Linke Aktivisten bedrängen Demo-Gegner in der Innenstadt

Vor dem Sitz der Basler Staatsanwaltschaft protestieren rund hundert Demonstranten gegen die Online-Fahndung nach Linksextremen.

«Hau ab!» Die Demonstranten versuchen, den ungebetenen Beiwohner ihres Protests zu verscheuchen.

Die Online-Fahndung der Basler Staatsanwaltschaft nach mutmasslichen Randalierer aus dem linken Block löst Unruhen aus. Erst kürzlich solidarisierten sich Alt-Linke mit einem friedlichen Protest vor dem Claraposten mit den gesuchten Linksaktivisten. Am Montagabend nun kommt es zu einem etwas aggressiveren Protest.

Rund hundert Aktivisten – darunter mehrheitlich Frauen – demonstrieren vor dem Sitz der Staatsanwaltschaft. «Hier werden Frauen, Trans-, Inter- und queere Personen eingesperrt», proklamiert eine Sprecherin. Die Diskriminierung, die diese Gruppen im Alltag erlebten, würde im Gefängnis noch verstärkt: «Frauen haben weniger Zugang zu Bildung, beispielsweise Deutschkursen, als Männer. Tampons und Binden werden nicht gratis zur Verfügung gestellt. Dafür muss bezahlt oder gearbeitet werden.»

Im Laufe der Demonstration nähert sich ein Mann, der offenbar nicht einverstanden ist mit dem, was gesagt wurde. Er schreit die Aktivistinnen an, sie sollen doch bitte verschwinden. Die Demonstranten reagieren, indem sie sich um ihn scharen und mit «Hau ab!»-Rufen verscheuchen.

Die Aktivistinnen schubsen den Mann ins Tram. Video: Lesereporter

Kurz darauf kommt erneut ein Passant vorbei, der die Demonstranten verbal angreift. Diesmal spitzt sich die Situation zu: Als er nicht gehen will, schubsen ihn die Aktivistinnen ins nächste Tram.

Der Verkehrsbetrieb in der Innenstadt ist teilweise unterbrochen, wie die BVB via Twitter mitteilt. Es gebe Verspätungen:

kha

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