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Missbrauchsvorwürfe und Verhaftung in Allschwiler Kinderkrippe

In Allschwil wurde ein Kita-Leiter wegen Verdachts auf sexuelle Handlungen mit Kindern verhaftet.

Der Vorfall fand in einer Globegarden-Kita statt. Das Bild zeigt eine andere Kita dieser Kette. Foto: Tamedia
Der Vorfall fand in einer Globegarden-Kita statt. Das Bild zeigt eine andere Kita dieser Kette. Foto: Tamedia

Seit Mittwoch steht die schweizweite Kita-Kette Globegarden in massiver Kritik. Wie das Online-Magazin «Republik» schreibt, herrschen dort schlechte Arbeitsbedingungen und ständiger Personalmangel, sodass es immer wieder zu gefährlichen Situationen für die Kinder kam. Nach diesem Artikel meldeten sich auch Personen bei der «Basler Zeitung», die von unhaltbaren Zuständen bei den Globegarden-Krippen in der Region berichteten. Doch es kommt noch viel schlimmer.

Wie die BaZ erfahren hat, wurde der Leiter der Globegarden-Krippe an der Steinbühlallee in Allschwil verhaftet. «Am 6. Dezember wurde in einer Kinderkrippe in Allschwil ein 35-jähriger Betreuer festgenommen. Wir haben eine Strafverfolgung wegen sexueller Handlungen mit Kindern eingeleitet», bestätigt Michael Lutz, Sprecher der Baselbieter Staatsanwaltschaft. Der Mann sei zurzeit noch in Haft.

Eltern informiert

Die Staatsanwaltschaft bestätigt weder den Fakt, dass es sich um eine Globegarden-Krippe handelt, noch bestätigt sie die Stellung des Verhafteten. Der BaZ lagen jedoch bereits gestern Nachmittag Beweise vor, dass es sich bei dem Betroffenen um den Betriebsleiter handelt. Offenbar hat eine Mitarbeiterin der Kita die sexuelle Grenzüberschreitung bei einer Mittagsschlafkontrolle beobachtet. Eine weitere Mitarbeiterin hat daraufhin sofort die Polizei eingeschaltet. Seither ist der 35-Jährige in Untersuchungshaft. Das betroffene Kind und dessen Eltern wurden am Freitag von der Polizei betreut. Da es bei weiteren Kindern ebenfalls Hinweise auf sexuelle Grenzüberschreitungen gab, wurden auch deren Eltern am Wochenende einbezogen. Alle anderen Eltern erhielten am Montag nach dem Vorfall eine Mail, in der der Sachverhalt geschildert wurde. Am Dienstag fand ein Elternabend statt.

Gestern, am späten Nachmittag, bestätigte das Tagesheim die Verhaftung auch in einer Medienmitteilung: «Wir sind alle geschockt und zutiefst erschüttert von dem Vorfall, und unsere Gedanken sind bei dem Kind und den Eltern», sagt Christina Mair, die Teil der Geschäftsführung von Globegarden ist. «Der Schutz und die Sicherheit aller Kinder haben für uns oberste Priorität. Bei Grenzverletzungen gilt Nulltoleranz. Wir haben den Beschuldigten noch am selben Tag fristlos entlassen.» Ihm sei der Schlüssel zur Kinderkrippe abgenommen und der Zutritt strengstens untersagt worden. Juristisch gelte bis zu einer möglichen Verurteilung aber die Unschuldsvermutung.

Frisch eingestellt

Wie es in der Mitteilung heisst, bleibt das Tagesheim weiterhin zu regulären Betriebszeiten geöffnet. Die Mitarbeitenden werden durch eine pädagogische Fachberaterin sowie Notfallpsychologen unterstützt. Das betroffene Tagesheim wurde 2012 gegründet und erst kürzlich, am 1. April 2019, von der Trägerschaft Globegarden übernommen. Im Rahmen dieses Wechsels wurde der nun verhaftete Mitarbeiter eingestellt.

Laut der Tagesstätte sei das Bewerbungsdossier wie bei allen Mitarbeitenden im Mehraugenprinzip geprüft und Referenzen sowie ein Sonderprivatauszug des schweizerischen Strafregisters eingeholt worden. «Es gab zu diesem Zeitpunkt keine Hinweise, die gegen eine Anstellung gesprochen hätten», schreibt die Kita in der Medienmitteilung. Globegarden betreibt verschiedene Standorte in der Deutschschweiz, beschäftigt nach eigenen Angaben 700 Mitarbeitende, bildet derzeit 150 Lernende aus und betreut insgesamt über 2600 Kinder.

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