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Millionen-Investitionen wegen Klimaerwärmung

Zu viel Wasser im Birsig, zu wenig im Rhein, Anpassungen bei der Trinkwasserversorgung: Der Klimawandel stellt Basel-Stadt künftig vor grössere Herausforderungen – auch finanziell.

Risiko: Bei grösserer Abflussmenge könnte der Birsig die Innenstadt überschwemmen.
Risiko: Bei grösserer Abflussmenge könnte der Birsig die Innenstadt überschwemmen.
Henry Muchenberger

Massnahmen gegen die Folgen des Klimawandels erfordern im Kanton Basel-Stadt dereinst Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe. Dies zeigt ein Bericht auf, den Experten der Kantonsverwaltung ausgearbeitet haben.

Den grössten Handlungbedarf im Stadtkanton ortet der am Mittwoch vorgestellte Klimafolgenbericht bei der Gewässerökologie und der Flusswassernutzung, bei Grund- und Trinkwasser sowie bei Gebäuden und Infrastruktur. Der Bericht diene den Behörden als langfristige Orientierungshilfe. Massnahmen seien noch keine beschlossen worden, sagte «Umweltminister» Christoph Brutschin vor den Medien.

Gefährlicher Birsig

Zu den Folgen der Klimaerwärmung gehört unter anderem die steigende Überschwemmungsgefahr. Überraschenderweise geht diesbezüglich im Stadtkanton das grösste Risiko nicht vom mächtigen Rhein, sondern vom kleinen Birsig aus, wie Jürg Hofer, Leiter des Amts für Umwelt und Energie eine Erkenntnis aus dem Bericht darlegte. Steigt im Birsig die Abflussmenge wegen des Klimawandels um zehn Prozent an, kann der Fluss die ganze Innenstadt überschwemmen und riesige Schäden anrichten. Um das Risiko zu senken, müsste gemäss dem Bericht die Fernwärmeleitung aus dem Birsigstollen entfernt und die Korrektion des Einlaufbauwerks rückgängig gemacht werden. Die Kosten dafür werden auf rund 20 Millionen Franken veranschlagt.

Vom Rhein geht dagegen keine zusätzliche Überschwemmungsgefahr aus. Zur Diskussion gestellt wird jedoch im Bericht eine Austiefung der Fahrwasserrinne um 30 cm, um die Situation für die Schifffahrt im Fall von Niederwasser zu verbessern. Die Kosten dieser ökologisch umstrittenen Massnahme werden auf ein bis drei Millionen geschätzt. Um die Trinkwasserversorgung zu sichern, braucht es dereinst ebenfalls einen zweistelligen Millionenbetrag. Unter anderem muss möglicherweise die Rheinwasserentnahme verlegt werden. Bei den Industriellen Werken wird derzeit eine Studie zur Wasserversorgung 2030 erstellt.

Zielkonflikt bei Hagelschlag und Solaranlagen

Weil mit dem Klimawandel die Gewässertemperatur steigt, müssen zudem laut Hofer Industrie und Gewerbe nach neuen Lösungen für ihren Kühlbedarf suchen. Während Hitzeperioden werden sie dafür Rheinwasser nicht mehr nutzen können. Schon im Hitzesommer 2003 hätten flusswassergestützte Kühlanlagen eigentlich teilweise stillgelegt werden müssen, sagte Hofer. Für Gebäude und Infrastruktur im Stadtkanton nennt der Klimafolgenbericht indes Hagelschlag als grösste Gefahr. Begegnet werden kann dieser namentlich mit geeigneten Baumaterialien.

Allerdings ortet der Bericht einen Zielkonflikt mit dem Ausbau der Photovoltaik: So verlangt das Hagelschutzregister, das in Basel-Stadt verbindlich erklärt werden soll, für die Region Basel einen Widerstand gegen 3 cm grosse Hagelkörner. Die auch im Raum Basel weit verbreiteten Solaranlagen aus der EU und aus China müssen dagegen nur 2,5 cm grosse Hagelkörner aushalten.

SDA/jg

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