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«Ohne neue Verkehrsfläche kollabiert die Region»

Tiefbauzeichner und Bauingenieur. Jürg Röthlisberger (53) ist seit März 2015 Direktor des Bundesamts für Strassen.

BaZ: Vor zwei Wochen legte ein brennender Lastwagen auf der Osttangente in der Feierabendzeit das ganze Stadtstrassensystem lahm. Die beiden Spuren in Richtung Süden mussten während mehrerer Stunden gesperrt werden. Weshalb verursacht ein einziger Lastwagen einen solchen Megastau?

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Was heisst das?

Die lokalen Behörden auf Schweizer und deutscher Seite brauchten anderthalb Stunden, bis der Verkehr von Deutschland über die A98 von Weil am Rhein nach Rheinfelden umgeleitet worden ist. Ist dieser Wert annehmbar?

Verkehrsverbände wie ACS und TCS machen die linke Verkehrspolitik der letzten Jahre für diesen Stau verantwortlich. Ist das PR in eigener Sache?

Ziehen die Kantone Basel-Stadt und Basellandschaft hierbei voll mit?

Sie sagen «vorantreiben». Wann kommt der Rheintunnel?

Der Birsfelder FDP-Gemeindepräsident Christof Hiltmann äusserte sich schon dahingehend, dass er glaube, dass der Rheintunnel gar nicht gebaut werde. Es gelte vielmehr den Gundelitunnel voranzutreiben. Eine Einzelmeinung?

Das heisst jeden Tag Staus wie beim Lastwagenbrand und hohe Kosten?

Für den Gundelitunnel liegen 400 Millionen Franken eigentlich schon seit 1960 bereit. Doch Basel-Stadt will dieses Geld nicht und den Gundelitunnel nicht bauen. Welche Rolle spielt er in Ihren Überlegungen?

Das Baselbieter Parlament hat die Umfahrung Allschwil im Richtplan festgesetzt, der Gundelitunnel wäre die Fortsetzung.

Die Basler Politik setzt voll auf den Ausbau der Veloinfrastruktur. Hier spürt man seitens des Bau- und Verkehrsdepartements Vehemenz und Herzblut. Das widerspricht doch Ihren Plänen?

… das heisst in Basel konkret die Reduktion von zehn Prozent der Autos auf den Strassen …

Sie sagten kürzlich an einer Logistiktagung in Basel, dass Sie mit Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels «einen grossen Krieg» führen. Was meinen Sie damit?

Ein Kollege hat es so notiert.

In Basel-Stadt werden Strassen mit Ringfunktionen wie der Wasgen- oder der Luzernerring zurückgebaut. Die Bewohner wollen den Verkehr nicht in der Stadt. Die Bevölkerung beschloss auch, dass die Elisabethenstrasse, eine wichtige Achse im Zentrum, nur noch einspurig befahren werden darf. Sie haben mit Ihren Anliegen einen schweren Stand.

In Basel ist auf der Nordtangente die Ausfahrt Klybeck mit einer Barriere gesperrt. Ist dies ein Sinnbild für den fehlenden Hausanschluss?

Wechseln wir das Thema. Das Astra liess kürzlich verlauten, dass autonomes Fahren in acht Jahren möglich sein soll. Dieser Zeitplan wirkt sehr sportlich.

Es wird also keine Verbote von Fahrzeugen geben, die ein Mensch steuert?

Wenn dies möglich wird: Braucht es da einen Rheintunnel überhaupt noch, wenn die Kapazitäten dank selbstfahrender Autos zunehmen?