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Papier gegen Jugendgewalt findet grossen Anklang

Mit ihrem Zehn-Punkte-Papier gegen Jugendgewalt rennen die Basler Jungparteien offene Türen ein. Justizdirektor Guy Morin ist grundsätzlich einverstanden. Einzig eine eigentliche Jugendpolizei soll es nicht geben.

Der Jugendgewalt in Basel soll mit Hilfe eines Zehn-Punkte-Programms zu Leibe gerückt werden. Zu diesem Zweck haben sich gleich sieben Jungparteien von links bis rechts gefunden, von den Jungen Grünen bis zur Jungen SVP. Sie haben ihr Papier der Regierung geschickt und stossen damit auf viel Wohlwollen. Laut Justizdirektor Guy Morin sind die meisten der Anliegen bereits am Laufen und sollen verwirklicht werden: "Ich habe wirklich das Gefühl, sie rennen offene Türen ein."

Einzig die Forderung nach einer Jugendpolizei sorgt bei Morin für eine gewisse Skepsis. Vor allem aber wegen des Namens, wie er zu baz.online sagte. Denn es soll etwas in diese Richtung entstehen. Im Rahmen einer Budgetaufstockung ist demnach geplant, vier Stellen im Sozialdienst der Polizei zu schaffen, die speziell der Jugendarbeit gewidmet sind.

Null-Toleranz-Prinzip und Jugendpolizei

Die sieben Jungparteien wollen gefährdete Jugendliche schon früh erfassen, begleiten und fördern. Auch die Eltern sollen unterstützt, sogleich aber auch vermehrt in die Pflicht genommen werden. Gefordert werden mehr Räume für Jugendliche, ein effektiver Jugendschutz und ein Null-Toleranz-Prinzip gegen Vandalismus und Gewalt. Dazu beitragen sollen die Schaffung einer Jugendpolizei sowie ein Rayon-Verbot für gewaltbereite Personen. Und schliesslich fordern die Jungparteien eine Kampagne für Selbstverantwortung und Hilfsbereitschaft sowie eine bessere Koordination der Massnahmen gegen Jugendgewalt.

Initiator ist Michel Kessler von den Jungsozialisten (Juso): "Weil die Jugendgewalt alle betrifft, wollte ich ein parteiübergreifendes Papier schreiben", erklärte er baz.online. Den Anstoss gab ihm der Basler Staatsrechtsprofessor Peter Aebersold an einer Juso-Sitzung. Bei den anderen Parteien wurde das Papier laut Kessler erstaunlich gut aufgenommen. Schliesslich einigte man sich nach einer interessanten Diskussion auf eine von allen getragene Version, wie Luca Urgese, Präsident der Jungfreisinnigen, zu baz.online sagte.

Der Regierungsrat soll nun das Problem Jugendgewalt gesamthaft betrachten und handeln. Falls die Reaktion negativ ausfallen sollte, wollen die Jungparteien versuchen, über ihre Vertreter im Grossen Rat und ihre Mutterparteien die zehn Punkte durchzusetzen. Dabei sollen keine einzelnen Punkte hervorgehoben werden: "Wir möchten, dass ein Gesamtpaket verabschiedet wird, und nicht nur einzelne Massnahmen", erklärte Urgese.

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