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Massnahmen treffen Lehrlinge hart

Im Kanton Basel-Stadt ist für den Unterricht zu Hause für alle Schülerinnen und Schüler kurzfristig gesorgt. Langfristig ist aber noch vieles unklar. Besonders prekär ist die Situation für Lehrlinge. Der Kanton hilft Lehrbetrieben aus.

So funktionieren Pressekonferenzen in Zeiten von Corona. Ähnlich dürfte es bei den Lehrlingsabschlussprüfungen aussehen.
So funktionieren Pressekonferenzen in Zeiten von Corona. Ähnlich dürfte es bei den Lehrlingsabschlussprüfungen aussehen.
Dominik Plüss

Die Schulschliessungen haben weitreichende Konsequenzen. Von der Umstellung auf neue Lernmethoden bis zum möglichen Verlust von Lehrstellen. Vorerst bleiben die Schulen aufgrund der Massnahmen des ­Bundes bis zum 19. April für fünf Wochen geschlossen – vom 4. bis 18. April stehen allerdings die Frühjahrsferien an. Wie es danach weitergeht, hängt von den weiteren Entscheidungen des Bundes ab.

An der Medienkonferenz vom Donnerstag informierten Con­radin Cramer, Vorsteher Erziehungsdepartement, Ulrich Maier, Leiter Mittelschulen und Berufsbildung, und Dieter Baur, Leiter Volksschulen, über den Schulbetrieb im Stadtkanton. In der Aula des Gymnasiums am Münsterplatz, mit genügend Abstand zwischen den Sitzplätzen der Medienschaffenden und Behördenmitgliedern, lobte Cramer den Einsatz der Lehrpersonen und die vielen kreativen Lösungen, die nun eingesetzt werden.

Videokonferenzen und Heimbesuche

Konkret heisst das für die Volksschulen: Lehrer, die per Videokonferenz mit ihrer gesamten Klasse verbunden sind, und Kindergartenlehrer, die ihren Schülern Bastelmaterial nach Hause liefern. Die Lehrerinnen und Lehrer wollen auf diese Weise ihre Schüler betreuen und ihren Bedürfnissen Rechnung tragen. Auch wird zurzeit vor allem Schulstoff vertieft, der bereits im regulären Unterricht Thema war. Für jene Kinder, die nicht zu Hause betreut werden können, findet der Unterricht in grossen ­Aulas statt, in denen genügend Abstand zueinander gehalten werden kann.

Kindertagesstätten und eine Betreuung an einzelnen Schulen stehen allerdings nur noch den Kindern von Eltern offen, die eine Betreuung nicht oder nur durch besonders gefährdete Personen gewährleisten könnten. Das gilt in erster Linie für Personen, die in Gesundheitsberufen tätig sind oder sonstige zwingende Arbeitsverpflichtungen haben. Neu dürfen die Angebote auch von Familien genutzt werden, in denen ein Elternteil durch die Teilmobilmachung der Armee ausfällt.

In den Mittelschulen und Gymnasien sei die Situation einfacher, da die Schüler in diesem Alter daran gewöhnt seien, selbstständig zu lernen. Mit zunehmendem Alter seien die Schüler und Schülerinnen auch «digitalisierter». Doch wie Ulrich Maier klarstellt, sei «niemand für Distance-Learning-Unterricht gewappnet». Die Schüler sind insbesondere ­dadurch gefordert, dass sie nun selber eine Tagesstruktur aufrechterhalten müssen.

Bis zu den Frühlingsferien werden keine Prüfungen geschrieben und keine Noten verteilt – mit Ausnahme der Lehrabschlussprüfungen, die in diesen Wochen stattfinden. Für die Lehrlinge ist die Situation besonders prekär. Vielerorts wurden sie von ihren Lehrbetrieben seit Montag ebenfalls nach Hause geschickt. Es herrscht Unsicherheit, ob sie nach der Corona-Krise noch an ihre Stelle zurückkehren können. «Der Lehrstellenmarkt wird nicht der gleiche sein. Wir wissen, wie die Betriebe zu kämpfen haben», sagt Regierungsrat Cramer. Aus diesem Grund bemüht sich das Erziehungsdepartement zusammen mit dem Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt, dafür zu sorgen, dass von April bis Juni die Finanzierung für Lehrbetriebe gewährleistet wird.

«Wir wollen unbedingt verhindern, dass Lehrstellen verloren gehen», sagt Ulrich Maier. Einzig die Lehrlinge im Gesundheitsbereich bleiben verschont: Ab kommendem Montag arbeiten sie zu 100 Prozent in ihren Lehrbetrieben.

Fehlender sozialer Kontakt erschwert Integration

Trotz den kreativen Lösungen der Lehrer und Lehrerinnen sei der Unterricht nicht «der gleiche», meint Cramer. Der soziale Kontakt fehle. Auch sei die Schule der beste Ort für die Integration – dies falle nun ebenfalls aus.

Die Situation sei für Eltern von Schülern, die auf besondere Unterstützung angewiesen sind, «besonders bitter». Die Lehrpersonen, Schulpsychologen und Sozialarbeiter seien zwar in Kontakt mit den Familien, doch für die Eltern sei das eine enorme Belastung. Die Lehrer und Lehrerinnen selber müssen gewisse Präsenzzeiten an den Schulen aufrechterhalten.

Wie es nach dem 19. April weitergehen soll, ist noch offen. Man wolle, dass die Schulen so bald wie möglich wieder öffnen, doch die Bekämpfung des Virus stehe an oberster Stelle, sagt Cramer. Besondere Abklärungen ­seien für die Abschlussklassen nötig; man arbeite an rechtlich abgesicherten Lösungen. Regelungen und Abläufe betreffend Maturprüfungen müssten aber landesweit einheitlich sein.

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