Zum Hauptinhalt springen

Lehrlinge kämpfen um den Siegerplatz

Im Streben nach dem Titel «Lehrling des Jahres» geben die Finalisten am Contest-Tag ihr Bestes.

Svenja Fuchs (links) absolviert eine Lehre als Automobilmechatronikerin in Sissach.
Svenja Fuchs (links) absolviert eine Lehre als Automobilmechatronikerin in Sissach.
Florian Bärtschiger

Wer ist der beste Lehrling dieses Jahres? Nachdem die Fachjury aus rund 60 Bewerbungen die zehn Finalisten bestimmt hatte, stellten diese am Mittwoch am Contest-Tag ihre Fähigkeiten unter Beweis. Einen ganzen Tag massen sich die jungen Berufstalente im Ausbildungszentrum des Malermeisterverbandes im Dreispitz in berufsübergreifenden Disziplinen. An acht Posten ging es darum, den Bezug zum Beruf, das logische Denken, Allgemeinwissen sowie Sozial- und Teamfähigkeit unter Beweis zu stellen.

Unter ihnen ist Svenja Fuchs, welche ihre Lehre als Automobilmechatronikerin in Sissach absolviert. Ein bisschen nervös sei sie schon, gibt die 23-Jährige aus Oberwil zu. «Ich bin über die sozialen Medien auf den Wett­bewerb aufmerksam geworden und habe realisiert, dass man so für seinen Beruf einstehen und andere motivieren kann.» Der Berufsbildner habe sie von Anfang an unterstützt. «Mit meiner Teilnahme möchte ich zeigen, dass dieser Beruf auch für Frauen geeignet ist.»

Auf den Beruf gekommen ist sie über ihren ehemaligen Freund. «Er war Mech und hat mit mir viel am Auto rumgeschraubt, das gefiel mir von Anfang an.» Heute, wo sie bereits im dritten Lehrjahr ist, sagt ihr der Beruf immer noch sehr zu. Nun ist es aber Zeit für den Posten zwei, wo es darum geht, die Leidenschaft für den Beruf zu demonstrieren.

«Es braucht viel Köpfli»

Diana Furler von der Genossenschaft Migros Basel ist an diesem Tag Expertin. An ihrem Posten «Hand und Kopf» müssen die Kandidaten Kreativität beweisen, indem sie eine Migros-Tragtasche designen. Bei der Bewertung würden die Idee und die Umsetzung begutachtet. «Es ist aber vor allem das Resultat, das zählt», so Furler. In der Zwischenzeit hat sich Svenja in ihre blaue Arbeitskluft geworfen und installiert einen VW Golf in Kinderausführung vor den Expertinnen. Anhand dieser Spielzeugausführung eines Elektroautos demonstriert sie das Vorgehen bei Problemen. Sie hebt den Sitz weg, um an die Batterie zu kommen, und setzt das Messgerät an.

«Ich messe jetzt, ob die 12 Volt vorhanden sind, die es bräuchte, damit der Motor sauber laufen kann», erklärt Fuchs. An der Batterie liegt es nicht, nun arbeitet sie sich Schritt für Schritt bis zu den beiden Elektromotoren vor, bis sie schliesslich auf den Fehler stösst. Gekonnt erklärt sie den Unterschied zwischen Verbrennungs- und Elektromotoren und beantwortet souverän die Fragen der Expertinnen. Angesprochen auf den männerdominierten Beruf, kontert sie mit einem Lächeln: «Als Automobilmechatronikerin braucht es viel Köpfli und nicht nur Muskeln, deshalb ist das auch für Frauen geeignet.»

Imagepflege für Berufslehre

Seit elf Jahren findet der Wettbewerb «Lehrling des Jahres» auf Initiative des Gewerbeverbandes Basel-Stadt, des Migros-Kulturprozents, der «Basler Zeitung», der Suva und neuerdings der UBS Schweiz statt. Bewerben können sich alle interessierten Lernenden aus der Region Basel. «Der Wettbewerb ‹Lehrling des Jahres› hat zum Ziel, das Image und die Wertschätzung der Berufslehre zu verbessern. Hier werden intelligente, motivierte und talentierte Leute gezeigt, die ihr ­Können unter Beweis stellen. Von dieser Aufmerksamkeit profitieren auch die Ausbildungsbetriebe», sagt David Weber, Mediensprecher des Gewerbeverbandes.

Am Contest-Tag können die Kandidaten zeigen, dass sie nebst dem Fachwissen und der Geschicklichkeit auch soziale und kreative Fähigkeiten sowie eine Leidenschaft für ihren Beruf mitbringen. Die nächste Hürde steht nun für die Lehrlinge an, denn sie müssen für das Online-Voting während einer Woche möglichst viele Leute mobilisieren, die für sie stimmen. Vom 4. bis zum 11. November können die Stimmen abgegeben werden. Damit ist die letzte Hürde jedoch noch nicht geschafft, denn am 19. November absolvieren die Kandidaten bei der Finalshow live ihre letzte Prüfung. Dann endlich wird der Sieger oder die Siegerin erkoren.

Der Titel «Lehrling des Jahres» will hart verdient sein. Wer ihn gewinnt, kann sich auf ein Preisgeld von 2019 Franken freuen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch