Linke wollen künstliche Staus

Im Oktober berät der Grosse Rat die Dosierstellen an Lichtsignalen. Die zuständige Kommission ist gespalten.

An verschiedenen Orten wie hier an der Elsässerstrasse soll der Verkehr künstlich gestaut werden.

An verschiedenen Orten wie hier an der Elsässerstrasse soll der Verkehr künstlich gestaut werden.

(Bild: Nicole Pont)

Sieben Kommissionsmitglieder der Linken sind für das Konzept für längere Rotphasen, sechs der bürgerlichen Ratsseite dagegen. Dies geht aus dem am Freitag veröffentlichten Bericht der Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission des Grossen Rats (Uvek) hervor.

Mit ihrem im April vorgelegten Verkehrslenkungskonzept will die Regierung die Wohnquartiere vom Durchgangsverkehr entlasten und die Lebensqualität verbessern. Der Autoverkehrs soll konsequenter auf die Hauptachsen geführt und dort verflüssigt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, sind unter anderem sieben Dosier-Lichtsignalanlagen vorgesehen. Dort soll der Auto- und Lastwagenverkehr gestaut und tropfenweise in die Stadt gelassen werden.

Das Bau- und Verkehrsdepartement unter der Führung von SP-Regierungsrat Hans-Peter Wessels soll das neue Konzept innerhalb der nächsten fünf Jahre umsetzen. Die Kosten dafür sind auf 1,22 Millionen Franken veranschlagt.

Die Mehrheit der Uvek unterstützt das Konzept ohne Änderungen. Die bürgerliche Kommissionsminderheit dagegen befürchtet künstliche Staus und die Verlagerung des Autoverkehrs in andere Stadtgebiete. Sie beantragt deshalb Rückweisung der Vorlage an die Regierung.

Verschärfung trotz Rückgang der Autofahrten

Das Verkehrslenkungskonzept ist auch umstritten, weil das Amt für Mobilität auf dem stadtbasler Strassennetz seit 2010 einen Rückgang der Autofahrten von minus sechs Prozent gemessen hat. In ihrem Bericht spricht die Regierung aber plötzlich von einer «Zunahme des motorisierten Individualverkehrs» aufgrund wachsender Pendlerströme.

Bei einem Pilotversuch in der Elsässerstrasse vor dem Voltaplatz gelangen mit diesen künstlichen Staus nur noch 350 statt 400 Fahrzeuge in die Stadt. Die dortige Halbierung der Grünphase bei der Ampel führt allerdings dazu, dass die Autofahrer ausweichen und den Voltaplatz beispielsweise über die Schlachthofstrasse anfahren. Um solche Effekte durch die Quartiere zu verhindern, will die Regierung Schickanen einbauen. So sollen beispielsweise Einbahnstrassen umgekehrt werden.

Neben dem Knoten Voltaplatz soll unter anderem der Knoten beim Dreispitz/ Gundeli, die Einfallsachse aus Riehen in die Stadt, die Johanniterbrücke oder der Knoten St.-Jakobs-Strasse/ Zeughausstrasse mit längeren Rotphasen versehen werden.

mar/sda

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