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Parkplätze bleiben Mangelware

Die Basler Parkplatzsituation ist auch nach Einführung der Parkraumbewirtschaftung noch immer prekär. Der Kanton verdient jedoch mehr Geld. Bald müssen wohl auch Anwohner mehr bezahlen.

Parkplätze sind in Basel selten frei.
Parkplätze sind in Basel selten frei.

Das Basler Amt für Mobilität liess die Umsetzung der Parkraumbewirtschaftung, die seit Ende 2016 abgeschlossen ist, durch eine Wirkungskontrolle begleiten. Nun liegen die Ergebnisse vor. Gelohnt hat sich die Parkraumbewirtschaftung vor allem für die Staatskasse.

Seit der Streichung der Gratisparkplätze auf dem Kantonsgebiet sind deutlich mehr Parkkarten verkauft worden. Insgesamt waren es im letzten Jahr 34'749 Karten, die meisten davon Anwohnerparkkarten, gefolgt von den Gewerbeparkkarten. Die Zahl der verkauften Anwohnerparkkarten stieg seit 2014 um rund 17 Prozent.

Deutlich angezogen hat auch der Verkauf der Besucherparkkarte, die zum grössten Teil über die BVB-Automaten bezogen werden können. Von Juni bis Dezember 2013 wurden insgesamt erst 20'000 Besucherparkkarten verkauft. 2016, nur drei Jahre später, waren es allein im Dezember 27'320 verkaufte Karten. Insgesamt seien im Jahr 2016 knapp 300'000 Besucherparkkarten verkauft worden, hält der Bericht fest. Rund ein Drittel sämtlicher Besucherparkarten werden übrigens rund um den Roche-Campus verkauft. Auch rund um die übrigen Roche-Standorte in der Stadt werden überdurchschnittlich viele solcher Parkkarten verkauft.

Parkuhren spülen Geld in die Kasse

Mehr verdient hat der Kanton auch mit den Parkuhren. Insgesamt stiegen die Parkuhren-Einnahmen laut Bericht von 2012 bis 2016 um rund 20 Prozent auf 3'193'800 Franken. 2012 waren es noch 2'633'000 Franken. Der grosse Einnahmezuwachs sei vor allem auf Tariferhöhungen zurückzuführen. Die Parkuhrenanzahl habe sich insgesamt «nur leicht verändert».

Das offizielle Ziel der Parkraumbewirtschaftung war, die Auslastung der Parkplätze zu verringern, indem man das Parkieren für Pendler über den Preis unakttraktiv macht. Das ist laut Wirkungskontrolle nur bedingt gelungen. Der Bericht hält fest, dass die Besucher- und Pendler aus der Region «etwas abgenommen» haben. Trotzdem gelang praktisch keine Reduktion der Auslastung der Parkplätze. Über Gründe dazu schweigt sich der Bericht aus. Schuld sein dürfte eine Kombination von Bevölkerungswachstum und dem massiven generellen Parkplatzabbau der letzten Jahre.

Nachts fehlen die Parkplätze

Am Vormittag ist die Auslastung der Parkplätze rund um das Stadtzentrum am grössten. Die Auslastung abends sei hingegen weniger stark auf das Stadtzentrum ausgerichtet als am Vormittag. Hohe Parkplatzauslastungen zeigen sich Abends insbesondere in den Wohngebieten mit hohen Bevölkerungsdichten (St. Johann, Klybeck, Wettstein, Gundeli), heisst es im Bericht.

In gewissen Quartieren sei die Auslastung teilweise höher als 100 Prozent, schreiben die Verfasser. Auf deutsch bedeutet das: Es hat keinen einzigen freien Parkplatz mehr und die Anwohner sind gezwungen, ihre Fahrzeuge im Parkverbot abzustellen. Das «deutet auf punktuelle Engpässe im Parkplatzangebot hin», hält der Bericht fest.

Eine Busse pro Kontrollstunde

Im Gegenzug stellt der Bericht eine «Abnahme der Zahlungsmoral an Parkuhren» fest: Im Vergleich zur Zeit vor der Umsetzung der Parkraumbewirtschaftung büsst die Polizei heute pro Kontrollstunde deutlich mehr Autofahrende. 2012 musste eine Mitarbeiterin des Verkehrsdienstes noch 85 Minuten lang suchen, um bei einem Parkfeld mit Parkuhr eine Busse ausstellen zu können. Im letzten Jahr ging ihr der Parksünder bereits im Schnitt nach einer Stunde ins Netz.

Trotz der wenig berauschenden Ergebnisse ist die Parkraumbewirtschaftung für die Basler Regierung ein Erfolg. «Anwohnerinnen und Anwohner finden einfacher einen Parkplatz als früher», heisst es in Mitteilung der Regierung. Eine «insgesamt positive Entwicklung» macht die Regierung auch bezüglich Parksuchverkehr aus, obwohl die Ergebnisse der Wirkungskontrolle «keine eindeutigen und flächendeckenden Aussagen zulassen». Die Zahl der Autofahrenden, die auf der Suche nach einem Parkplatz durch die Quartiere fahren, sei lokal sehr unterschiedlich.

Noch höhere Preise

In Zukunft will der Regierungsrat die Auslastung der Parkplätze im Strassenraum auf 90 bis 95 Prozent senken, «damit der Suchverkehr abnimmt und Autofahrende innerhalb einer vernünftigen Zeit einen Parkplatz finden können». Der Hebel dazu ist auch bereits klar: Die Regierung prüft eine Erhöhung der Preise der verschiedenen Parkkarten. Zudem möchte der Regierungsrat «Fördermöglichkeiten für den Bau von Quartierparkings und damit verbunden gesetzliche Regeln zur Kompensation von neuen Parkplätzen in Quartierparkings» prüfen.

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