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Nordwind ist Schuld an Südanflügen

Ausgeprägte Nordwindlagen waren laut dem Bundesamt für Zivilluftfahrt Grund für den Anstieg der umstrittenen Südanflüge auf dem EuroAirport.

Der Anteil der Südanflüge an den Landungen auf dem EuroAirport war 2010 um 2,1 Prozentpunkte auf 9,96 Prozent gestiegen. Übertrifft indes der Wert 8 Prozent, müssen die Luftfahrtbehörden der Schweiz und Frankreichs gemäss einer Vereinbarung eine vertiefte Analyse vornehmen, wie das Bazl in einer Mitteilung vom Mittwoch festhält.

Diese liegt nun vor. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) und die Direction générale de l'aviation civile (DGAC) kommen darin zum Schluss, dass ausgeprägte Nordwindlagen in der ersten Jahreshälfte 2010 der Grund dafür waren, dass der Anteil der Südanflüge jenen von 2009 überstieg und auch um 1 Prozentpunkt höher als 2008 war.

Ein vom Bazl in Auftrag gegebenes Gutachten des Deutschen Wetterdienstes habe den Befund zudem bestätigt, hiess es weiter: Laut den Experten seien die Nordwindlagen in einem Vergleich der letzten zehn Jahre insbesondere im zweiten Quartal 2010 am stärksten gewesen.

Seit 2008 nähmen diese Nordwindlagen zudem tendenziell zu, was gemäss Gutachten auf ein in Zyklen auftretendes Wetterphänomen zurückgehe. 2008 war das erste Betriebsjahr des Instrumentenlandessystems ILS 33 für Anflüge auf die Südpiste, mit dem auf dem Flughafen ein neues Anflugsregime eingeführt worden war.

Heftige Proteste

Der höchste Anteil an Südanflügen war 2010 im Übrigen mit 23,9 Prozent im Mai verbucht worden, der tiefste mit 2,3 Prozent im August, wie es weiter hiess. Am meisten Südanflüge gab es jeweils montags und dienstags, am wenigsten samstags. Gesamthaft halten Bazl und DGAC indes fest, dass die ILS-33-Nutzung auch 2010 ihrem Abkommen entsprach.

Dieses wurde bei der Einführung des Landesystems geschlossen und regelt auch, dass Landungen aus Süden dann erfolgen, wenn der Nordwind solche aus Norden nicht mehr zulässt. Die Südanflüge erfolgen indes über dicht besiedeltem Gebiet und führen in den Schweizer Gemeinden südlich des Flughafens seit 2008 zu heftigen Protesten.

Die DGAC will nun ein weiteres Windmessgerät an der Piste anbringen, das den Fluglotsen noch mehr Daten liefert. Zudem sind Trainingsflüge auf dem ILS 33 verboten worden; bisher waren die Piloten nur zum Verzicht aufgefordert worden.

Bauarbeiten ab Mai

2011 werden indes wegen der Sanierung der Nord-Süd-Piste die Südanflüge von Anfang Mai bis Anfang Juli nicht gezählt: Das ILS 33 ist dann ausser Betrieb, und die Flugzeuge fliegen den Flughafen über eine alte Route mit einer Kurve kurz vor der Landung an. Der Anteil der Südlandungen soll in den anderen Monaten ermittelt werden.

SDA/amu

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