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Linksautonome bejubeln Sachbeschädigungen

Die Randalierer, die letzten Freitag die Basler Innerstadt verwüstet haben, melden sich mit einem Hass-Brief zu Wort. Sie freuen sich, dass es gelungen ist, der Wirtschaft Schaden zuzufügen.

Massive Gewalt. Vermummte schlugen am Freitagabend gegen die Scheiben der Helvetia-Versicherungen am Steinengraben.
Massive Gewalt. Vermummte schlugen am Freitagabend gegen die Scheiben der Helvetia-Versicherungen am Steinengraben.
Martin Regenass

Am Freitagabend haben rund 50 schwarz Vermummte in der Basler Innenstadt randaliert und gros­sen Sachschaden angerichtet. Es bot sich danach ein Bild der Verwüstung entlang des Steinen- und Schützengrabens.

In der linksalternativen Szene waren die Sachbeschädigungen ein Grund zur Freude. Ein im Internet aufgetauchtes, anonymes Schreiben zeigt eindrücklich, wie aggressiv es in der Szene zur Sache geht. Vordergründig ist da die Rede von einer Demonstration gegen «Rassismus, Repression und Vertreibung». Es sei darum gegangen, in Zeiten immer stärkerer Fremdenfeindlichkeit, der Unterordnung jeglicher Existenz unter kapitalistische Interessen, einer wachsenden Kontrolle und Überwachung des Alltags und von Verdrängung von QuartierbewohnerInnen durch die profitorientierte Stadtentwicklung, «ein starkes Zeichen zu setzen».

Versicherungen sind böse

Im nächsten Abschnitt legen die Verfasser aber die Zurückhaltung gänzlich ab: «Der Umzug zog den Steinengraben entlang, einer Strasse, in der es nur noch Platz hat für anonyme, protzige Bürogebäude. Aus dem Umzug heraus wurden dann auch die Scheiben mehrerer Versicherungen eingeschlagen, die seit Jahren mitverantwortlich sind für diese Entwicklung weg von einer lebendigen, bewohnten Strasse zu einer sterilen, toten Umgebung.»

Den Angriff auf eine Sicherheitsfirma begrüssen die Verfasser des Hassbriefes ausdrücklich. Die Firma sei sich nicht zu schade ist, besetzte Häuser nach der Räumung vor erneuten Wiederbelegungsversuchen zu schützen.

Parteizentrale «entglast»

Der Saubannerzug machte auch Halt beim Büro der SVP, «dessen Eingangsbereich entglast wurde». Die rassistische Politik der Partei habe zu einer gesellschaftsweiten, fremdenfeindlichen Grundstimmung geführt, begründen die Kriminellen ihre Selbstjustiz. «Wäre man auf dem Weg noch an weiteren Büros von anderen Parteien, die diese Politik stützen und mittragen, vorbeigekommen, wären diese wohl ebenfalls angegriffen worden, denn alle etablierten Parteien sind mitverantwortlich für das gesellschaftliche Desaster».

Später habe man noch das Gerichtsgebäude «eingefärbt», weil mit immer neuen Überwachungsgesetzen, jeglicher «Ungehorsam» verfolgt werde und weil Gesinnungsgenossen der Prozess gemacht werde, die im letzten Herbst gegen die Militärübung Conex15 randalierten. Bereits damals richtete der vom «Scharzen Block» angeführte Schlägertrupp grossen Sachschaden an.

Besondere Freude hatten die Verfasser des Schreibens am Vorgehen gegen die Polizei: «Die schnell anrückenden Bullen wurden zur Verteidigung entschlossen angegriffen und konnten mehrmals vertrieben werden.» Den Verhafteten vom letzten Freitag wünschen die Linksautonomen viel Kraft und Durchhaltewillen: «Wir sind solidarisch mit allen Gefangenen».

Inspiriert durch Gewalt

Die Linksautonomen solidarisieren sich mit den Chaoten in Berlin, «die bereits seit Monaten im ‹Gefahrengebiet› von der Polizei terrorisiert werden» und schicken einen Gruss an die «wilden DemonstrantInnen in Frankreich». Deren Revolte, die es vermöge, «die Wirtschaft zu blockieren und zu sabotieren, inspiriert und ermutigt uns».

Der anynyme Schlägertrupp beendet seinen Hassbrief gegen die Gesellschaft mit einem absurden Aufruf: «Lasst uns zusammen kommen, uns organisieren, gemeinsam den Käfig verwüsten und die Gitterstäbe aus verschiedenen Formen des Zwanges und der Unterdrückung durchbrechen, um uns neue Wege in die Zukunft zu eröffnen».

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