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Museum der Kulturen ist auf Kurs

Ein deutsches Kultur-Beratungsunternehmen durchleuchtet das Basler Museum und bescheinigt ihm, dass es alle Anforderungen erfüllt.

Das Museum der Kulturen hat ein innovatives Ausstellungkonzept, steht in der Betriebsanalyse.
Das Museum der Kulturen hat ein innovatives Ausstellungkonzept, steht in der Betriebsanalyse.
Kostas Maros

Für einmal ging es nicht um ­Defizite, Geld-und Organisationsprobleme, mangelhafte Inventarisierung und interne Querelen, wie sonst in der letzten Zeit bei Basler Museen. Denn bei der gestrigen Präsentation der Betriebsanalyse des Museums der Kulturen hatten Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann zusammen mit der Co-Leiterin der Abteilung Kultur Sonja Kuhn und der Direktorin des ­Museums Anna Schmid nur Positives zu berichten. Die Jahresergebnisse seien ausgeglichen, das Ausstellungsprogramm innovativ, die Besucherzahlen über die Jahre hin stabil und der Inventarisierungsgrad der Sammlung mit 95 Prozent sehr hoch.

Das Museum könne in nahezu allen Bereichen die Leistungs- und Wirkungsziele erfüllen, heisst es in der Betriebsanalyse des deutschen Beratungsunternehmens Actori, das Kultur-, ­Entertainment- und Bildungs­institutionen berät und vermarktet. «Ich freue mich sehr, dass das Museum der Kulturen so gut und stabil dasteht. Hier wird sehr gute Arbeit geleistet,» erklärt ­Elisabeth Ackermann gegenüber der BaZ.

Drittes untersuchte Museum

Das Museum der Kulturen ist das dritte staatliche Museum Basels, das durchleuchtet wurde. «Wir haben die erste Betriebsanalyse beim Kunstmuseum gemacht, dann beim Historischen Museum und dann auch Massnahmen ergriffen. Beim Museum der Kulturen müssen wir dies nun nicht», betont Elisabeth Ackermann. Das Haus sei gut aufgestellt und die Führung professionell. «Das Museum unterging vor acht Jahren eine umfassende ­Sanierung und Erweiterung. Die Infrastruktur ist deshalb sehr gut. Dazu kommt die Stabilität mit der langjährigen Direktion, die das Haus gut führt.» Für Museumsdirektorin Anna Schmid kommt das Lob nicht überraschend, wie sie der BaZ erklärt: «Ein Haus zu führen, heisst auch zu wissen, wie es um das Haus bestellt ist. Es wäre ja fatal, wenn ich das nicht schon vor dem ­Bericht gewusst hätte.»

Immer im Budget

Das Globalbudget von 9 Millionen Franken reiche für den Normalbetrieb aus. Wegen einer Neubewertung der Museumsliegenschaften durch «Immobilen Basel-Stadt» wurde 2018 auf 9,6 Millionen Franken erhöht. Dazu kommen noch Drittmittel in wechselnder Höhe für Veranstaltungen und Ausstellungen.

Einziges Problem seien die Besucherzahlen. Dies sind mit 73 000 Besucherinnen und Besucher zwar stabil, könnten aber höher sein. Einzig 2018 als das Museum seinen 125-jähriges Jubiläum feierte kamen 81000. Rückläufig ist hingegen der Ertrag aus Ticketverkäufen. Co-Kulturchefin Sonja Kuhn betont aber, dass dies ein allgemeines Phänomen sei. Schuld seien die vielen Veranstaltungen und ­Gratiseintritte.

Bald Online

Handlungsbedarf sieht die ­Analyse allerdings im Bereich Kommunikation sowie bei Bildung und Vermittlung, bei der Organisationsstruktur, der digitalen Erfassung der Sammlung und bei der Provenienzforschung. Daraus leitet die Analyse den Bedarf an zusätzlich 70 Stellenprozenten ab. Das entspräche einem Mehrbedarf von 123000 Franken. Museums­direktorin Anna Schmid will damit eine neue Stelle im Social-Media-Bereich schaffen. Darüber hinaus verweist Schmid darauf, dass erst 12 Prozent der rund 340000 Objekte der Sammlung fotografisch erfasst seien.

Trotz der guten Nachrichten muss das Museum also Hausaufgaben machen. So definiert das Beratungsunternehmen in seinem Bericht einen Massnahmenkatalog mit fünf Punkten. Dazu gehört die Schaffung der oben genannten Kommunikationsstelle, sowie die Überprüfung der hierarchischen Organisationsstruktur, eine neue Vermittlungsstrategie, die Vervollständigung der Inventarisierung und Provenienzforschung sowie die Digitalisierung der Sammlungen. Das liegt auf der Linie von Direktorin Anna Schmid: «Für uns wäre es wünschenswert, dass wir bald mit unserer Sammlung online gehen und damit auch andere erreichen können».

Ausstehend sind jetzt noch die Betriebsanalysen für das Naturhistorische Museum und das Antikenmuseum.

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