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Mehr Lärmschutz bei der Basler Osttangente

Die Grossratskommission will, dass eine längere Überdeckung in der Breite geprüft wird.

Der Immissionsgrenzwert ist heute entlang der Osttangente bei 191 Objekten überschritten, bei 17 auch der Alarmwert. Foto: Margrit Müller
Der Immissionsgrenzwert ist heute entlang der Osttangente bei 191 Objekten überschritten, bei 17 auch der Alarmwert. Foto: Margrit Müller

Der Lärmschutz ist der gross­rätlichen Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission (Uvek) ein wichtiges Anliegen. Wenn sie nun den von der Regierung beantragten Kredit für Lärmschutzmassnahmen an der Autobahn Osttangente kürzen will, so heisst das nicht, dass sie weniger Schutz will. Vielmehr soll die Regierung eine längere Einhausung in der Breite prüfen.

Der Ratschlag der Regierung für Massnahmen, die über das Bundesgesetz hinausgehen, ist die Folge einer vom Grossen Rat als Auftrag überwiesenen Motion von Dominique ­König-Lüdin (SP) und mit einem Kreditantrag von 5,025 Millionen Franken verbunden.

Der Immissionsgrenzwert ist heute entlang der Osttangente bei 191 Objekten überschritten, bei 17 Objekten wird auch der Alarmwert überschritten. Auch mit den Massnahmen gemäss Bundes­gesetz bleiben Überschreitungen bei 89 beziehungsweise vier Objekten bestehen. Grund dafür ist laut Kommissionsbericht, dass parallel zur Autobahn eine Bahnlinie mit erheblichem Güterzug-Aufkommen verläuft, nämlich die Verbindung von und nach Deutschland.

2000 Schallschutzfenster

Der Bund will einen lärmmindernden Belag auf der Osttangente anbringen und auf der Schwarzwaldbrücke eine Lärmschutzwand errichten. Damit ist die Uvek grundsätzlich einverstanden, kritisiert aber den Standort der Schutzwand, weil der Langsamverkehr nicht geschützt würde. Sie fordert den Regierungsrat auf, vom Bundesamt für Strassen eine möglichst gute optische und akustische Trennung von Langsamverkehr und motorisiertem Verkehr zu verlangen.

Zusätzlich zu den vom Bund vorgesehenen Massnahmen will der Regierungsrat 2000 Schallschutzfenster einbauen sowie je eine Lärmschutzwand an der Schwarzwaldallee 62 und entlang der Galgenhügelpromenade erstellen. Zudem soll der Abschnitt Breite auf der Westseite eingehaust werden, wie dies 1996 bereits auf der Ostseite geschah.

500 statt 260 Meter

Nun geht der Regierungsrat davon aus, dass die Autobahn nur auf 260 Metern eingehaust wird. Mit der Überdeckung würden 153 Personen besser vor Strassenlärm geschützt. Die von der Uvek angehörten Interessenverbände seien aber der Meinung, die Umsetzung der Motion erfordere eine Einhausung auf einer Länge von 500 Metern. Dies würde wegen Entlüftung, Notausgängen und einer Abstützung auf der Baldeggerstrasse zu mehr als doppelt so hohen Kosten führen. Deshalb soll der Regierungsrat in einem neuen Ratschlag die Varianten 260 und 500 Meter sowie den Status quo einander gegenüberstellen. Weil damit neue Kostenberechnungen entstehen, soll der Kreditantrag der Regierung um eine Million gekürzt werden.

Eine Erhöhung der bestehenden Schutzwand im Kleinbasel zwischen Schwarzwaldbrücke und dem Badischen Bahnhof lehnt das Bundesamt für Strassen ab. Die Uvek möchte eine neue höhere Lärmschutzwand an der Schwarzwaldallee prüfen lassen und erwartet vom Regierungsrat einen Vorschlag im Rahmen der Einhausung Breite.

Tempo 60 für Lastwagen

Weiter hält die Uvek an einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf der Osttangente fest und stellt sich als Kompromiss hinter die Forderung des Regierungsrats, für Lastwagen generell Tempo 60 vorzugeben. Dies soll auf Bundesebene eingebracht werden. Tagsüber könnten Lastwagen zwar kaum schneller fahren, aber in der Nacht und vor allem am frühen Morgen bringe das tiefere Maximum eine Lärm­reduktion für Anwohnende.

Die Uvek beantragt nun also 4,025 Millionen Franken für übergesetzliche Lärmschutzmass­nahmen zu bewilligen, nämlich 2,46 Millionen für Schallschutzfenster und eine Lärmschutzwand an der Schwarzwaldallee 62 sowie 1,38 Millionen für die Schutzwand entlang der Galgenhügel-Promenade. Die von Raphael Fuhrer (Grüne) präsidierte Uvek hat ihren Bericht mit zwölf gegen null Stimmen und einer Enthaltung verabschiedet.

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