Zum Hauptinhalt springen

Ökologische Feinlogistik

Die Camion Transport AG verteilt Waren «auf der letzten Meile» in der Innenstadt mit dem Velokurier.

Pro Ladungen können bis zu 30 Kilogramm transportiert werden.
Pro Ladungen können bis zu 30 Kilogramm transportiert werden.
Tanja Demarmels

Die Logistik, insbesondere jene im Schwerverkehrsbereich, geniesst im Gemeinwohl nicht das Image der umweltfreundlichsten Branche. Nicht so die Camion Transport AG, eines der grössten Unternehmen der Schweizer Transportbranche mit Hauptsitz in Wil. Seit Jahren investiert das Unternehmen in die Einsparung ihres CO2-Ausstosses. Dazu passt das Konzept «Emissionsfrei in die Innenstadt», mit dem die ­Camion Transport AG «die letzte Meile» in den Innenstädten beliefern will.

Nach dem Auftakt in St. Gallen startete das Projekt Anfang September auch in Basel, wo das Unternehmen auf dem Wolf den bedeutenden Standort im Dreiländereck betreibt. Stückgut, das per Bahn oder Lastwagen auf dem Wolf ankommt, wird von Velokurieren der Basler Kurierzentrale in der Innenstadt verteilt. Pro Ladung können so gemäss Suva-Richtlinien bis zu 30 Kilogramm transportiert werden. Dafür nutzt die Kurierzentrale eigene Radkutschen und von der Camion Transport AG zur Verfügung gestellte Cargo-E-Bikes.

15 Städte bis 2025

Das Projekt sei in Basel gut angelaufen, erklärte gestern Mittwoch Josef Jäger, Direktor und Mitinhaber der Camion Transport AG, vor den Medien und Vertretern der Branche auf dem Wolf, wo die «Übergabe» der Güter von den Zugwaggons und den Lastwagen auf die Fahrzeuge der Kurierzentrale abläuft. Dass Basel als zweite Stadt ausgewählt wurde, hat mehr mit der lokalen Nähe und den guten Kontakten zur Kurierzentrale zu tun, die auf dem Wolf ihr Verteilzentrum betreibt, als mit dem umstrittenen Verkehrskonzept Innenstadt, so Jäger. Basel sei in der Logistik in Bezug auf die Koordination zwischen Unternehmen und dem Kanton schon weiter als andere Städte in der Schweiz.

Ziel der Camion Transport AG ist es, bis 2025 in 15 Schweizer Städten solche Vertriebszweige für die Innenstadt aufzubauen. Es werde überall in den Städten immer schwieriger für die Logistik, erinnert Jäger. «Verdichtetes Bauen, Fussgängerzonen und Zufahrtsbeschränkungen erschweren die Zustellung der Güter.» Es brauche «wesensgerechte Transporte und intelligente Gütertransportlösungen», um je nach Zone die optimalen Transportfahrzeuge einzusetzen.

Die teuerste Meile

Dahinter stehen neben ökologischen vor allem wirtschaftliche Interessen. «Die letzte Meile ist bekanntlich die teuerste des ­ganzen Transportweges», betont Jérôme Thiriet, CEO der Kurierzentrale und Grossrat des Grünen Bündnisses. Die Feinzustellung im dichten Stadtverkehr und möglicherweise durch Quartierstrassen kostet Zeit und dementsprechend Geld. Thiriet ist überzeugt: Diese Art der Logistik wird in den Städten immer wichtiger. «Es werden aber weiterhin LKW in die Stadt fahren müssen, um grosse und schwere Güter zu transportieren», stellte der CEO der Kurierzentrale klar.

Die steigende Bedeutung der kleineren Lieferungen bestätigt auch Luca Olivieri, Projektleiter Güterverkehr beim Amt für Mobilität Basel-Stadt. 2015 wurden rund die Hälfte aller Laden­lokale in der Stadt mit ungebündelten, einzelnen Paketen statt palettierten Sendungen beliefert. «Durch das Einkaufen im Internet nehmen auch Paketsendungen für die Bevölkerung zu.»

Trend zu Kleinsendungen

«Der Trend in der Logistik geht immer mehr in Richtung Kleinsendungen», sagt auch Camion-Transport-Direktor Josef Jäger. Kleinere Umschlagsflächen in Stadtnähe würden daher immer wichtiger.

Jäger meinte, mit ­Hinweis auf die Planungen des Kantons, den Güterbahnhof städtebaulich zu entwickeln: «Wenn Sie mich fragen, ist der Platz auf dem Wolf mit der Nähe zur Autobahn, zur Bahninfrastruktur und zur Stadt der ideale Ort für einen solchen Umschlagplatz.» Luca Olivieri versprach, dass der Güterverkehr auch in Zukunft seinen Platz auf dem Wolf haben wird.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch