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Nun geht auch der BVB-Vizedirektor

«Stefan Popp hat seinen Rücktritt eingereicht.» Mit diesen Worten verkündete BVB-Verwaltungsratspräsidentin Yvonne Hunkeler am Freitag eine weitere Rochade in der Führung des angeschlagenen Verkehrsbetriebes.

Mischa Hauswirth
Nun ist das Führungsduo weg: Stefan Popp (l.) ist von seinem Posten als Vizedirektor nach Erich Lagler (r.) zurückgetreten.
Nun ist das Führungsduo weg: Stefan Popp (l.) ist von seinem Posten als Vizedirektor nach Erich Lagler (r.) zurückgetreten.

Dass etwas geschehen musste, war klar: Nachdem Bruno Stehrenberger zum neuen Direktor der Basler Verkehrsbetriebe (BVB) gewählt wurde und damit die Pleiten-Pech-und-Pannen-Ära von Erich Lagler beendete, konnte sich das Schicksal eigentlich nur gegen den Vize-Direktor Stefan Popp wenden. Am Freitagmorgen nun gab die BVB-Spitze – eingepackt in die Erklärungen zur Neuausrichtung – bekannt, dass der bisherige Vize-Direktor Stefan Popp nicht mehr zur Führungcrew gehört. Er habe sich entschieden, neue Aufgaben ausserhalb des Betriebes wahrzunehmen. Hunkeler nannte keine Gründe für diesen Entscheid und ging nicht auf die Details ein. Und Popp war nicht vor Ort. Hunkeler sagte nur, es sei das Resultat von längeren Gesprächen und umfassenden Analysen gewesen. Ob der Druck in den vergangenen Wochen auf Popp so gross geworden ist, dass er sich zu diesem Schritt entschied, ist unklar. Der Posten des Vize-Direktors jedenfalls ist nun vakant und die Personalrekrutierung läuft.

Hunkeler nutzte die Möglichkeit, nochmals den Verwaltungsratsentscheid für Bruno Stehrenberger hervozuheben. Es sei «die beste Lösung» gewesen, jemanden von intern und mit der nötigen Fachkompetenz zu wählen.

Blick nach vorn Der neue BVB Direktor wollte nicht zurück, sondern nach vorn blicken. Zur Vergangenheit sagte er nur, dass die Führung sich wieder auf die wesentlichen Punkte und das Kerngeschäft der BVB konzentrieren wolle – auf den öffentlichen Verkehr.

Stehrenbeger präsentierte viele Punkte, die er in den kommenden Wochen und Monaten umsetzen will. «Wir wollen noch besser werden», sagte er. Und zeigte auf einer Powerpoint-Präsentation, was er darunter versteht: «So sollen künftig die für die Fahrgäste relevanten Bereiche Verkehr (Fahrbetrieb), Technik (Fahrzeuge) und Infrastruktur (Schienen) durch ein interdisziplinäres Fachgremium enger zusammen arbeiten. Dadurch kann auf die ursprünglich angedachte Reorganisation verzichtet werden.» Diese Fusion ergebe kürzere Wege und eine bessere Koordination unter den verschiedenen Bereichen. Zudem will Stehrenberger einen «starken Servicepublic». Themen wie die vielen Trambaustellen in der Stadt oder dass die Trams durch die Stadt mehr kriechen als fahren oder der Chauffeurenmangel schnitt der neue Direktor gar nicht oder nur kurz an. Bei dem Fahrpersonal dauere der Engpass und damit die Unterdeckung (BaZ berichtete) noch bis Ende Jahr, dann sei das Problem vom Tisch. Neue Kalkulationsprogramme sollen helfen, künftige Unterdeckungen beim Personal zu verhindern.

Neue Mobilitätsformen anpeilen

Lieber und ausführlicher sprach Stehrenberger von der «Mikromobilität», in der sich die BVB künftig positionieren will. Damit ist jener Bereich gemeint, in dem es nicht um Trams oder Busse geht, sondern um Velo-, Trottinett- oder E-Scooterverleih. Wie genau da die BVB mitspielen könnte, ob als Anbieter oder Partner eines Anbieters, ist für den BVB-Direktor noch nicht klar. In naher Zukunft soll deshalb ein Konzept her. Die BLT haben bereits das E-Bike-Angebot.

Klar sei nur, dass die BVB auf dieses Mobilitätsbedürfnis der Bevölkerung reagieren müsse, so Stehrenberger. In diese Richtung geht auch die Auflage, bis 2027 nur noch Technologien mit erneuerbaren Energien einzusetzen, was vor allem auf eine Erneuerung der Busflotte hinauslaufen dürfte.

Bessere Mitarbeiterzufriedenheit erreichen

Zudem will er wieder ins Bewusstsein von Politik und Bevölkerung rücken, dass öffentlicher Verkehr etwas kostet. «Die Frage muss beantwortet werden, welchen ÖV wir haben wollen und was dieser kostet», sagte Stehrenberger. Er wolle nicht die Sparschraube als Richtlinie für die Zukunft. Damit setzt Stehrenberger eine deutliche Abgrenzungswand zu seinen Vorgängern, die vor allem auf Sparen und Kostenoptimierung setzten. Nichtsdestotrotz will der neue BVB-Direktor einen «haushälterischen Umgang mit den finanziellen Mitteln».

Ansetzen will Stehrenberger auch bei der Mitarbeiterzufriedenheit und dort wieder bessere Rahmenbedingungen schaffen. «Seit meinem Amtsantritt Mitte Juli habe ich die BVB und ihre Mitarbeitenden noch besser kennengelernt», sagte der BVB-Direktor. «Die Mitarbeitenden machen einen hervorragenden Job in einem höchst anspruchsvollen Umfeld. Eine hohe Mitarbeitendenzufriedenheit bildet die Basis für erstklassige Dienstleistungen für unsere Fahrgäste», so Stehrenberger.

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