Beweislage nach Zeugenaussagen von Opfern, Polizisten und Anwohnern klar. Der Mann sei nicht verwechselt worden, sondern aktiv zuvorderst an Gewaltakten beteiligt gewesen. Dafür werde er verurteilt, nicht wegen politischer oder Gesinnungsgründe, sagte der Gerichtspräsident.

Der Mann, der dem Revolutionären Aufbau Winterthur zugerechnet wird, verweigerte im Prozess jede Aussage zum Tatablauf. Ohne Reue sei keine bedingte Strafe möglich, stellte der Präsident fest. Das Verschulden sei schwer und sein Vorleben angesichts der Vorstrafen «katastrophal».

Öffentlichkeit vom Prozess ausgeschlossen

Genugtuung, Verfahrenskosten und Schadenersatz kosten den Verurteilten weitere insgesamt gut 9000 Franken. Mit dieser unbedingten Basler Verurteilung noch während der Probezeit eines früheren Schuldspruchs wird nun auch jene bedingte Vorstrafe von 40 Tagessätzen vollziehbar.

Die. Während der Urteilsverkündigung waren draussen skandierte Parolen zu hören. Vor dem Gerichtsgebäude bezeugten rund 30 Personen mit einem Sit-In und Transparenten ihre Solidarität mit dem Verurteilten. Die Polizei war präsent, griff aber nicht ein.

SDA/amu

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